Essen Motor Show 2024: Das PS-Festival in Bestform
Die Begeisterung für Autos, Tuning und Motorsport scheint ungebrochen
Die Leute haben keinen Bock auf Auto? Tuning ist doof? Und Messen funktionieren heute nicht mehr? Wer sich Anfang Dezember mal auf der Messe Essen umschaut, wird ganz schnell eines Besseren belehrt, denn auf der Essen Motor Show feiern jedes Jahr Hundertausende das Auto. Auch in diesem Jahr.
Seit 1968 (!) ist die Essen Motor Show die Heimat aller PS-Fans und zieht seit vielen Jahrzehnten im kalten Dezember Hundertausende in die Essener City, um das Auto zu feiern. Dabei hat es die EMS nicht nur geschafft, die für andere Messen tödliche Corona-Krise fast schadlos zu überstehen, sondern kann sich im heute sehr schwierigen Event-Umfeld weiterhin erfolgreich behaupten. Auch den schrittweisen Abgang großer OEMs verkraftete die Veranstaltung dank eines cleveren Konzepts.
Klickt euch durch die Highlights der EMS 24:
Viele Autohersteller waren heuer nicht dabei. Große Ausnahme war die Marke Skoda, die der Essen Motor Show seit langem die Treue hält und auch in diesem Jahr wieder mit einem großen Stand vertreten sind. Highlights sind der gerade präsentierte Elroq und der erstmalig gezeigte Kodiaq RS.
Mercedes-Benz war nicht herstellerseitig, dafür aber über die MercedesFan-World vertreten. Zudem nutzen immer mehr chinesische Marken die Chance, sich zu präsentieren. So zeigte der Gigant BYD in Essen seine Palette und präsentierte stolz den ersten Supersportler Yangwang U9. Elektroautos nehmen überhaupt immer mehr Raum ein auf den Ausstellungsflächen, aber dominiert wird das Ganze immer noch vom Petrol-Fieber.
Das spürt man besonders auf der "tuningXperience" in Halle 5. Organisator Sven Schulz versammelte hier wie in jedem Jahr die Elite der privaten Tuner, die ihre spektakulären Umbauten präsentieren durften. Und auch dieses Jahr blieb einem gern die Kinnlade hängen, denn war die Tuningfreaks hier zum Teil zauberten, ist absolut beeindruckend. Je seltener, desto besser scheint das Motto zu sein. Und so finden sich neben umgestalteten Trabants und Lamborghinis auch diverse Oldtimer, ein rosa Tesla und sogar ein Wohnmobil unter den 170 Exponaten.
Aber auch die gewerblichen Tuner ließen es sich natürlich nicht nehmen, sich auf dem Performance-Festival zu präsentieren. Allen voran Tuninglegende JP Kramer, der mit seinen Marken JP Performance und Dr. Glossy gefühlt eine halbe Halle belegte und seine spektakulären Projekte zeigte.
Und die Jünger lieben ihren Herrn nach wie vor, denn die Schlange am Merch-Stand führte am Wochenende quer durch die ganze Halle. Die Fans reißen JP alles aus den Händen, auch wenn es bunte Papp-Boxen mit ein paar Postern für schlappe 40 Euro sind…
Ebenfalls stark vertreten waren wieder die Anbieter von Felgen, Reifen und anderem Zubehör. Von Hankook über Continental, KW und H&R bis hin zu Borbet und Schmidt Felgen - Anwesenheit ist Pflicht. Dazu gesellten sich in verstärktem Maße diverse chinesische Anbieter, die - im Gegensatz zu den teilweise pompösen Auftritten der Europäer - in meist sehr nüchternem Ambiente ihre Produkte vorstellten.
Die Oldie-Fraktion war auch wieder umfangreich anwesend. Zu sehen (und größtenteils auch zu kaufen) waren viele sehr seltene und begeisternde Klassiker. Alleine für den Duft in den Oldtimer-Hallen 1 und 2 lohnt sich der Messebesuch für Petrolheads allemal.
Erfreulicherweise hat die Anzahl der fliegenden Händler mit ihren Grabbelständen in den letzten Jahren deutlich abgenommen, um die Wetter wummernde Car-HiFi-Stände sind auch selten geworden und keiner rennt mehr mit einem GFK-Stoßfänger über der Schulter durch die Gegend. Zu kaufen gibt es trotzdem jede Menge, vornehmlich Felgen in allen Schattierungen und natürlich die unvermeidlichen Autopflegeprodukte.
Über 200.000 Fans ließen es sich nicht nehmen, im kalten Dezember das Thema Auto so richtig zu feiern. Mit rund 500 Ausstellern aus 15 Nationen war die Messe gut bestückt. Die 20 Euro Eintritt waren für die Autofans sicher gut angelegtes Geld, um sich mitten im Winter mal wieder den automobilen Sommer zu gönnen. Wenn die Messe Essen ihr Konzept weiter so konsequent um- und ausbaut, braucht man sich um die Zukunft der Essen Motor Show wohl keine Sorgen machen.
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