Volvo löst sein Versprechen ein, das es letztes Jahr gegeben hat, als es ankündigte, die Produktion von Fahrzeugen mit Dieselmotoren Anfang 2024 einzustellen. Dieser XC90, der im Werk Torslanda zusammengebaut wurde, ist der letzte Selbstzünder, den der schwedische Autohersteller produziert. Damit endet eine Ära, die vor 45 Jahren begann. Der blaue Wagen geht nicht an einen Kunden, sondern wird im Werksmuseum der Nachwelt erhalten bleiben.

Die schwedische Marke, die sich im Besitz von Geely befindet, hat erst 1991 damit begonnen, die Produktion von Dieselfahrzeugen statistisch zu erfassen, und hat seitdem mehr als neun Millionen Fahrzeuge gebaut. Da die Aufzeichnungen nicht zeigen, wie viele Fahrzeuge von 1979 bis 1991 gebaut wurden, ist die Gesamtzahl wohl viel höher, weil 12 Jahre fehlen. Das letzte Dieselfahrzeug kommt in das World of Volvo Museum in Göteborg.

Die Geschichte des Diesels begann mit dem 244 GL D6, der jedoch keinen Volvo-Motor besaß. Stattdessen wurde er von einem Sechszylinder-Saugmotor angetrieben, der von Volkswagen und Audi übernommen wurde. Besagten Diesel, intern D24 getauft, gab es im VW-Konzern auch im LT Transporter, das 82-PS-Triebwerk war später unter anderem auch im Volvo 740 erhältlich. 

Volvo 244 GL D6 (1979)

Volvo 244 GL D6 (1979)

Erst 2001 führte Volvo unter Ford-Regie einen eigenen Dieselmotor ein, einen Fünfzylinder, der in der Fabrik in Skövde montiert wurde. Im Jahr 2017 kündigte Volvo an, die Entwicklung von Dieselmotoren zu beenden. Vergangenen Monat wurde das letzte Fahrzeug mit einem Dieselmotor (ein V60) im belgischen Gent gebaut. Damit ist der Dieselmotor komplett aus der Produktpalette verschwunden.

Der nächste Schritt besteht darin, die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ganz einzustellen. Obwohl andere Luxusmarken wie Mercedes und Bentley ihre allzu ehrgeizigen Ziele für Elektrofahrzeuge zurückgeschraubt haben, hält Volvo an seinem Plan fest, bis zum Ende des Jahrzehnts komplett auf Elektroantrieb umzustellen.

Europa ist die letzte Bastion der Dieselfahrzeuge, aber die Nachfrage ist nach dem Abgasbetrugsskandal des Volkswagen-Konzerns zurückgegangen. Außerdem zwingen strengere Emissionsvorschriften die Autohersteller dazu, Dieselmotoren nach und nach aus dem Verkehr zu ziehen. Investitionen, um Dieselmotoren mit den strengeren EU-Vorschriften wie Euro 7 in Einklang zu bringen, wären teuer, und da die Nachfrage sinkt, macht es keinen Sinn, Geld für diese aussterbenden Motoren auszugeben. Audi plant, 2026 seine letzten neuen Modellreihen mit Verbrenner auf den Markt zu bringen.

Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) sagt, dass der Marktanteil des Diesels in Europa von 16,4 Prozent im Jahr 2022 auf 13,6 Prozent im Jahr 2023 gesunken ist. Vollelektrische Fahrzeuge waren im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 14,6 Prozent beliebter, während Plug-in-Hybride einen Anteil von 7,7 Prozent erreichten. Der Anteil der Benzinfahrzeuge lag bei 35,3 Prozent. Normale Hybride hatten einen Anteil von 25,8 Prozent, während andere Antriebsarten die restlichen 3 Prozent ausmachten.