Das EU-weite Verbrenner-Verbot, das ab 2035 den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren verbieten soll (sofern sie nicht mit e-Fuels fahren können) erhitzt die Gemüter seit Jahren. Im Februar 2023 wurde es im EU-Parlament endgültig beschlossen, aber die Diskussionen darüber reißen nicht ab. Erst diese Woche meldeten mehrere Medien, dass die konservative EVP-Fraktion vorhat, das Verbot nach der anstehenden Europawahl zu kippen. 

Ob es so weit kommt, wird sich zeigen. Aber natürlich machen sich auch die Autohersteller Gedanken über mögliche Szenarien. Unter anderem Porsche, wo man ja selbst stark in die Zukunft von e-Fuels investiert. Lutz Meschke, Chief Financial Officer der Zuffenhausener, zeigte sich zuletzt bei der Weltpremiere des neue Elektro-Macan in Singapur, wo er durchsickern ließ, dass die Zukunft des Verbrennungsmotors womöglich gar nicht so finster aussehe, wie angenommen. 

Im Gespräch mit Automotive News Europe sagte der CFO: "Es gibt aktuell viele Diskussionen rund um das Ende des Verbrennungsmotors. Ich denke, es könnte aufgeschoben werden."

Das wird wohl stark von der Verkaufsentwicklung und der Entwicklung der elektrischen Infrastruktur abhängen. In Deutschland ist die Ladeinfrastruktur halbwegs komfortabel, aber noch weit davon entfernt, massentauglich zu sein. In vielen anderen europäischen Ländern sieht es weitaus schlimmer aus. 

Im Fall von Porsche ist die Situation rund um die E-Auto-Verkäufe sehr komfortabel. Der Sportwagenbauer prognostiziert, dass bereits 2030 mehr als 80 Prozent seiner weltweit verkauften Autos elektrisch sein werden. 

Unterdessen wird ein sehr erfolgreiches Verbrenner-Auto aus dem Lineup der Zuffenhausener noch in diesem Jahr eingestellt. Zumindest innerhalb der EU. Der ersten Generation des Macan wird aufgrund der kommenden Cybersecurity-Regulationen der Garaus gemacht. Die Plattform des Macan ist ungewöhnlich alt, stammt tatsächlich noch vom ersten Audi Q5 ab.

Um die neuen Regelungen zu erfüllen, müsste eine komplett neue elektronische Architektur entwickelt werden, was natürlich viel zu viel Aufwand bedeutet für ein inzwischen zehn Jahre altes Auto, dessen rein elektrischer Nachfolger bereits in den Starlöchern steht. 

In anderen Märkten wie dem US-amerikanischen wird der Macan mit Benzinmotoren allerdings bis auf Weiteres weiterhin angeboten. Man werde das Auto aber nicht mehr updaten, heißt es von Porsche. 

Gestern feierte der rein elektrische Macan Weltpremiere. Er wird mindestens 84.100 Euro kosten. Bisher lag der Einstieg in die Macan-Welt bei 69.895 Euro.

Bildergalerie: 2022 Porsche Macan T