Porsche 912c Restomod debütiert mit Carbon-Karosserie und 170 PS
Mit über 300.000 Euro ist der Spaß aber nicht ganz billig
Gemessen an seiner heutigen Popularität konnte man meinen, dass der Porsche 911 (anfangs noch 901) 1963/64 vom Start weg ein enormer Erfolg war. Von wegen. Bedingt durch den neuen Sechszylinder im Heck war der 911 deutlich teurer als der alte 356. Als Reaktion auf die verhaltene Nachfrage schob Porsche den 912 nach.
Er verwendete den luftgekühlten Vierzylindermotor des auslaufenden 356, hatte aber die Karosserie des damals neuen 911. Der 912 war bei seiner Einführung 5.650 DM günstiger als ein 911, für die Differenz gab es damals schon einen Opel Kadett A. Die Produktion lief von 1965 bis 1969, auf den 912 folgte der 914. Die Kamm Manufaktur aus Budapest, Ungarn, hat jetzt einen Restomod für dieses etwas vergessene Modell angekündigt.
Kamm Manufaktur nennt diese Kreation den 912c. Sie beginnt mit einem tatsächlichen 912er-Spenderfahrzeug und nimmt das Auto für eine vollständige Restaurierung auseinander. Die Karosserieteile sehen aus wie beim Originalfahrzeug, sind aber jetzt aus Kohlefaser statt aus Stahl. Außerdem gibt es Verstärkungen am Fahrgestell und Lexan-Fenster. Das resultierende Leergewicht beträgt nur 1.653 Pfund (750 Kilogramm) durch die Verwendung dieser leichten Komponenten.
Bildergalerie: Kamm Manufaktur Porsche 912c Restomod
Für den Antrieb sorgt ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Motor der Firma JPS Aircooled. Er leistet 170 PS (127 Kilowatt) und dreht bis zu 7.200 Umdrehungen pro Minute. Zum Vergleich: Ein originaler 912 hat einen luftgekühlten 1,6-Liter-Boxermotor mit 90 PS. Die Kamm Manufaktur verpasst dem Wagen also eine deutliche Leistungssteigerung.
Geschaltet wird über ein Fünfgang-Schaltgetriebe mit Dogleg-Anordnung. Die Hinterachse ist mit einem Sperrdifferenzial von ZF ausgestattet.
Das Fahrwerk des 912c umfasst Gewindefahrwerke mit individueller Abstimmung von Kamm Manufaktur. Die Dämpfer und Stabilisatoren an beiden Achsen sind auf die Bedürfnisse des Fahrers einstellbar. Gebremst wird mit Hilfe von Technik der 964er-Generation vorne und Brembo-Aluminium-Stoppern hinten. Der Wagen fährt auf dreiteiligen Rädern mit Zentralverriegelung und Yokohama AD08RS-Reifen.
Im Innenraum setzt Kamm auf Sitze mit Kohlefaserstruktur und verwendet das leichte Material als Verkleidung im Innenraum. Eine elektrische Klimaanlage sorgt dafür, dass der Innenraum auch an heißen Tagen angenehm temperiert ist. Audio-Upgrades sind als Option erhältlich.
Kamm plant, im Jahr 2023 mit dem Bau von Kundenexemplaren des 912c zu beginnen. Der Startpreis beträgt 325.000 Euro, und Reservierungsplätze sind ab sofort verfügbar.
Quelle: Kamm Manufaktur
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