Mercedes will Schaltgetriebe ab 2023 schrittweise abschaffen
Moment, man kann noch einen Benz mit Kupplungspedal haben?
Das Ende des manuellen Schaltgetriebes ist schon seit einiger Zeit absehbar, aber Mercedes hat gerade einen weiteren Nagel in den Sarg geschlagen. Ab 2023 wird dort das Kupplungspedal aufgrund der geringen Kundennachfrage schrittweise abgeschafft. Im Gespräch mit der Automobilwoche erklärte ein Sprecher des Sterns, dass sich der Geschmack der Käufer geändert habe und immer mehr Menschen reine Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge bevorzugten.
"Mit zunehmender Elektrifizierung sehen wir, dass sich die Kundennachfrage in Richtung Elektromobilitätskomponenten, Batterien und (teil-)elektrische Antriebe verschiebt."
Natürlich ist es für Mercedes auch kostengünstiger, wenn man nicht mehr in Schaltgetriebe investieren muss. Nicht, dass es jetzt weit verbreitet wäre, wenn man bedenkt, dass nur bestimmte Versionen der A-Klasse, der B-Klasse und des CLA noch mit drei Pedalen ausgestattet sind. Es handelt sich um die erschwinglicheren Konfigurationen mit den schwächeren Motoren, die auf vielen Märkten nicht erhältlich sind. Auch die ganz neue T-Klasse zählt noch zu den letzten Mercedes-Mohikanern mit Schaltknüppel.
Bereits im Oktober 2020 ließ Mercedes-Entwicklungschef Marcus Schaeffer den Plan der inzwischen selbsternannten Luxusmarke, manuelle Schaltgetriebe zu eliminieren, durchblicken. Ergo ist die neue Ankündigung keine große Überraschung. Nehmen Sie zum Beispiel die aktuelle C-Klasse (W206), die nur mit Automatik ausgestattet ist.
Mercedes hat bereits angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts ein reines Elektroauto-Portfolio anbieten zu wollen, "sofern es die Marktbedingungen erlauben". Bis dahin werden die neuen Modelle mit Verbrennungsmotoren auf Plattformen basieren, die in erster Linie für Elektrofahrzeuge entwickelt wurden. Das ist eine 180-Grad-Wende im Vergleich zu der Strategie, die für die Crossover EQA, EQB und EQC verwendet wurde, da diese drei ihre Wurzeln in ICE-Architekturen haben.
Während sich Mercedes vom Do-it-yourself-Getriebe verabschiedet, lässt der Erzrivale BMW die Fahrer in den Basismodellen von M3 und M4 noch selbst schalten. Der kürzlich angekündigte M2 (G87) wird ebenfalls über ein Kupplungspedal verfügen, während es etwa im Rahmen des LCI der 3er-Reihe nur noch Automatikgetriebe gibt.
Quelle: Automobilwoche
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