Die 250er-Serie war eine der erfolgreichsten Ferrari-Produktfamilien der 1950er- und 1960er-Jahre. Damals reichte dafür noch eine Gesamtzahl von 250 Autos, die zwischen 1952 und 1964 produziert wurden. 

Entsprechend hoch sind die Preise, die für einige dieser Autos in den letzten Jahren auf Auktionen bezahlt wurden. 2018 in Pebble Beach etwa erzielte ein roter 250 GTO von 1962 die Weltrekordsumme von 48,4 Millionen US-Dollar. 

Die Fahrzeuge sind im Prinzip nicht zu bekommen, aber es deutet sich eine Lösung für alle an, die einen 250 GT SWB ihr Eigen nennen wollen. Er kommt nicht direkt von Ferrari, aber das Auto ist ziemlich atemberaubend. 

RML bezeichnet sich selbst als "eines der weltweit führenden High-Performance Automotive Entwicklungsunternehmen". Der Firmensitz befindet sich nahe Northampton in Großbritannien. Eines ihrer neuesten Projekte ist der sogenannte Short Wheelbase, eine stark modernisierte Version des 250 GT SWB. Abgesehen von der Original-Plattform hat das gute Stück nahezu nichts mit dem echten 250 gemeinsam. 

Natürlich lehnt sich das Design stark an das des Ferrari 250 an, aber auf einige individuelle Eigenheiten, die dem Auto einen moderneren Look einhauchen, wollte man nicht verzichten. Beispiele sind die runden Scheinwerfer mit integrierten BiXenon-Projektorlinsen oder die deutlich breiteren Räder an Front und Heck. 

Neu sind auch die Chrom-Auspuffendrohre, die Chrom-Seitenspiegel oder die Vielspeichen-Aluräder im Vintage-Stil. 

RML beweist bei diesem Aufbau eine bemerkenswerte Detailversessenheit. Die zweiteilige Karosserie hält die Maße des Originals zu 99 Prozent mit einer Toleranz von 2,5 Millimeter ein.  

Unter der Haube befindet sich ein 5,5-Liter-V12, der es auf 479 PS bei 7.000 U/min und 568 Nm beim 5.000 U/min bringt. Der 0-100-km/h-Wert beträgt knapp über vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 290 km/h liegen. Der V12 hängt an einem manuellen 6-Gang-Getriebe, das die Kraft mit Hilfe eines Sperrdifferenzials an die Hinterräder überträgt. 

RML möchte 30 Exemplare des Short Wheelbase produzieren. Für jedes Auto braucht man in etwa sechs Monate. Gut 70 Prozent der Produktion gehen in den Export. Der Preis liegt bei 1,35 Millionen Pfund plus lokaler Steuern, was derzeit in etwa 1,62 Millionen Euro plus Abgaben entspricht. 

Bildergalerie: RML Short Wheelbase