2,7 Tonnen schwer, aber dennoch 351 km/h Spitze ...

Name: Maybach Exelero
Premiere: Tempodrom Berlin, 2005
Technische Daten: 5,83 Meter Länge, 2,12 Meter Breite, 1,38 Meter Höhe, 5,9-Liter-Biturbo-V12, 700 PS, 1.020 Nm, 5-Gang-Automatik, 2.730 kg Leergewicht, 4,4 Sekunden auf 100 km/h, 351 km/h Höchstgeschwindigkeit

Hintergrund:

Mit dem Exelero stellten Maybach und der Reifenhersteller Fulda vor mehr als 15 Jahren gemeinsam ein Luxus-Coupé auf wahrhaft große Räder: 23-Zoll-Felgen mit 315er-Reifen und geben damit zum Ausdruck, was der Exelero sein soll: Ein Testwagen für Hochgeschwindigkeits-Pneus und zugleich Imageträger für die namensgleichen Exelero-Reifen von Fulda.

Für ein Versuchsfahrzeug war der sehr elegante Fulda-Maybach ein ziemlich heißes Mobil: Der Kühlergrill erinnerte an ein Zellenfenster, an dem, wenn der Motor angelassen wurde, 700 PS fauchend rüttelten.

Nahezu schlank war die Linie nach hinten, eine sanfte Form, die an einen Bentley GT erinnerte. Schmale Sidepipes entsorgten fauchend das Abgas aus zwölf Zylindern. Das Hinterteil weckte mit seiner Formensprache Erinnerungen an die klassischen Maybach der 1930er-Jahre. Das rassige High-Performance-Car hatte nur einen Nachteil: Es blieb ein Einzelstück.

Der von (damals) DaimlerChrysler wiederbelebte Luxusauto-Produzent und der über 100 Jahre alte Reifenhersteller ließen mit dem Exelero eine Zusammenarbeit aufleben, die es in dieser Form bereits vor über 60 Jahren gab. Damals ermöglichte ein Stromlinienwagen auf Basis des Maybach SW 38 Reifentests mit einer Geschwindigkeit von damals mehr als beachtlichen 200 km/h.

Unuttuğumuz Konseptler: 2004 Maybach Exelero
Unuttuğumuz Konseptler: 2004 Maybach Exelero

An diese Zusammenarbeit erinnerte man sich bei Fulda, als ein Testwagen für den neuen Hightech-Reifen namens Exelero gesucht wurde. Dieser Pneu besitzt als extremste Dimension die Größe 315/25 ZR 23 und ist für Geschwindigkeiten von über 350 km/h freigegeben – als Serienreifen, wohlgemerkt. Also wurde als Testwagen ein High-Speed-Fahrzeug gesucht, aber kein Rennauto.

Auf der IAA 2003 besiegelten die Partner ihre Zusammenarbeit und legten fest, dass das Fahrzeug auf einem Maybach 57 basieren muss, etwa 700 PS hat, eine Spitze von 350 km/h schafft und kein Retrodesign aufweist. Außerdem: Der Wagen muss den Segen vom TÜV haben.

Zwei Professoren und vier Studenten der Fachhochschule Pforzheim kreierten gemeinsam mit Designern von DaimlerChrysler die elegante Außenhaut des Exelero. Er erinnerte nur noch wenig an die Maybach-Limousine und war beileibe kein Zwerg: Eine Länge von 5,89 Metern, einer Breite von 2,14 Metern und einem Radstand von 3,39 Meter machten passende Parklücken rar.

Das Interieur des bei Stola in Turin gebauten Coupés war ausgestattet, wie man sich das bei einem Sport-Maybach wünschen würde: Naturleder, Neopren, beschichtetes Aluminium-Lochblech sowie Kohlefaser in Schwarz und Rot.

Befeuert wurde das Unikat von einer modifizierten Maybach-Maschine. Den Hubraum des V12 erhöhte man von 5,6 auf 5,9 Liter und optimierte die Turboaufladung. Das Ergebnis waren 700 PS bei 5.000 Touren. Das maximale Drehmoment von 1.020 Newtonmeter lag bei 2.500 Umdrehungen an. In nur 4,4 Sekunden raste der 2,7 Tonnen schweren Wagen auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit wurde bei Tests in Nardo mit 351,45 km/h gemessen.

Wie ging es danach für den Maybach Exelero weiter? Laut Top Gear wurde das Fahrzeug 2011 von dem Rapper Birdman für 8 Millionen US-Dollar gekauft. Momentan ist das Auto im Besitz der Firma Mechatronik.

Bildergalerie: Vergessene Studien: Maybach Exelero (2004)