BMW X5, Volvo XC60 und MItsubishi Outlander patzten in einer Studie von T&E

Plug-in-Hybride haben derzeit eine eher schlechte Presse. Man sagt ihnen nach, dass sie selten bis nie aufgeladen werden und dass sie deutlich mehr CO2 emittieren als nach Norm. Nun hat die Umweltorganisation T&E (Transport & Environment) eine Studie veröffentlicht, wonach Plug-in-Hybride unter realen Bedingungen bis zu zwölf Mal mehr Kohlendioxid emittieren als von den Herstellern angegeben.

T&E beauftragte die auf Abgasmessungen spezialisierte Firma Emission Analytics damit, die Plug-in-Hybrid-Versionen von BMW X5, Volvo XC60 und Mitsubishi Outlander zu testen. Dabei wurden die Fahrzeuge mit vollem Akku, mit leerem Akku im Elektromodus sowie im Charge-Modus gefahren.

Ergebnis: Mit voller Batterie emittierten die drei Modelle 28 bis 89 Prozent mehr CO2 als nach den offiziellen Angaben. Bei leerem Akku stießen sie drei- bis achtmal mehr aus und im Charge-Modus sogar das Drei- bis Zwölffache. Im Charge-Modus wird die Batterie während der Fahrt vom Verbrenner geladen, was energetisch wenig sinnvoll ist.

T&E-Deutschlandchef Stef Cornelis: "Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge werden nicht für einen sauberen Betrieb im Straßenverkehr sondern zur Ausschöpfung der staatlichen Förderung und Erreichung der europaïschen Flottengrenzwerte gebaut. Derzeit verschwendet Deutschland mehr als 500 Millionen an Subventionen für Fake-E-Fahrzeuge. Kein anderes Land in Europa gibt mehr Steuergelder für die Subventionierung von PHEVs aus."

Den derzeit erhältlichen PHEV-Modellen fehle es oft an der erforderlichen EV-Leistung, Reichweite oder Ladegeschwindigkeit, so T&E. Zwei der drei getesteten Fahrzeuge, nämlich der BMW X5 und der Volvo XC60, sind nicht schnellladetauglich. Und der Outlander kann laut Bedienungshandbuch den Verbrennungsmotor auch im Elektromodus anspringen lassen, wenn das PHEV-System zu heiß oder zu kalt ist, wenn stark beschleunigt wird oder die Klimaanlage in Betrieb ist.

Für verkaufte Plug-in-Hybride erhalten die Autoherstellern so genannte Super Credits, die es ihnen erleichtern, die CO2-Flottengrenzwerte der EUU einzuhalten. Diese Regelung sollte die EU einkassieren, wenn sie demnächst ihre Ziele für 2025 und 2030 überprüft, fordert T&E.

Die T&E-Studie bestätigt Ergebnisse zu älteren Plug-in-Hybriden, die ICCT kürzlich veröffentlicht hat. Danach waren die realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden oft zwei bis vier Mal so hoch wie die im Zulassungsverfahren angegebenen Werte.

Bildergalerie: T&E-Untersuchung zu Plug-in-Hybriden