Boris Johnson verkündet "Grüne Industrielle Revolution"

Schon Anfang 2020 hatte die britische Regierung ein Verbot von Verbrennerautos ab 2035 angekündigt. Nun zieht die Regierung Johnson das Verbot um fünf Jahre vor: Ab 2030 soll der Verkauf von Neuwagen mit Diesel- und Ottoantrieb verboten sein. Das hat nun die Regierung von Boris Johnson beschlossen, wie FAZ, Handelsblatt und der britische Autoexpress berichten.

Hybridfahrzeuge "mit signifikatem CO2-Ausstoß" sollen von 2035 an nicht mehr neu zugelassen werden. Auch Diesel-LKW sollen schrittweise von der Straße verschwinden. Außerdem steckt Johnson Geld in neue Ladestationen und die Entwicklung von Wasserstofffahrzeugen. Die Beschlüsse gehören zu einem Zehn-Punkte Plan für eine "Grüne Industrielle Revolution", den Johnson am heutigen Mittwoch verkündete. In diese Pläne sollen insgesamt 12 Milliarden Pfund (rund 13 Milliarden Euro) fließen, was zahlreiche Arbeitsplätze schaffen soll.

Allgemeine Wirtschaftsverbände begrüßten die Ankündigungen, während die Autoindustrie gegen das Verbot der Verbrenner protestierte. Die Nachfrage nach Elektroautos sei noch nicht groß genug, da sie für viele zu teuer seien. Im Jahr 2020 lag der Marktanteil von E-Autos in Großbitannien bei 5,5 Prozent. Der Staat zahlt einen Zuschuss von bis zu 3.000 Pfund (knapp 3.400 Euro) für den Kauf eines E-Autos, wenn es unter 50.000 Pfund kostet.

Mit seinem Verbrennerverbot steht Großbritannien nicht alleine. Frankreich will Verbrenner ab 2040 verbieten, Kalifornien ab 2035 und Norwegen sogar schon ab 2025. Außerdem planen europäische Großstädte Verbotszonen für Verbrenner. So sollen ab 2024 keine Dieselautos mehr nach Paris hineinfahren dürfen, ab 2030 auch keine Benziner mehr.