Geschäftstätigkeit offenbar bereits eingestellt

Das chinesische Elektroauto-Startup Byton steht vor dem Aus. Der Bayerische Rundfunk meldete heute in seinem Rundfunkprogramm Bayern 5 aktuell, dass die chinesischen Angestellten bereits seit März keinen Lohn mehr bekommen.

Offenbar wurden die meisten Angestellten in den USA sogar bereits entlassen, die deutschen Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Nach unserer Parnterseite Insideevs.com hat Byton den Betrieb bereits eingestellt.

Schon vor zwei Monaten berichtete Insideevs, dass Byton die Hälfte seiner US-Belegschaft beurlaubt habe. Nun erreichte Insideevs-Kollege Tom Moloughney einen US-amerikanischen Byton-Sprecher und erhielt eine Bestätigung für die Einstellung des Geschäftsbetriebs:

"Wie überall hat COVID-19 die Finanzierung und den Geschäftsbetrieb von Byton vor große Herausforderungen gestellt. Infolgedessen haben der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung beschlossen, dass das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in China  für die nächsten sechs Monate ab dem 1. Juli vorübergehend einstellen wird. Auch die Operationen in den anderen Regionen sind betroffen."

Noch im Januar war auf der amerikanischen Elektronikmesse CES der Byton M-Byte zu sehen. Das Elektro-SUV sollte schon bald als erstes Byton-Modell auf den Markt kommen. Im März hieß es dann, die Produktion von Prototypen sei nach kurzem Stopp wegen der Pandemie wieder aufgenommen worden. Doch im Juni wurden auf Twitter Gerüchte laut, dass Byton seinen chinesischen Angestellten schon vier Monatsgehälter schuldig geblieben sei:

 

Vom M-Byte sollte es zwei Versionen geben, eine mit Hinterradantrieb und eine mit Allradsystem. Die Leistung sollte bei 200 bzw. 300 kW (272 bzw. 408 PS) liegen, die Reichweite bei mindestens 360 Kilometer. Zu den Highlights der Studie gehörte ein riesiges Display, das sich über die gesamte Cockpitbreite zog:

Byton M-Byte Produktionsversion

Sogar einen Basispreis gab es bereits, er sollte bei 54.000 Euro liegen. Nun haben sich diese Pläne offenbar zerschlagen und eine Zukunft erscheint ungewiss. Eine Byton-Pleite hätte auch in Deutschland Auswirkungen: In München beschäftigt die Firma 70 Mitarbeiter. Sie erhalten laut Bayerischem Rundfunk (BR) derzeit Kurzarbeitergeld. Die meisten der 450 US-Angestellten wurden laut BR inzwischen entlassen. Am härtesten ist die Lage wohl für die chinesischen Mitarbeiter. Sie sollen in den nächsten Tagen aber zumindest die März-Gehälter noch ausgezahlt bekommen, so der BR.

Bildergalerie: Byton M-Byte (2019)