Volvo verkauft 23 Prozent Plug-in-Hybride, Renault 15 Prozent Elektroautos

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung fördert die Elektromobilität in Deutschland stark. Doch die verschiedenen Autohersteller profitieren davon unterschiedlich. Eine aktuelle Analyse der Neuzulassungen in den ersten vier Monaten 2020 zeigt, dass die deutschen Premiummarken insbesondere beim Absatz von Plug-in-Hybriden (PHEV) führend sind.

BMW, Mercedes und Audi verkaufen zwischen 7,0 und 8,3 Prozent ihrer Fahrzeuge als PHEV und damit fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt (3,9 Prozent). Dagegen ist beim Absatz von reinen Elektrofahrzeugen (BEV) Volkswagen der Marktführer.

Die Marke VW konnte von Januar bis Mai 9.090 reine Elektrofahrzeuge absetzen und damit bereits jetzt mehr als im gesamten Jahr 2019. BEVs machen 4,9 Prozent aller VW-Verkäufe in Deutschland aus.

Bei Audi macht der BEV-Anteil 3,3, bei BMW 2,6 und bei Mercedes lediglich 0,4 Prozent
aus. Dagegen sind bereits 9,5 Prozent der Porsche-Verkäufe in Deutschland BEVs - das geht auf das Konto des Taycan. Das zeigen nun die neuesten Auswertungen des "Electromobility Report 2020" des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.

Bei der reinen Elektromobilität sind neben VW der französische Hersteller Renault und Tesla die absatzstärksten Marken, gefolgt von Audi und Hyundai. Dabei ist der BEV-Anteil von Importeursmarken wie Tesla (100 Prozent), Renault (15,1 Prozent) oder Hyundai (7,0 Prozent) weit überdurchschnittlich (vgl. Abbildung 1, oben).

Insgesamt wurden in den ersten vier Monaten in Deutschland 36.188 BEV neu zugelassen, was einem Wachstum von 43 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die PHEV-Neuzulassungen haben sich in den ersten vier Monaten in Deutschland fast verdreifacht auf 38.792 Pkw. BMW und Mercedes mit fast 6.700 Pkw sowie Audi (5.782) sind die PHEV-Marktführer - deutlich vor Volvo, VW und Mitsubishi. Bei Volvo machen PHEVs bereits fast 23 Prozent, bei Mitsubishi
15 und bei Porsche 11 Prozent am Gesamtabsatz in Deutschland aus (vgl. Abbildung 2):

Insgesamt wurden in der Gesamtbilanz von BEV und PHEV bislang 74.980 Elektrofahrzeuge in Deutschland neu zugelassen, was einem Zuwachs von 92 Prozent entspricht (Jan-Mai 2020). Marktführer sind die deutschen Herstellermarken VW (12.590), BMW (8.779), Audi (8.537) und Mercedes (7.056), gefolgt von Renault (5.618) und Tesla (4.262).

Den höchsten Elektroanteil besitzt neben Tesla und Smart (jeweils 100 Prozent) derzeit überraschenderweise Porsche mit 20,4 Prozent. Es folgen Renault (15,1 Prozent), Mini (12,5 Prozent) und Kia (11,7 Prozent). Weit überdurchschnittlich zum Elektroanteil in Deutschland von
7,6 Prozent schneiden auch BMW (10,9 Prozent) und Audi (10,3 Prozent) ab. Aufgrund des geringen BEV-Anteils kommt Mercedes bislang nur auf einen Elektroanteil von 7,4 Prozent. Umgekehrt kommt die Marke VW – mit einem geringeren PHEV-Anteil – auf 6,8 Prozent Elektroanteil.

Hierzu Studienleiter Stefan Bratzel: "Die durch das Konjunkturpaket initiierten zusätzlichen Förderungen und Steuervorteile werden der Elektromobilität in diesem Jahr einen weiteren starken Schub verleihen. CAM rechnet für das Jahr 2020 mit einer Verdopplung des E-Fahrzeugabsatzes auf rund 220.000 Pkw und einer weiteren deutlichen Steigerung im Folgejahr."

"Die Absatzzahlen in Deutschland zeigen, dass die deutschen Automobilhersteller bei der Elektromobilität besser sind als ihr Ruf und auch weiterhin vom Markthochlauf profitieren können", so Bratzel weiter. "Allerdings liegt mit Ausnahme von VW der Fokus derzeit noch stark bei Plug-in-Hybriden, bei denen die deutschen Premiumhersteller bereits ein breites Modellangebot besitzen."

Hier sieht Bratzel Optimierungsbedarf bei der Förderung: "Plug-in-Hybride, die vielfach als Dienstwagen verkauft werden, leisten jedoch häufig keinen positiven Klimabeitrag aufgrund der großen Diskrepanz zwischen den Norm- und Realverbräuchen. Entsprechend muss durch künftige Regulation sichergestellt werden, dass PHEV-Käufer Förderungen und Steuervorteile nur erhalten, wenn diese Fahrzeuge durch ein entsprechendes Fahr- und Ladeverhalten niedrige CO2-Realemissionen aufweisen."