Neuer Ingenium-Dreizylinder und neues Getriebe, Preise ab rund 50.000 Euro

Schon im Dezember 2018 angekündigt, ist der Range Rover Evoque mit Plug-in-Hybrid-Antrieb nun da. Das gleiche Antriebssystem bekommt auch der Land Rover Discovery Sport. Die neuen P300e-Varianten nutzen einen neuen Dreizylinder als Verbrenner.

Der 200 PS starke 1,5-Liter-Benziner aus der Ingenium-Familie wird mit einem 80 kW (109 PS) starken Elektromotor kombiniert, der die Hinterachse antreibt. Statt der sonst eingesetzten Neungang-Automatik wird bei den Plug-in-Hybride (PHEVs) ein neues Achtgang-Automatikgetriebe eingebaut, das fünf Kilo leichter ist.

Die Systemleistung der neuen PHEVs liegt bei 309 PS, hier lassen sich die Leistungen (200 + 109 PS) also einfach addieren. Das maximale Drehmoment beträgt 540 Newtonmeter. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h. 

Der Elektroantrieb bekommt seinen Strom aus einem unter den Rücksitzen platzierten Lithium-Ionen-Akku mit 15 kWh Kapazität. Das ermöglicht Reichweiten jenseits von 60 Kilometer.

  Evoque P300e Disco Sport P300e
Spritverbrauch (WLTP) 1,9 Liter/100 km 2,0 Liter/100 km
CO2-Emissionen (WLTP) 43 g/km 46 g/km
Elektrische Reichweite 68 km 64 km
0-100 km/h 6,4 Sek. 6,6 Sek.
Basispreis 50.750 Euro 49.250 Euro

Serienmäßig bekommen die beiden PHEVs ein Mode-2-Ladekabel für den Anschluss an die normale Haushaltssteckdose. Damit ist der Akku nach 6 Stunden 42 Minuten wieder voll. Mit einem Mode-3-Ladekabel lässt sich die Ladeleistung auf 7 kW erhöhen. Damit lässt sich der Akku in einer Stunde und 24 Minuten von 0 auf 80 Prozent aufladen.

Höhere Ladeleistungen sind mit Wechselstrom nicht möglich, da der Bordlader nur 7 kW (also einphasiges Laden) unterstützt. An einer Gleichstrom-Ladesäule werden dagegen die genannten 32 kW unterstützt. An einer 32-kW-Schnellladesäule dauert das Aufladen (0 bis 80 Prozent) 30 Minuten.

Der Stromanschluss befindet sich gegenüber der Tankklappe, also hinten links. An einer Ladesäule muss das Kabel also in der Regel um das Auto herum oder darüber hinweg gelegt werden. In der heimischen Garage ist das Laden dagegen günstiger, da man meist links mehr Abstand zum Aussteigen lässt.

Bildergalerie: Range Rover Evoque P300e (PHEV)

Bisher gab es bei Land Rover nur ein P400e-System (im Range Rover und im Ranger Rover Sport. Dabei wird ein 300 PS starker 2,0-Liter-Vierzylinder mit einem 116-PS-Elektromotor kombiniert, was 404 PS Systemleistung ergibt. Der 13-kWh-Akku reicht beim Range Rover für 51 Kilometer. 

Die kleineren Land-Rover-Modelle erhalten nun ein schwächeres PHEV-System. Wie bei den konventionellen Varianten bildet auch beim Evoque P300e und Discovery Sport P300e die Premium-Transversale-Architektur (PTA) die Basis. Sie war von vornherein auch für elektrifizierte Antriebe entwickelt worden.

Die Ingenium-Motorenfamilie erhält mit dem neuen Dreizylinder-Benziner ein neues Mitglied. Bisher gab es 2,0-Liter-Benziner, 2,0-Liter-Diesel und Sechszylinder-Benziner. Im Vergleich zum ebenfalls 200 PS starken Zweiliter-Vierzylinder (P200) ist der Vollaluminium-Dreizylinder um 37 Kilo leichter und hat eine geringere Innenreibung. Wie bei den bekannten Mildhybrid-Vierzylindern ist auch hier ein riemengetriebener Starter-Generator integriert. Damit kann der PHEV nicht nur über die Hinterachse rekuperieren, sondern auch an der Vorderachse.

Der neue PHEV-Antrieb hat die üblichen drei Modi: 

  • Hybrid-Modus: Dies ist die Standard-Einstellung. Das System wählt automatisch die optimale Kombination aus Benzin- und Elektroantrieb. Dabei werden Fahrbedingungen und Ladezustand berücksichtigt. Wurde ein Ziel ins Navi eingegeben, werden auch die Streckeneigenschaften einbezogen.
  • EV-Modus: reiner Elektroantrieb
  • SAVE-Modus: Der Ladezustand wird auf dem gewählten Niveau gehalten.

Technik-Experten interessiert vielleicht noch, dass es sich bei dem E-Aggregat um einen Permanentmagnet-Synchronmotor handelt. Um den Bauraum optimal zu nutzen, erhielt der Motor konzentrische Antriebswellen und ein Eingangsgetriebe, während der Inverter ebenfalls in das Gehäuse des elektrischen Hinterradantriebs (ERAD, Electric Rear Axle Drive) integriert wurde. Dieses Modul platzierten die Entwickler innerhalb der Integral-Hinterachse.

Unter den Vordersitzen befinden sich ein DC/DC-Wandler, der den Strom aus der Hochvoltbatterie für das 12-Volt-Bordnetz heruntertransformiert, sowie der 7-kW-Bordlader.

Anstelle des herkömmlichen Hydraulik-Bremssystems verfügen die beiden PHEV-Neulinge über ein neu entwickeltes Brake-by-Wire-System. Es soll den nahtlosen Wechsel zwischen regenerativem Bremsen und konventioneller Reibungsbremse ermöglichen. Das regenerative Bremsen reicht bis zu einer Verzögerung von 0,2 g.

Über eine App namens InControl Remote lässt sich der Ladestatus überwachen, das Aufladen programmieren und das Auto vorklimatisieren.

In den Preislisten auf der Land-Rover-Homepage sind die neuen PHEV-Modelle noch nicht verzeichnet, aber sie lassen sich konfigurieren und sind ab sofort bestellbar. Die Preise wurden bereits in der Tabelle genannt: Den Evoque P300e gibt es ab 50.750 Euro, den Discovery Sport P300e PHEV ab 49.250 Euro. Die Ausstattungen heißen S, SE und HSE.

Bildergalerie: Land Rover Discovery Sport P300e (PHEV)