Aus Angst, dass VW das Projekt stoppen würde, begann die Entwicklung des Chiron im Geheimen

Rückblickend war Bugattis Plan, dem Veyron eine Serienversion des 16C Galibier zur Seite zu stellen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Vorgestellt wurde das Auto im Jahr 2009. 2011 gab es die ersten Gerüchte, dass der viertürige Bugatti nicht den höchsten Ansprüchen der Klientel standhalten könne. Der damalige Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer soll mit Leistung, Komfort und Platzangebot unzufrieden gewesen sein. Entsprechend ging man davon aus, dass er sich letztlich drastisch von der Studie unterscheiden würde. 

Allerdings kam es nie dazu. Dank eines Berichts von Hagerty wissen wir jetzt auch, warum. Das Aus für den Galibier wurde von VW-Verantwortlichen beschlossen, die sich nicht mit dem aufgeblähten Design des Wagens anfreunden konnten. 

Zwischen 2009 und dem endgültigen Tod des Galiebier im Mai 2012 wurde das Design des Autos laut Hagerty dramatisch verändert. Noch im April 2012 hatte der Molsheimer Luxus-Autobauer sein vermeintliches neues Modell angeteasert. 

Laut der Publikation wuchs der Galibier gegenüber dem 16C Concept während der Entwicklung um 15 Zentimeter in der Höhe und um absurde 152 Zentimeter in der Länge. Jegliche Reminiszenzen an den legendären Typ 57 Atlantic waren passé.

Bugattis Chefdesigner Achim Anscheidt erzählte Hagerty, dass das Auto von der Seite wie ein Dackel und von hinten wie eine Melone (der Hut) aussah. Dass das Auto seinen Fokus einer "sportlichen, elegant geschnittenen Limousine" verloren habe, lag laut Anscheidt an "einem Flickwerk aus viel zu ambitionierten und widersprüchlichen Excel-Sheet-Anforderungen". 

Aus Angst, VW könne das Projekt einstampfen, unterstützte Walter de Silva, der ehemalige Chef des VW-Konzern-Designs, die Pläne von Anscheidt und seinem Team, mit der Entwicklung eines direkten Veyron-Nachfolgers zu beginnen. Das war im Sommer 2011, berichtet Hagerty. Als die Vorstände dem Galibier den Garaus machten, ging die Entwicklung des Chiron weiter.

Bildergalerie: Bugatti Galibier Concept

Über ein Jahrzehnt nachdem Bugatti der Welt gezeigt hat, wie Hochleistungsluxus in Limousinenform aussehen könnte, lebt die Idee eines Viertürers bei den Verantwortlichen in Molsheim weiter. Bugatti spielt nach wie vor mit dem Gedanken, sein Portfolio durch ein zweites Modell zu erweitern. Firmenchef Stephan Winkelmann sprach erst letzten Monat über ein zweites Auto. Es ginge eventuell um etwas, dass man "im Alltag" bewegen könne. Es könne auch elektrisch sein. 

Das sind alles Anzeichen, dass ein zweites Modell von Bugatti im Bereich des Möglichen ist - und es könnte auch vier Türen haben.