Wir erinnern an das aerodynamisch besonders ausgefeilte Auto

Beim Pariser Automobilsalon von 1935 machte Peugeot einen großen Schritt hin zu einem völlig neuen Design. Damals revolutionierte der Peugeot 402 die bis dahin bekannten Karosserieformen. Wir erinnern an den bis zu fünf Meter langen Wagen, der zu den bekanntesten Autos der Peugeot-Historie gehört.

Das Besondere am 402 war die aerodynamisch sehr günstige Karosserie. Die Hauptscheinwerfer saßen nicht mehr auf den Kotflügeln, sondern rückten hinter den Kühlergrill. Die Frontscheibe des 402 war außerdem zweigeteilt und leicht abgewinkelt.

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Ein besonderes Kennzeichen war auch die langgestreckte und flache Karosserie, an der auf seitliche Trittbretter verzichtet wurde. Die hinteren Radkästen waren aus aerodynamischen Gründen geschlossen.

Auch technisch brachte der 402 eine Reihe von Neuerungen. An der Vorderachse waren die Räder erstmals unabhängig voneinander aufgehängt. Der in der ersten Version 55 PS starke 2,0-Liter-Vierzylinder verfügte über hängende Ventile. Alle Modelle hatten einen Vierzylinder-Motor mit 1.991 ccm oder ab 1938 2.142 ccm Hubraum.

Auf Wunsch wurde das Auto mit einem so genannten Cotal-Getriebe ausgestattet. Das war ein elektrisch betätigtes, automatisiertes Schaltgetriebe. Seinerzeit galt dieses als modernste Form einer Automatik.

Peugeot 402 (1935 bis 1942)
Peugeot 402 (1935 bis 1942)

Der 402 wies ein breites Modellspektrum auf. Auch Versionen mit bis zu acht Sitzplätzen wurden gebaut. Neben der Limousine gab es ein Cabriolet, ein Decouvrable (eine viersitzige Limousine mit Rolldach, das sich bis hinten öffnen lässt), Roadster, Klappdach-Cabrio, Kombi und sogar eine Camionette (eine Lastwagen-Variante).

Zu den besonders attraktiven Modellen der Baureihe gehört der 402 Eclipse, der mit seinem elektrisch versenkbaren Klappdach den Urahn der späteren CC-Modelle (wie 206 CC und 307 CC) von Peugeot darstellt.

Peugeot 402 (1935 bis 1942)
Peugeot 402 Andreau

Für Aufsehen sorgte auch der 1936 präsentierte 402 Andreau, der über eine aerodynamisch weiterentwickelte Karosserie mit einer zentralen Heckflosse verfügte. Überdies begründet der 402 die überaus erfolgreiche Tradition von Peugeot als Diesel-Hersteller: In dieser Baureihe testete Peugeot im Jahr 1938 erstmals den Einsatz von Dieselmotoren in einem Pkw.

In Serie ging der Dieselmotor im 402 aber nicht mehr, da der Krieg dazwischen kam. Der Peugeot 402 wurde von 1935 bis 1942 in einer Auflage von 75.000 Exemplaren gebaut. Vorgänger war der Peugeot 401. Einen direkten Nachfolger gab es für den 402 anfangs nicht. Erst 1955, also 13 Jahre nach Produktionseinstellung des 402, kam der Peugeot 403 auf den Markt.

Bildergalerie: Peugeot 402 (1935 bis 1942)