Die beiden XXL-Performance-SUVs kommen auch gleich als Competition und sie werden DRIFTEN!

Es ist schon ein wenig irritierend, was derzeit um uns herum so passiert. Auf der einen Seite ziehen wütende Horden durch Großstädte und verfluchen jeden, der ein Auto mit etwas mehr Bodenfreiheit besitzt. Auf der anderen Seite scheint der weltweite Hunger nach entsetzlich starken und viel zu schnellen Super-SUVs nach wie vor absolut unstillbar. Aktuellstes Beispiel gefällig? Sagen Sie Hallo zum neuen BMW X5 M und X6 M. Beide übrigens auch gleich als noch performantere und einschüchternde Competition-Versionen. Sie sind sehr groß, sie sind sehr schnell und sie kommen unaufhaltsam auf uns zu.

Angetrieben werden die Performance-Bomber vom 4,4-Liter-Biturbo-V8, den wir bereits aus dem M5 und dem neuen M8 kennen. 600 PS sind es im Standard-Trimm, 625 Pferde im Falle des Competition. Immer gleich: 750 Nm Drehmoment und eine wohl einmal mehr brutale, aber sehr feine Leistungsentfaltung.

Gekoppelt ist der Achtzylinder mit einer Achtgang-Automatik und einem M-Allradantrieb inklusive aktivem M-Differenzial. Warum schließlich auch nicht? Grob gesagt kennen wir den kompletten Antriebsstrang ebenfalls aus dem M5, der Allrad ist jedoch X-spezifisch abgestimmt und verfügt (Gott sei Dank?) nicht über einen reinen Hecktriebler-Modus. Von 0-100 km/h geht es in X5 M und X6 M in 3,9 Sekunden, die Comeptitions benötigen 3,8 Sekunden. Und falls Ihnen das noch nicht beängstigend genug erscheint: Die 0-200 km/h passieren je nach Modell in 13,7 (X5 M) bis 13,2 Sekunden (X6 M Competition). Falls Sie sich also mal unvermittelt mit Kind, Kegel und Fahrradträger auf einem Viertelmeilen-Kontest wiederfinden, geben Sie einfach Gummi, die Chancen stehen gut. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen übrigens bei 250 km/h, aber natürlich werden die meisten Kunden das M Drivers Pack ordern, damit sie 290 fahren können. Der Verbrauch liegt laut BMW bei 12,7 Liter.

Die Münchner versprechen nicht nur konstanten Schub bis in die höchsten Drehzahlbereiche, sondern auch eine straffe Anbindung des Antriebs an die Fahrzeugstruktur, die zu einem besonders spontanen Ansprechverhalten des Motors führen soll. Darüber hinaus soll sich die steife Kennlinie
der Motorlagerung positiv auf die Spontanität beim Einlenken und auf die Übertragung der Antriebsakustik in den Innenraum auswirken. 

X5 M und X6 M sind also nicht nur fürchterlich schnell, sondern lenken auch furios ein. Hervorragend. Kühl- und Ölsysteme wurden für die Rennstreckennutzung ausgelegt. Außerdem ist das Allradsystem laut BMW hecklastig ausgelegt. Wie üblich gibt es die Modi "4WD" und "4WD Sport". Letzterer leitet die Kraft noch konsequenter nach hinten, womit auch "kontrollierte Drifts" möglich sind. Was man eben so tut mit einem 2.385-Kilo- (X5) bezieungsweise 2.370-Kilo-(X6) SUV.

2020 BMW X5 M / Competition
2020 BMW X5 M / Competition
2020 BMW X6 M / Competition
2020 BMW X5 M / Competition
2020 BMW X6 M / Competition

Natürlich verfügen beide M-Schlachtschiffe auch über eine speziell angepasste Fahrwerkskinematik. Sie kriegen steifere Lager und Lenker, eine steifere Fahrwerksanbindung an die Karosserie, ein vorderes Schubfeld, diverse zusätzliche Verstrebungen im Vorder- und Hinterwagen sowie extreme Sturzwerte an der Vorderachse. Dazu kommen ein spezifisches M-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern sowie eine aktive Wankstabilisierung. Die Dämpfer sind in den Modi Comfort, Sport und Sport Plus einstellbar. Die M-Lenkung lässt sich zweistufig anpassen.

Größere M-Bremsen sind ebenfalls Teil des Pakets. An der Vorderachse kommen 6-Kolben-Sättel und 395er-Scheiben zum Einsatz, hinten sind es 1-Kolben-Sättel und 380er-Scheiben. Wie beim M8 kann man die Stopper nun ebenfalls in Comfort oder Sport stellen. Jawohl, auch den Anker wirft man jetzt adaptiv. Schuld ist ein neues integriertes Bremssystem mit elektrischem Aktuator. Es soll schneller Bremsdruck aufbauen und auch unter widrigen Bedingungen für ein geichbleibend gutes Pedalgefühl sorgen. Wir werden sehen, wie das in der Praxis funktioniert.

Wie alles an diesem M-Doppel sind auch die Räder übermächtig. X5 M und X6 M stehen auf 21-Zöllern, bei den Competitions kriegen Sie vorne 21- und hinten 22-Zoll-Walzen.

Bildergalerie: 2020 BMW X6 M und X6 M 2020

Was die Optik betrifft, überlassen wir das Urteil lieber Ihnen, verehrte Leser. Sie können das selber besser als wir.  Womöglich sehen Sie ja wie BMW einen "außergewöhnlich extrovertierter Auftritt,
der unangefochtene Dominanz und unerschütterliche Souveränität vermittelt." Dieser kommt unter anderem durch größere Lufteinlässe, spezielle M-Kiemen, neue Außenspiegel, ausgestellte Radhäuser und natürlich die vier runden 100-mm-Endrohre am Heck. Die Competition-Modelle erhalten zusätzlich schwarze Akzente an Niere, Schriftzügen, Auspuffblenden und Co.

Im Interieur warten spezielle Leder-Sportsitze (in den Competitions und sonst auf Wunsch auch zweifarbig) mit schicker Steppung, eine M-spezifische Mittelkonsole mit neuem Schalthebel und diversen Performance-Schaltern. Standesgemäßen Luxus kriegen Sie, wenn Sie wollen, mit schönen Dingen wie einem Alcantara-Dachhimmel, einem riesigen Panorama-Glasdach, beheiz- und kühlbaren Cupholdern oder einem sündteuren Bowers&Wilkins-Soundsystem.

Neu ist die Setup-Taste in der Mittelkonsole, mit der Sie im Infotainmentsystem alle Fahrdynamik-Einstellungen auf einem Menü-Bildschirm einstellen können. Diese sind dann auch auf den beiden roten M1- und M2-Tasten am Lenkrad speicherbar. Zusätzlich lassen sich über die neue M-Mode-Taste das Head-up-Display, das Instrumentendisplay oder der Umfang der Fahrerassistenzsysteme in den Modi Road, Sport und Track konfigurieren. 

Die neuen BMW X5 M, X6 M sowie die jeweiligen Competition-Varianten feiern ihr Publikumsdebüt auf der Los Angeles Auto Show im November. Marktstart ist im April 2020. Die Preise werden wohl bei etwa 125.000 Euro starten. Die Competition-Modelle dürften etwa 9.000 Euro teurer sein.

 

Quelle: BMW

Bildergalerie: BMW X5 M und X5 M Competition 2020