Kein anderes Auto ist schneller von 0 auf 400 und zurück

Vor etwa zwei Jahren brachte Juan Pablo Montoya den Bugatti Chiron in 41,96 Sekunden auf 400 km/h und zurück auf 0. Eine beeindruckende Leistung ohne Zweifel, aber es dauerte nicht lange, bis Koenigsegg den Rekord verbesserte, indem man die Aufgabe mit einem Agera RS nur wenige Wochen später in 36,44 Sekunden erledigte. Um die Wunde von Bugatti noch weiter zu salzen, verbesserte die Hypercar-Marke einen Monat später in Nevada ihren eigenen Rekord mit dem gleichen Modell, indem sie die Zeit auf 33,29 Sekunden reduzierte.

Nun, im September 2019 ist Koenigsegg wieder dabei. Auf dem Flugplatz Råda in Schweden schaffte es der Regera in den Händen des Werksfahrers Sonny Persson, den 0-400-0-Lauf in nur 31,49 Sekunden zu absolvieren und damit den eigenen Rekord nochmals um fast zwei Sekunden zu verbessern.

CEO und Gründer Christian von Koenigsegg kommentiert:

"Dies war eine gute Gelegenheit, die wahre Leistungsfähigkeit des einzigartigen Direktantriebsgetriebes des Regera zu demonstrieren. Da der Regera nur einen Gang hat, mussten wir ihn vom Stillstand bis zur Höchstgeschwindigkeit von 403 km/h (oder 250 mph), begrenzt durch die Drehzahl, nutzen.

Das Auto erreicht seine Höchstgeschwindigkeit, als gäbe es kein Morgen mehr, aber dann gibt es keine Gänge mehr. Das passt eigentlich zur Philosophie des Regera, nämlich: "Wer zuerst 400 km/h erreicht, gewinnt".

Im Vordergrund stehen Beschleunigung und Fahrbarkeit zwischen 0-400 km/h - nicht mehr und nicht weniger. Der Regera kann und wird in diesem Geschwindigkeitsbereich jederzeit stärker beschleunigen als jedes andere uns bekannte Serienfahrzeug."

Es ist erwähnenswert, dass es sich bei diesem speziellen Auto um ein vollständig homologiertes Serienfahrzeug handelt, dessen luxuriöse Ausstattung und Sitze noch intakt sind. Die einzigen Modifikationen waren ein Überrollkäfig und ein Vierpunktgurt für die Sicherheit des Fahrers.

Die Bedingungen waren perfekt - sonnig und fast windstill. Die 2.000 Meter lange Strecke war ein stillgelegter Militärflugplatz in 70 Meter Höhe. Um genügend Start- und Landebahn zu haben, nutzten wir einen sogenannten Taxiway als Startfläche, um eine zusätzliche Länge von zirka 300 Meter zu erhalten.

Da diese Start- und Landebahn normalerweise ungenutzt und ruhend ist, war die Oberfläche nicht gut für die Traktion. Außerdem war es nicht möglich, geradeaus zu fahren, da einige Unebenheiten vermieden werden mussten. Geringes Grip-Niveau, Ausweichen um Unebenheiten und allgemeine Unebenheiten nehmen den idealen Beschleunigungszeiten natürlich den Vorrang.

Trotz schwieriger Streckenverhältnisse brauchte der Regera nur 22,87 Sekunden, um auf 400 km/h über 1613,2 Meter zu beschleunigen. Die Verzögerung bis zum kontrollierten Stopp dauerte nur 8,62 Sekunden über eine Strecke von 435,26 Meter. Die Gesamtdistanz für 0-400-0 km/h betrug 2048,46 Meter. Bei besseren Bedingungen sollte eine Gesamtlänge von unter unglaublichen 2000 Meter mit dem Regera voll erreichbar sein.

Christian von Koenigsegg fährt fort:

"Wirklich beeindruckend ist, wie unglaublich der Regera bremst - 8,62 Sekunden von 400 km/h auf 0 km/h sind einfach unerhört. Es ist ein Beweis für die Balance, das Fahrwerk, die Aerodynamik und natürlich für die Konstruktion und den Bau der Koenigsegg-Bremssättel. Die geprüften Zahlen zeigen die Größe des Regera. Dennoch wissen wir, dass wir diese bereits beeindruckenden Zahlen auf einer Strecke mit besseren Bedingungen verbessern können."

Die Leistungsdaten für den Lauf wurden übrigens mit einem AiM EVO5 Datenlogger und AiM GPS08 sowie einer Racelogic VBOX 3i erfasst.

Es scheint noch mehr Interessantes in der Geschichte zu sein, denn wir hören Christian von Koenigsegg sagen, dass die Regera tatsächlich "ein paar neue Weltrekorde" gebrochen hat. Darüber hinaus erwähnt der Chef des Unternehmens, dass 400 km/h zwar eine "riesige Höchstgeschwindigkeit" sind, das Auto aber bereits "schnellere Höchstgeschwindigkeitswerte" erreicht hat.

Koenigsegg hat noch einen langen Weg vor sich, wenn es um den Titel des schnellsten Serienautos geht, denn der Bugatti Chiron Super Sport 300+ raste kürzlich auf 490,48 km/h. Das Fahrzeug war technisch gesehen ein Prototyp, aber ein serienmäßiges Auto wurde für eine limitierte Auflage von 30 Exemplaren bestätigt. Diese werden mit einem elektronischen Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer auf 440 km/h ausgestattet sein, obwohl Bugatti den Besitzern angedeutet hat, dass sie auf die Ehra-Lessien-Teststrecke des Volkswagen-Konzerns fahren und nach dem Entfernen des Begrenzers mit Vollgas fahren dürfen. Das Molsheimer Unternehmen ist zuversichtlich, dass der "Longtail"-Chiron unter optimalen Bedingungen schneller als 490 km/h fahren kann.