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Laden von E-Autos in privaten Tiefgaragen fast unmöglich
ADAC zeichnet ein desaströses Bild

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
7. Aug. 2019 um 12:02 Uhr
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Dem Elektroauto gehört die Zukunft: So wird es uns ständig von Politik und Wirtschaft gepredigt. Doch eine Untersuchung des Automobilclubs ADAC zeigt nun, wie drastisch Theorie und Praxis auseinanderklaffen. Fakt ist nämlich: Mieter in Mehrfamilienhäusern haben kaum eine Chance, ihr Elektroauto aufzuladen. Nur die wenigsten Tiefgaragen oder Parkflächen sind mit Steckdose oder Wallbox ausgestattet.
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Lediglich vier Prozent der untersuchten Objekte verfügen dem ADAC zufolge über einen Stromanschluss, nur die Hälfte davon wiederum über wenigstens eine Ladesäule beziehungsweise Wallbox. Hauptgrund für die mangelhafte Infrastruktur ist laut Aussage der Immobilienwirtschaft das nicht geäußerte Interesse seitens der Mieter und Eigentümer. Als weitere Gründe werden die hohen Kosten, technische Probleme und regulatorische Unsicherheiten genannt.
Fortschritte sind dabei auch kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten: Nur ein Viertel der befragten Unternehmen erwägt in den nächsten drei Jahren die Einrichtung von Lademöglichkeiten. Konkrete Pläne innerhalb eines Jahres verfolgen lediglich 13 Prozent. Der Blick in die Zukunft sieht kaum besser aus. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen geht in den nächsten drei Jahren von einem Ausbau der Ladeinfrastruktur in ihren Anlagen aus. Konkreter wird es bei 13 Prozent der Befragten: Sie planen, schon im kommenden Jahr aktiv zu werden.

Eine Ursache für die Zurückhaltung könnte die bauliche Situation in den Objekten sein. Denn in neun von zehn Tiefgaragen gibt es nicht einmal Leerrohre, durch die man Stromkabel problemlos verlegen könnte. Die Folge: Noch höhere Kosten.
Mitursächlich dürften zudem die hohen rechtlichen und regulatorischen Hindernisse bei der Installation von Wallboxen sein: So verlangt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG), dass bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum alle Miteigentümer zustimmen müssen. Ist nur einer dagegen, kommt der Ausbau nicht zustande. Mieter haben hierauf bis heute keinen Anspruch. Die Pläne der Bundesregierung zur Beschleunigung des Hochlaufs der Elektromobilität werden dadurch gebremst.

„Unter diesen Umständen wird es kaum gelingen, die Elektromobilität für alle Interessierten nutzbar zu machen“, kritisieren die ADAC Vizepräsidenten für Verkehr und Technik, Gerhard Hillebrand und Karsten Schulze. Für Verbraucher sei es essentiell, dass sie ihr Fahrzeug unkompliziert zu Hause laden können. Denn rund 60 Prozent der Ladevorgänge von Privatnutzern fänden zu Hause statt. „Es ist deshalb notwendig, die Installation von Ladeinfrastruktur in Bestandsimmobilien zu erleichtern und das Miet- und Wohneigentumsrecht anzupassen. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz sollte noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen“.
Für die Erhebung hat der ADAC die elf größten deutschen Städte ausgewählt: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Bremen, Dresden und Hannover. Insgesamt wurden 1.410 einschlägige Unternehmen nach der Anzahl der betreuten Objekte mit mehr als 10 Stellplätzen befragt. Davon unterhielten 310 Unternehmen mindestens ein Objekt dieser Größenordnung. Zusammen verwalten sie 4.815 Tiefgaragen oder Parkflächen.
Bildergalerie: ADAC E-Laden in privaten Tiefgaragen fast unmöglich

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