Schade nur: Elektroautos werden nicht im selben Maße billiger

Die Preise für Lithium-Ionen-Akkus sind in den letzten Jahren mit einer geradezu unglaublichen Geschwindigkeit gesunken, wie nun aus Daten des Nachrichtenportals Bloomberg.com hervorgeht. Danach sank der Preis für die Kilowattstunde Speicherkapazität seit 2010 um nicht weniger als 85 Prozent.

Nach einer Grafik der Nachrichtenseite betrug der Durchschnittspreis für eine kWh im Jahr 2010 noch 1.160 US-Dollar (derzeit 1.040 Euro). Im vergangenen Jahr 2018 waren es nur noch 176 Dollar oder knapp 160 Euro. Rechnet man dies auf die große 100-kWh-Batterie des Tesla Model S um, so war der Akku 2010 noch etwa 104.000 Euro wert, während er 2018 nur mehr 16.000 Euro kostet.

2017 machte das Beratungsunternehmen Horváth & Partners nach der Website Umweltdialog ähnliche Angaben: 2010 hätte ein Lithium-Ionen-Akku durchschnittlich noch bei 600 Euro gelegen, 2017 wären es nur noch 170 Euro. Der große Unterschied für das Jahr 2010 könnte auf Währungseffekte zurückgehen, denn wir haben nach heutigem Euro-Kurs umgerechnet und der Euro-Kurs schwankte 2010 stark zwischen 1,19 und 1,45 Dollar.

Doch auch wenn sich hier "nur" eine Preisreduktion von 71 Prozent ergibt, die Preise sanken auch nach diesen Daten deutlich. Und sie sollen weiter sinken: "Wir sind überzeugt, dass sich der Trend weiter fortsetzen wird und eine Kilowattstunde 2020 weniger als 100 Euro kosten wird", zitiert Umweltdialog den Studienleiter von Horváth & Partners, Oliver Greiner. 

Noch billiger wird es, wenn man den Hochrechnungen des Statistikportals Statista glaubt. Danach wird der Preis einer kWh im Jahr 2020 nur noch bei 84 Euro liegen. Basis für diese Extrapolation war der Preisrückgang von 2013 bis 2017.

Schade nur, dass Elektroautos nicht im gleichen Maße günstiger werden wie die Akkus: Waren Elektroautos 2010 noch über doppelt so teuer wie Fahrzeuge mit Verbrenner, so fiel der durchschnittliche Preisaufschlag bis 2017 nur um 45 Prozent. Das sagen jedenfalls die Daten von Horváth & Partners, die neben Elektroautos auch Brennstoffzellen- und Plug-in-Modelle enthalten. Nach unseren eigenen Daten kostete der BMW i3 (unser Bild) im Jahr 2013 knapp 35.000 Euro, derzeit sind 38.000 Euro zu zahlen. Das klingt nach deutlichem Preisaufschlag, doch 3.000 Euro sind nicht mal 9 Prozent. Und vor allem stieg die Akkukapazität in dieser Zeit von 22 auf 42 kWh. 

Quellen: Bloomberg.comUmweltdialogStatista