Die Skandinavier gehen den nächsten Sicherheits-Schritt und nehmen nun den Fahrer ins Visier

Volvo unternimmt einen drastischen Schritt, um die Sicherheit in seinen Fahrzeugen zu erhöhen. Ab 2020 werden alle neuen Fahrzeuge des schwedischen Herstellers ab Werk auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h begrenzt.

Wie der Autobauer erklärt, ist dieses Vorgehen Teil der Strategie Vision 2020, die zum Ziel hat, dass ab 2020 niemand mehr in einem Volvo getötet oder ernsthaft verletzt wird. Die Skandinavier bezeichnen ihre Strategie als "eines der ambitioniertesten Sicherheitsziele in der Automobilindustrie". Nun geht man einen Schritt weiter. Neben den immer fortschrittlicheren Sicherheits- und Assistenzsystemen richtet sich der Fokus künftig vermehrt auf das Verhalten des Fahrers. Zuletzt hatte Volvo bereits mit einer Meldung über im Auto verbaute Überwachungskameras polarisiert

Die Beschränkung auf 180 km/h sei nötig, sagt Volvo, da ab gewissen Geschwindigkeiten aktive und passive Sicherheitstechniken in den Fahrzeugen und eine smarte Infrastruktur nicht mehr ausreichen würden, um bei einem Unfall Schwerverletzte und Todesfälle zu vermeiden. Der Autohersteller schätzt, dass etwa 25 Prozent aller Todesfälle im Straßenverkehr im Zusammenhang mit überhöhter Geschwindigkeit stehen.

„Volvo gehört in Sachen Sicherheit zu den führenden Unternehmen: Das war schon immer so und es wird immer so bleiben“, sagt Volvo-CEO Håkan Samuelsson. „Durch unsere Forschungen wissen wir, wo die Haupthindernisse auf dem Weg zu unserem Ziel liegen, dass es zu keinen schweren Verletzungen oder gar Todesfällen in unseren Fahrzeugen mehr kommt. Ein allgemeines Tempolimit allein reicht nicht aus. Wir sollten vielmehr alles in unserer Macht stehende tun, selbst wenn wir dadurch nur ein einziges Menschenleben retten.“

Darüber hinaus untersuchen die Schweden weitere restriktive Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit auf der Straße. So zum Beispiel ein System, das mit einer eine Kombination aus intelligenter Geschwindigkeitskontrolle und Geofencing etwa zu einer automatischen Tempobegrenzung im Umfeld von Schulen oder Krankenhäusern führen könnte.

Als zwei weitere große Sicherheitsgefahren hat Volvo das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie die Ablenkung am Steuer, etwa durch Smartphones identifiziert. Am 20. März 2019 möchte man in Göteborg Pläne präsentieren, wie man auch diese Probleme in Angriff nehmen kann.

„Wir wollen eine Diskussion darüber starten, ob Automobilhersteller das Recht oder vielleicht sogar die Pflicht haben, Technik in ihren Autos zu installieren, die das Verhalten der Fahrer verändert und Fehlverhalten wie zu schnelles Fahren, Drogenkonsum oder Ablenkungen verhindert“, erläutert Håkan Samuelsson. „Wir haben noch keine endgültige Antwort auf diese Frage, glauben aber, dass wir selbst in dieser Diskussion eine Führungsrolle einnehmen und sogar Pionier sein sollten.“