An manchen Stellen der Strecke erreicht die Vette annähernd 1,5 g

Die Corvette ZR1 ist schnell. Damit erzählen wir Ihnen sicher nichts bahnbrechend Neues. Von der frühen C3 über die DOHC ZR-1 der 1990er bis zur Kompressor-aufgeladenen C6 oder dem aktuellen 765-PS-Monster ist jedes dieser Fahrzeuge in der Lage, seine Insassen mit äußerst seriösen G-Kräften zu malträtieren. Heutzutage haben Corvettes darüber hinaus haufenweise Sicherheitssysteme an Bord, die diverse Fahrzeugparameter aufzeichnen und automatisch einen Hilferuf an GMs OnStar-Service (kennen wir auch aus aktuellen Opel-Modellen) senden, sobald gewisse Parameter überschritten werden. Genau das ist nun den amerikanischen Kollegen des Automobile Magazin passiert, als sie kürzlich ein paar schnelle Runden auf der Rennstrecke gedreht haben. Drei Mal. Es gab dabei nur ein Problem - die Vette hatte keinen Unfall.

Das leicht absurde Schauspiel wurde zu unser aller Freude auf Video aufgezeichnet. Dabei hämmert eine gelbe ZR1 über den knapp fünf Kilometer langen Kurs des NCM Motosport Park in Kentucky. Am Steuer ist Andy Pilgrim, der für Automobile schreibt und ein erfolgreicher Profi-Rennfahrer ist (das Auto war also in guten Händen). Der erste Anruf erfolgt bei der Einfahrt in Kurve 1 als Pilgrim bei knapp 250 km/h hart in die Eisen geht. Er bleibt herrlich gelassen und erzählt dem OnStar-Mitarbeiter, dass alles gut ist und er sich auf einer Rennstrecke befindet.

Ein zweiter Anruf ereignet sich etwa eine Minute später. Wieder erklärt ein legendär entspannter Pilgrim (laut genug, um die brachiale Klanggewalt der ZR1 zu übertönen), dass alles in Ordnung ist. Man sei eben auf dem Track. Gerade nach Beendigung seiner Runde kommt es zu einem dritten Anruf. Beim Ausrollen hat der gute Herr Pilgrim etwas mehr Muse und verrät einem neuen Mitarbeiter sehr höflich, das alles gut sei und dass die Corvette eben einfach so irre sei. Chevrolet hatte offenbar keine Erklärung dafür, dass die ZR1 wieder und wieder den Notruf auslöste. Zur Verteidigung von OnStar sei aber erwähnt, dass das Auto an einem Punkt auf der Strecke Querkräfte von 1,44 g aufbaute.

Chevrolet teilte ebenfalls mit, dass man das erste Mal davon hörte, dass OnStar eine ZR1 angerufen habe, ohne dass es einen Crash gab. Wir wollen den GM-Herrschaften nicht Unrecht tun, aber nach einer kleinen YouTube-Recherche findet man schon ein paar Videos - meistens haben die PS-Protze von Hennessey Performance ihre Finger im Spiel -, wo harte Starts oder sehr schnell gefahrene Kurven für einen OnStar-Anruf sorgen. 

Es ist schon verrückt, was die Verbindung aus immer noch brachialerer Performance und aktuellen Sicherheitssystemen für absurd lustige Geschichten schreibt. 

Quellen: Automobile Magazine, Automobile Magazine via YouTube