Der Zweitürer erhält etliche Goodies aus dem Viertürer. Und eine noch heißere GT R Pro Version

Vier Jahre nach dem Start des Mercedes-AMG GT debütiert nun in Los Angeles eine überarbeitete Version des zweitürigen Sportwagen -- betroffen sind Coupé und Roadster. Außerdem startet ein rennstreckenorientiertes Sondermodell namens GT R Pro.

Wie das GT 4-Türer Coupé erhält nun auch der Zweitürers eine 12,3 Zoll große Instrumentenanzeige sowie ein 10,3-Zoll-Display in der Mittelkonsole. Das Kombiinstrument bietet ein neues Bildschirmdesign mit den drei AMG-spezifischen Anzeigestilen "Classic", "Sporty" oder "Supersport". Im Supersport-Modus sind auch eine Vielzahl zusätzlicher Informationen abrufbar wie eine Aufforderung, im manuellen Modus hochzuschalten. Auch eine G-Force-Anzeige oder die aktuellen Leistungs- und Drehmomentwerte lassen sich einblenden.

Außerdem bekommt der Zweitürer die farbigen Display-Tasten aus dem Viertürer. Sie integrieren die Anzeige und Steuerung von Elementen wie Getriebe, Fahrwerk, ESP, Abgasanlage und Heckspoiler. Dazu kommen Wippschalter für die Fahrprogramme und die Lautstärkeregelung.

2020 Mercedes-AMG GT
2020 Mercedes-AMG GT

Der Zweitürer bekommt auch das AMG-Performance-Lenkrad aus dem viertürigen AMG GT. Das unten abgeflachte Lenkrad hat je nach Motorvariante andere Überzüge. Mit den integrierten Touch Control-Tasten können die Funktionen des Displays gesteuert werden. Dazu kommen noch "AMG-Lenkradtasten" unter den Lenkradspeichen, mit denen sich die AMG-Antriebsprogramme aktivieren lassen. Die gewählte Einstellung wird auf dem LCD-Farbdisplay angezeigt, das direkt in die Steuerung integriert ist. Außerdem gibt es zwei frei konfigurierbare Display-Tasten.

Ein "virtueller Renningenieur" fährt ebenfalls mit. Er heißt AMG Track Pace und gehört zum Infotainmentsystem Comand. Das System erfasst Rennstrecken-Daten. Wenn man die Funktion aktiviert, werden auf einer Rennstrecke zehnmal pro Sekunde mehr als 80 Daten (wie Geschwindigkeit, Beschleunigung und dergleichen) aufgezeichnet. Darüber hinaus werden Rundenzeiten sowie die jeweilige Differenz zu einer Referenzzeit angezeigt. Da bestimmte Anzeigeelemente in grün oder rot angezeigt werden, kann der Fahrer auf einen Blick sehen, ohne Zahlen zu lesen, ob sie momentan schneller oder langsamer sind als die beste Zeit. Der Assistent erkennt sogar, wann die Rennstrecke verlassen wurde. Dies geschieht mit GPS-Daten sowie den im Fahrzeug verfügbaren Sensoren (Beschleunigung, Gyroskop, Lenkwinkel, Raddrehzahlen). Bekannte Rennstrecken wie zum Beispiel der Nürburgring oder Spa Francorchamps sind bereits gespeichert. Weitere Rennstrecken kann man zusätzlich aufnehmen.

Außerdem ist die Fahrdynamikregelung "AMG Dynamics" an Bord. Sie erweitert die Funktionen des ESP um eine Steuerung der Kraftverteilung an der Hinterachse und eine Steuerung des Lenkverhaltens. AMG Dynamics soll so die Querdynamik optimieren. Besonders bemerkenswert: Das System berechnet auch voraus, wie das Fahrzeug reagieren wird. Dazu verwendet das System die verfügbaren Sensoren, die beispielsweise die Geschwindigkeit, den Lenkwinkel oder die Giergeschwindigkeit erfassen. Darauf basierend und auf der Grundlage der Fahrer-Aktionen lässt sich sozusagen die Zukunft vorhersehen. Das System kann so schon vorbeugend eingreifen. Die AMG-Dynamics-Modi heißen "Basic", "Advanced", "Pro" und "Master". "Basic" ist den Fahrprogrammen "Slippery" und "Comfort" zugeordnet. Hier wird der Akzent auf die Fahrstabilität und hohe Gierdämpfung gelegt. "Advanced" ist im Programm "Sport" aktiviert. Der AMG GT reagiert dann neutral. Die geringere Gierdämpfung, der kleinere Lenkwinkel und die verbesserte Agilität unterstützen dynamische Manöver. „Pro“ ist Teil des Programms „Sport +“. Dabei erhält der Fahrer noch mehr Unterstützung bei dynamischen Fahrmanövern. „Master“ (nur für GT C und GT R verfügbar) ist mit dem Race-Fahrprogramm verbunden und auf die Rennstrecke ausgerichtet.

2020 Mercedes-AMG GT
2020 Mercedes-AMG GT
2020 Mercedes-AMG GT

Ebenfalls speziell für die Rennstrecke gedacht ist das neue Sondermodell AMG GT R Pro. Die Leichtbauweise, ein neues Fahrwerk und die aerodynamische Feinabstimmung führen zu mehr Abtrieb. Leichte Räder sollen zu einer verbesserten Fahrdynamik beitragen. Das Setup lässt sich besser an die Rennstrecke anpassen. So kann hier nicht nur die Federvorspannung mechanisch eingestellt werden, sondern auch die Dämpfer in Zug- und Druckstufe. Dies geschieht schnell und ohne Werkzeug am Dämpfer -- über ein Klicksystem mit integrierter Einstellscheibe. Zudem kann die Kompressionsrate für schnelle und langsame Bewegungen separat eingestellt werden. Zum Motor sagt Mercedes kein Sterbenswörtchen. Offenbar handelt es sich aber um das gleiche Aggregat wie im normalen GT R: einen 585 PS starken Twinturbo-V8.

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT Facelift (2020)