Mach Platz, Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio. Es gibt einen neuen Herrn des Rings.

Mercedes sagte einmal, dass man nicht daran interessiert sei, am Nürburgring Rekorde aufzustellen. Und zwar vor gar nicht allzu langer Zeit. Es war im Mai 2018, als AMG-Chef Tobias Moers sagte, die einzige Ausnahme, zu der sie bereit wären, wäre den One, das hauseigene Hypercar. Nun, sie müssen seit damals einen Sinneswandel durchgemacht haben, wenn man bedenkt, dass der GT 63 S vor etwa einem Monat in der Grünen Hölle zum schnellsten viersitzigen Fahrzeug gekrönt wurde. Jetzt haben die Affalterbacher einen weiteren Rekord geknackt.

Der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio jagte 2017 in 7.51,7 Minuten über die Nordschleife und krönte sich zum schnellsten Serien-SUV am Ring. Der GLC 63 S von Mercedes-AMG hat jetzt eine Runde der 20,8 Kilometer langen Nordschleife in notariell beglaubigten 7.49,369 Minuten absolviert. Am Steuer saß Mercedes-AMG-Entwicklungsingenieur Markus Hofbauer, der schon im ersten Versuch dem Stelvio zwei Sekunden abnehmen konnte.

Beide SUVs weisen mit 510 PS die gleiche Leistung auf. Aber während der GLC 63 S über einen feisten 4,0-Liter-V8-Twin-Turbo-Motor verfügt, setzt der Stelvio Q auf einen kleineren 2,9-Liter-V6, ebenfalls mit Biturbo. Beim Drehmoment gibt es einen großen Unterschied zwischen den beiden: 700 Newtonmeter beim Mercedes, während der Alfa mit „nur“ 600 Nm auskommen muss.

Ob die Welt wirklich darauf gewartet hat, was das schnellste Nordschleifen-SUV ist? Wohl eher weniger, aber nun dürften weitere Hersteller auf den Zug aufspringen. Es ist leicht vorstellbar, dass Lamborghini versucht, mit dem Urus einen neuen Rekord aufzustellen, während Porsche es mit dem zukünftigen Cayenne Turbo S E-Hybrid versuchen könnte. Allerdings kann das Ganze auch ins Absurde gleiten: Skoda preist den Kodiaq RS als Rekordhalter für das schnellste siebensitzige SUV auf dem Ring.

Quelle: Mercedes-Benz