Jaguar schickt irren F-Pace SVR ins Performance-SUV-Rennen

Hier kommt der neueste Beweis für den SUV-Wahnsinn, der die Welt überfallen hat. Auf der New York Auto Show 2018 (28. März bis 9. April) präsentiert Jaguar seinen neuen F-Pace SVR. Ein SUV mit 5,0-Liter-Kompressor-V8, 550 PS und 680 Newtonmeter Drehmoment. Und die Briten wissen, dass die Menschen ihnen das Trumm nur so aus den Schauräumen reißen werden. Schließlich kommen sie mit der Produktion des noch absurderen, 575 PS starken Range Rover Sport SVR schon kaum noch nach. Für eine Asphalt-vernichtende Sport-Variante scheint der F-Pace ohnehin der exakt richtige Kandidat zu sein. 132.000 Stück hat man bisher verkauft. Knapp 40 Prozent aller neu zugelassenen Jaguars haben ein F-Pace-Logo. Wenn Sie so wollen, ist er der Retter des Unternehmens. Und weil irritierend schnelle Performance-SUVs – warum auch immer – gerade schrecklich im Trend liegen, passt das mit dem neuen F-Pace SVR alles sehr gut zusammen.

283 km/h Spitze
Verantwortlich für den Potenz-Pace zeichnet Jaguar Land Rovers umtriebige Spezialabteilung „Special Vehicle Operations“ (SVO). Verglichen mit dem bisher stärksten F-Pace, dem 380 PS starken S-Modell mit V6, leistet der SVR stolze 45 Prozent mehr. Von 0-100 km/h geht es in 4,3 Sekunden. Da merkt man die gut zwei Tonnen Gewicht. Denn obwohl der Wert beängstigend niedrig ist, sind die Konkurrenten Mercedes-AMG GLC 63 S und Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio – trotz je 40 PS weniger – eine halbe Sekunde schneller. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 283 km/h allerdings voll im Soll. Damit das Masse-Geschwindigkeits-Absurdum kein böses Ende nimmt, verbaut Jaguar beim F-Pace SVR monumentale, zweiteilige Bremsen mit 395er-Scheiben vorne und 396er-Scheiben hinten.

Erstaunlich dezent
Ansonsten sieht der Super-F-Pace allerdings erstaunlich zivil aus für einen 550-PS-Sport-Schrank. Zu den aerodynamischen Modifikationen zählen größere Lufteinlässe in der Frontschürze, Öffnungen in den vorderen Radhäusern, neue Luftschlitze in der Motorhaube, Kotflügelverbreiterungen, ein größerer Dachspoiler und eine neue Heckschürze, die den nunmehr vier Auspuffendrohren ein Zuhause bietet. Klingt nach viel Proporz, sieht auf den Bildern aber wirklich eher dezent aus.

Etwas straffer
Die Anpassungen des Fahrwerks bestehen aus steiferen Federn (vorne 30, hinten zehn Prozent) und modifizierten Querstabilisatoren. Letztere sollen die Rollneigung der Karosserie um fünf Prozent minimieren. Außerdem gibt es neue 21- oder 22-Zöller, die hinten um ein Zoll breiter sind als vorne. Die 22-Zöller sind geschmiedet und wiegen pro Stück etwa zwei Kilo weniger als bisher.

Es dürfte laut werden
Vernünftig klingen sollte der F-Pace SVR auch. Nicht nur, weil V8-Jaguars immer einen göttlichen Lärm machen, nein: Die Titan-Anlage mit aktiver Klappe kommt aus dem F-Type SVR und der röhrt wie kaum etwas anderes auf dem Markt. Außerdem ist sie aus Titan und verringert das Fahrzeuggewicht um immerhin 6,6 Kilo. Ein weiteres SVR-Schmankerl ist das elektronische Hinterachs-Differenzial. Das erste in einem F-Pace, wohlgemerkt. Außerdem wurden die adaptiven Dämpfer, die Lenkung, das Torque Vectoring und die Fahrmodi mit spezieller SVR-Software auf Attacke getrimmt.

Neue Sportsitze
Innen erwarten den (hoffentlich grazil gebauten) F-Pace-SVR-Piloten „schlanke Performance-Sitze“ mit Rauten-Muster. Auch die Rückbank ist stärker konturiert. Das Ganze in vier verschiedenen Farb-Varianten. Dazu kommen ein spezielles Sportlenkrad mit Alu-Schaltpaddles sowie ein richtiger Gangwahlhebel statt des üblichen Drehrädchens. Für den Familienfrieden sorgen der gewohnt riesige F-Pace-Kofferraum mit mindestens 650 Liter Volumen, ein 4G-Wifi-Hotspot sowie serienmäßig das volle Infotainmentprogramm mit Zehn-Zoll-Navi und 12,3-Zoll-Instrumentendisplay. Zu Marktstart und Preis des F-Pace SVR hat sich Jaguar noch nicht geäußert.

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