911-Baureihenleiter Achleitner zur Zukunft der Ikone

Praktisch jede Automarke hat ihre Ikone, bei deren Weiterentwicklung Fingerspitzengefühl gefragt ist. Auch Porsche hat schon erleben müssen, wie die Fans des 911 auf die Barrikaden ging, als dessen Ende drohte. Oder als die 996-Generation mit Spiegelei-Lampen und Wasserkühlung schockte. Umso behutsamer geht man derzeit bei der Baureihe 992 vor, dem nächsten 911, der 2019 auf den Markt kommt. Jetzt gibt es erste offizielle Fotos und einige Aussagen von Baureihenchef August Achleitner.

Stets der beste 911 aller Zeiten
Soviel steht beim Blick auf den noch getarnten 992 fest: Die ganz große Revolution bleibt optisch aus, hier wird das bestehende Design weiterentwickelt. Wir erwarten andere Stoßfänger, sehr schmale LED-Rückleuchten und ein stark digitalisiertes Cockpit innen. Doch hören wir einmal zu, was Achleitner, der Vater mehrerer 911-Baureihen, dem Porsche-Kundenmagazin „Christophorus“ gesagt hat: „Wir wissen, wo wir herkommen und wohin wir wollen. Entscheidend ist, dass der 911 ein Fahrgefühl bietet, das kein anderes Auto vermitteln kann“, so Achleitner. Und weiter: „Auch der neue 911 wird wieder der beste Elfer aller Zeiten.“

Wie viel Neues darf sein?
Allerdings weiß natürlich auch Achleitner, welche Trends derzeit die Autoindustrie umtreiben, etwa Digitalisierung, Elektrifizierung und Konnektivität. Aber er geht die Dinge besonnen an: „Bei jeder Innovation ist für mich das entscheidende Kriterium, ob sie zum Charakter des 911 passt. Wir müssen mit dem 911 in dieser Beziehung nicht unbedingt die Ersten sein. Entscheidend ist vielmehr, dass jede Neuerung in einer für Porsche typischen Ausprägung angeboten wird“, findet Achleitner. Assistenzsysteme ja, wenn sie zum 911 passen, autonomes Fahren kommt für ihn aber nicht in die Tüte: „Deshalb wird ein Porsche 911 immer ein Lenkrad haben.“ Außerdem werde laut Achleitner der 911 eines der letzten Autos sein, das autonom fährt.

Der 992 kommt nicht rein elektrisch
Und ein Elektroantrieb im Porsche 911? Das möchte Achleitner inzwischen nicht mehr kategorisch ausschließen. Der 992 trete aber definitiv nicht als Elektrosportwagen an, so Achleitner. Irgendwann später könne das aber durchaus eine Option sein. Angefixt habe ihn eine Fahrt im Prototyp des kommenden elektrischen Mission E. Warten wir also ab, was der 992 zu bieten hat. Ganz elektrisch wird er also nicht. Aber eventuell ein Mildhybrid mit 48-Volt-Bordnetz? Oder gar eine Version mit Plug-in-Hybrid? Darüber sagt Achleitner nichts, man werde aber auch in Zukunft „über grundlegende Neuerungen“ nachdenken.

(Quelle: Porsche Newsroom)

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