Giugiaro stellt spektakuläre Verfremdung der US-Auto-Ikone auf die Räder

Besessenheit – das ist wohl eine treffende Umschreibung für das Verhältnis der US-Tuning-Szene zum Ford Mustang. Zumindest wer sich im November 2006 in Las Vegas auf der SEMA-Show umsah, musste zwangsweise diesen Eindruck gewinnen. Neben zahlreichen liebevoll restaurierten Ur-Mustangs gab es unzählige Leistungssteigerungs-Kits und Veredelungs-Vorschläge für die aktuelle Generation zu bestaunen. Sogar Ford selbst hat sich mit mehreren individualisierten Varianten auf der Tuner-Messe präsentiert.

Giugiaros Edel-Hengst
Bereits wenige Wochen später stellte Ford diesen Mustang-Reigen in Vegas zwar nicht durch Masse, dafür aber durch Klasse in den Schatten. Eine auf den Namen Giugiaro Mustang getaufte Sport-Luxus-Variante im exklusiven Designer-Dress wurde zum großen Hingucker auf dem Ford-Stand der Los Angeles Auto Show im Dezember 2006. Wie der Name bereits vermuten lässt, zeichnet kein Geringerer als Giorgetto Giugiaro zusammen mit seinem Sohn Fabrizio verantwortlich für diese sehenswerte Italo-Interpretation.

Edler und kraftvoller
Bereits mit der in jüngster Zeit besonders angesagten Concept-Car-Modefarbe Orange unterstreicht die Mustang-Interpretation ihre Haute-Couture-Ambitionen. Darüber hinaus hat das stark modifizierte Blechkleid kaum noch Gemeinsamkeiten mit der Basis. Giugiaros Eingriffe sorgen für eine stärker betonte Coupéform, die das Auto kraftvoller und eleganter wirken lässt. Stark ausgeformt sind vor allem die hinteren Kotflügel, die mit einem kräftigen Schwung bis hoch ins kleine Dreieckfenster verlaufen.

Nach oben öffnende Flügeltüren
Die Seitentüren zieren zwei besonders deutliche ausgearbeitete, scharfe Lichtkanten. Im Blech der nach oben öffnenden Flügeltüren fehlt der klassische Griff. Dieser wanderte geschickt versteckt in die Türschulter. Die Außenspiegel wurden zudem im Miniformat ausgeführt. Insgesamt wurde die Karosserie um einige Zentimeter verbreitert und macht zusammen mit wuchtigen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie der Fahrwerkstieferlegung einen kompakteren wie muskulöseren Eindruck als der normale Mustang.

Riesiges Glasdach
Ein besonders beeindruckender Blickfang ist zudem das Heck. Auffällig sind die dreiteiligen Leuchten und zwei in die Schürze integrierte, trapezförmige Auspuffendrohre. Die Heckansicht wird zudem vom riesigen Glas-Panorama-Dach geprägt. Diese Lösung sorgt für reichlich Licht im aufgewerteten Innenraum. Dort dominiert die Farbe Braun in hellen und dunkleren Tönen. Viel Chrom und Klavierlack-Oberflächen werten das Interieur auf. Die vier Einzelsitze sind zudem mit naturbelassener Kuhhaut bezogen.

500 Wild-Pferde unter der Haube
Diese Kuhhaut wird übrigens von mächtig vielen Pferden beschleunigt. Unter der langen Motorhaube kommt der 4,6-Liter-V8-Motor des Mustang GT zum Einsatz. Dank Kompressoraufladung und Ladeluftkühlung soll das Aggregat mächtige 500 PS leisten. Ein großer Aluminium-Kühler hält das Triebwerk auf angemessener Betriebstemperatur. Angepasst an die höhere Leistung wurde zudem die Bremsanlage.
(mh)

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