Die Legende kehrt zurück: Ford legt das Sondermodell ,Bullitt" neu auf

San Francisco 1968: Steve McQueen jagt zwei namenlose Killer durch die Straßen der Metropole an der Bay, aus der Stadt heraus und schließlich mitten in eine Tankstelle hinein. Die haarsträubende Verfolgungsjagd aus Peter Yates' Krimi-Klassiker ,Bullitt" ist noch heute das filmische Urmeter, an dem sich alle andere Jagdszenen messen lassen müssen. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass Bandito (McQueen) in vielen Szenen offensichtlich selbst am Steuer sitzt und zum anderen an den beiden eigentlichen Hauptdarstellern: den Autos. Mit dem Dodge Charger R/T und dem Ford Mustang GT 390 wählten die Macher aus Hollywood nicht nur zwei höllisch schnelle, sondern auch verdammt coole Schlitten für die Verfolgungsjagd aus.

The King of Cool
Erstaunlich, dass Ford bis zum Jahr 2001 brauchte, um aus dem legendären Filmauftritt Kapital zu schlagen. Damals gab's den ersten und bisher einzigen Bullitt-Mustang, den man ab Werk ordern konnte. Jetzt allerdings lässt Ford den großen Namen auch für den neuen V8-Hengst wieder auferstehen. Wie sein Vorbild von 1968 kommt der Bullitt von 2008 standardmäßig in ,Dark Highland Green" daher – Banausen oder Farbenblinde dürfen ihn alternativ in Schwarz ordern. Ebenfalls als Hommage an den Kinofilm gedacht: Der Bullitt-Mustang trägt an der Karosserie keinerlei Abzeichen oder Herstellerlogos. Die nämlich wurden 1968 vom Filmauto entfernt – wohl weniger aus Gründen der Coolness, sondern weil Product-Placement-Deals damals etwas weniger offensichtlich als heute abliefen.

Performance muss sein!
Cooler Look hin oder her: Ein Bullitt muss gehen! Aus diesem Grund statten die Ford-Mannen das Sondermodell mit einem leicht erstarkten V8 mit 315 statt 300 PS aus. Damit soll das heiße Coupé eine Höchstgeschwindigkeit von gut 240 km/h erreichen. Zusätzlich gibt's die Mustang-typische hintere Starrachse mit Sperrdifferenzial und einer kürzeren Übersetzung, damit der Bullitt beim Burn-Out an der Ampel schneller aus dem Quark kommt. Außerdem ist der grüne Flitzer mit einem sportlicheren Fahrwerk inklusive vorderer Domstrebe, Rennbremsbelägen und den typischen 18-Zoll-Felgen unterwegs, die dasselbe Design wie die Räder an McQueens Wagen aufweisen.

Stimmgewaltig
Den größten Gag heben wir uns für den Schluss auf: Wie beim Vorgänger – dem Bullitt Mustang von 2001 – haben es sich die Techniker auch diesmal nicht nehmen lassen, dem Ford eine eigene Abgasanlage zu verpassen. Dabei geht es einerseits natürlich um Leistung, andererseits aber haben die Sounddesigner von Ford die Auspuffnote des Bullitt solange gestimmt, bis der 2008er Wagen ein ähnlich anregendes V8-Brüllen aus seiner zweiflutigen Anlage entlässt wie das Vorbild von 1968. Kleiner Schönheitsfehler: Regisseur Peter Yates waren die Original-Geräusche des 68er Mustang seinerzeit nicht spektakulär genug. Daher überspielte er das Motorengebrüll des GT 390 mit Aufnahmen eines reinrassigen V8-Rennmotors.

Undercover-Arbeitsplatz
Auch der Innenraum des Ford soll einen eigenständigen Look erhalten. Auffälligste Kennzeichen: Das Armaturenbrett im Engine-Spin-Look, der massive Alu-Schaltknauf und der – etwas aufgesetzt und kindisch wirkende – Schriftzug auf der Lenkradnabe: Schließlich stand auf Steve McQueens Volant ja auch nicht ,Bullitt" in übergroßen Lettern geschrieben. Solche geschmacklichen Spitzfindigkeiten können uns Mitteleuropäern aber so oder so egal sein, denn schließlich wird auch der Bullitt-Mustang (offiziell) nur in den USA und Kanada verkauft. Dort wird er Anfang 2008 für geradezu lächerliche 31.075 Dollar in den Handel kommen. Nach 7.700 Exemplaren soll Schluss sein mit dem Sondermodell. Deutsche Mustang- und McQueen-Fans müssen sich vertrauensvoll an einen der zahlreichen Grau-Importeure wenden, zum Beispiel unter www.USCars24.de.

Ford: Neuer Bullitt-Mustang