AdBlue-Abgasreinigung für A4 und Q7, Hybridtechnologie im A6-Prototyp

Im Rahmen der Michelin Challenge Bibendum, einer der weltweit führenden Veranstaltungen für nachhaltige Mobilität, die in diesem Jahr in Schanghai stattfindet, hat Audi seine ambitionierten Umweltziele vorgestellt. Bis zum Jahr 2012 möchte die Marke den CO2-Ausstoß ihrer Modelle um rund 20 Prozent reduzieren und zugleich das ,sportlich-hochwertige Profil" weiter schärfen.

Bluetec von Audi: Das ultra low emission system
So gut wie serienreif ist die von Audi als ,ultra low emission system" bezeichnete Technik. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich jedoch nichts anderes als die bereits von Mercedes bekannte Bluetec-Technik. Verschiedene Maßnahmen am Motor optimieren die Verbrennung und damit die Rohemissionen. Ein Reinigungssystem im Abgasstrang reduziert die Emission an Stickoxiden um bis zu 90 Prozent. Als erste Modellreihen werden ab 2008 die Audi-Modelle A4 und Q7, die den Dreiliter-TDI besitzen, mit dem neuen System ausgerüstet. Der Verkauf startet zeitgleich in Europa und den USA.

Die Reinhaltungsmaßnahmen im Detail
Um den bekannten Diesel noch sauberer zu machen, haben die Audi-Ingenieure mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert: Ein neues Common-Rail-System mit Piezo-Injektoren bringt es auf einen Einspritzdruck von 2.000 bar. Gemeinsam mit einer Abgasrückführung und optimierter Aufladung werden so deutlich gesenkte Rohemissionen erreicht. Weltweit erstmalig setzt Audi überdies Brennraumsensoren ein, die eine noch präzisere Regelung der Verbrennungsvorgänge im Motor ermöglichen. Hauptbestandteil des Sauber-Diesels ist das eigentliche ,ultra low emission system", welches die Stickoxidemissionen um bis zu 90 Prozent reduziert. Das umfassende Abgasreinigungssystem besteht aus einem Katalysator mit zusätzlichem Oxidationskatalysator, einem Dieselpartikelfilter, Dosiermodul, AdBlue-Tank, beheizten Leitungen und einer Regelsensorik. AdBlue, eine biologisch abbaubare Zusatzlösung auf Harnstoffbasis, wird am stromabwärts angeordneten Katalysator genutzt, um die Stickoxide in Stickstoff und Wasser zu verwandeln. Der Drei-Liter-TDI leistet in beiden Modellen jeweils 240 PS. Bis zum Jahr 2010 will Audi die neue Technologie für weitere Fahrzeuge und Motoren anbieten.

Das AdBlue-Tanksystem
Obwohl in einzelnen Bereichen der Kraftstofftank zugunsten des AdBlue-Tanks verändert werden musste, konnte durch eine verbesserte Ausnutzung anderer Bauräume beim Audi Q7 das Füllvolumen von 100 Liter beibehalten werden. Das AdBlue-Vorratsvolumen von ca. 22,5 Liter teilt sich auf zwei Behälter auf: In den Aktivtank im Bereich unmittelbar unterhalb des Tankstutzens mit 7 Liter und den Passivtank mit 15,5 Liter im Unterbodenbereich.
Dabei wird das AdBlue aus dem Aktivtank mit Hilfe einer Pumpe mit 5 bar Druck zum Dosiermodul an der Abgasanlage gefördert. Der Passivtank stellt das Vorratsvolumen bereit. Eine Transferpumpe füllt daraus bei Bedarf den Aktivbehälter auf. Die Befüllung sowohl des Kraftstofftanks als auch der AdBlue-Behälter erfolgt über die Tankklappe. Fahrzeuge mit ultra low emission system sind daher auch am neuen, zusätzlichen Einfüllstutzen unter der Tankklappe zu erkennen. AdBlue hat einen Gefrierpunkt von -11°C. Für den Betrieb in extremer Kälte ist daher eine teilweise Beheizung des AdBlue-Tanksystems notwendig. Sowohl der Aktivtank wie auch die Dosierleitung und die Dosierpumpe werden dann automatisch beheizt.

Neue Hybrid-Technologie im Audi A6-Prototyp
Außerdem präsentierte Audi in Schanghai einen A6 Avant 2.7 TDI als Prototyp für ein intelligentes Energiemanagement. Zu diesem Zweck besitzt er zwei Bausteine: Zum einen wandelt das Fahrzeug die Bewegungsenergie beim Bremsen und Ausrollen in elektrische Energie um und speichert sie in so genannten Supercaps. Dabei handelt es sich um Doppelschicht-Kondensatoren, die eine sehr große Energiedichte aufweisen. Zum anderen schaltet ein Start-Stopp-System den Motor an der Ampel ab. Durch diese Maßnahmen soll der 180 PS starke V6-Diesel im A6 Avant durchschnittlich 5,8 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Axel Strotbek, Audi-Vorstandsmitglied, ist sich sicher: ,Wir werden mit unseren TDI- und TFSI-Motoren, mit optimierten Fahrzeugarchitekturen und mit Hybridmodulen jeweils die Lösung anbieten, die hohen Fahrspaß mit niedrigem Verbrauch verbindet."

Bildergalerie: Sauber-Diesel von Audi