Weltpremiere: Land Rover Freelander mit Diesel- und E-Motor
Dieselhybrid mit Parallelkonzept soll sich für Zwei- und Allradantrieb eignen
Hinterachs-Elektroantrieb ERAD
Es handelt sich um ein Vollhybridsystem, das heißt, das Auto kann auch allein mit Elektrokraft angetrieben werden. Die Elektrokomponente wird von dem Hinterachs-Elektroantrieb ERAD (Electric Rear Axle Drive) übernommen, den Land Rover neu entwickelt hat. Er besteht aus einem 300-Volt-Motor, der 34 PS (25 kW) Dauerleistung und Leistungsspitzen von bis zu 48 PS (35 kW) bringt. Das maximale Drehmoment beträgt 200 Newtonmeter. Wie bei Elektrotriebwerken üblich, liegt es sofort beim Start des Motors an. Der von Land Rover neu entwickelte ERAD ermöglicht sowohl den Allradantrieb, als auch den Antrieb nur einer Achse, je nachdem wie viel Traktion für die jeweilige Fahrsituation benötigt wird. Dass das System dennoch die Hinterachse im Namen trägt, liegt an seiner Lage in der Nähe der Hinterachse.
"Terrain Response" weiter entwickelt
Das Parallelhybridsystem harmoniert jedenfalls laut Hersteller sowohl mit Allrad- als auch Zweiradantrieb. Wie bei allen parallelen Hybridlösungen sorgt auch hier entweder ein Elektromotor oder der Diesel für Vortrieb – oder auch eine Kombination aus beiden Aggregaten. Der Diesel-Hybridantrieb wird mit einer Weiterentwicklung des Terrain-Response-Systems von Land Rover gekoppelt. In den Prototypen stehen fünf Terrain-Response-Programme zur Verfügung: ,Eco" als Standardmodus im Zweiradbetrieb, ,Dynamic" in Zwei- oder Vierradbetrieb sowie ,Gras/Schotter/Schnee", ,Schlamm" und ,Sand" jeweils im Vierradbetrieb. In allen Modi entscheidet die Steuerung selbsttätig über den besten Antriebsmix zwischen Diesel und E-Motor sowie über Zwei- oder Vierradantrieb.
Kurbelwellen-Starter-Generator mit Doppelfunktion
Ein weiteres Schlüsselelement des Hybridantriebs ist der "Integrierte Kurbelwellen-Starter-Generator" CISG (Crankshaft Integrated Starter Generator). Er fungiert auch als Anlasser für den Vierzylinder-Dieselmotor. Da er das Aggregat in gerade einmal 400 Millisekunden starten kann, eignet er sich sehr gut für die Start-Stopp-Automatik der Prototypen. Elektromotor und Starter-Generator werden außerdem zum regenerativen Bremsen verwendet: Beim Bremsen gewinnen sie Energie zurück und laden auf diese Weise die eigens für dieses Projekt entwickelte Batterie auf.
Lithium-Ionen-Batterie für schnelle Aufladung
Als Energiespeicher fungiert eine Lithium-Ionen-Batterie, die im Kofferraum platziert ist und nicht mehr Platz als ein Reserverad beansprucht. Lithium-Ionen-Batterien sind nicht nur leichter als die heute in vielen Lösungen verwendeten Nickel-Metall-Hybrid-Einheiten, sie können auch mehr Energie speichern und schneller aufgeladen werden. Land Rover verwendet in seinen Testfahrzeugen Batterien mit dem Namen "Lithium NanoTitanate", die keinen Memory-Effekt kennen und weder Schwermetalle noch andere giftige Materialien enthalten. Diese Batterien erzeugen 288 Volt und ermöglichen eine Schnellladung. Sie halten auch zwölf Mal länger als eine vergleichbare Nickel-Metall-Batterie, so Land Rover. Ein weiterer Beitrag zum Spritsparen ist die elektrohydraulische Servolenkung der Freelander-Prototypen, die nur dann Energie verbraucht, wenn sie auch wirklich benötigt wird.
Stopp-Start-Automatik kommt schon 2009
Das Hybridsystem soll Verbrauch und CO2-Emissionen um rund 20 Prozent senken. Wer viel in der Stadt unterwegs ist, soll noch mehr sparen können, da der Hybridantrieb vor allem im Stadtverkehr seine Stärken ausspielt. Neben dem Dieselhybrid entwickelt Land Rover auch eine Stopp-Start-Automatik. Sie soll schon ab 2009 beim handgeschalteten Freelander mit Diesel zur Serienausstattung zählen.
Bildergalerie: Neu im Hybridclub
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