Allradler der alten Schule mit Kastenrahmen, Blattfedern und Nutzfahrzeug-Diesel

Industrial Vehicles Corporation: Das ist die ursprüngliche Bedeutung des Kürzels Iveco. Die zum Fiat-Konzern gehörende Marke ist vor allem für Nutzfahrzeuge wie den Kleintransporter Daily bekannt. Mit dem Campagnola stellen die Turiner nun einen Offroader vor, der auch bei Privatleuten auf Interesse stoßen könnte. Es handelt sich um die Personentransport-Variante des Nutzfahrzeugs Massif, das im März 2008 vorgestellt wurde.

Vierzylinder mit drei Liter Hubraum
Das Auto ist ein Offroader alter Schule mit einem Kastenrahmen und Allradantrieb. Es basiert auf der Massif-Variante mit kurzem Radstand. Das ausschließlich als Dreitürer angebotene Fahrzeug ist 4,25 Meter lang, über zwei Meter hoch und besitzt vier Sitzplätze. Angetrieben wird es von einem für PKWs recht ungewöhnlichen Motor: Der Vierzylinder-Turbodiesel hat einen Hubraum von sage und schreibe drei Litern. Der Vierventiler mit Common-Rail-Einspritzung besitzt immerhin eine Euro-4-Einstufung und ist aus dem Daily bekannt. Ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie bringt den Motor auf 176 PS. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmeter liegt bei 1.250 bis 3.000 U/min an.

11,1 Liter Diesel
Der Motor wird mit einer Sechsgang-Schaltung kombiniert. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 11,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer an. Zum Vergleich: Der etwa gleich große Jeep Wrangler verbraucht mit seinem 177 PS starken 2,8-Liter-Vierzylinderdiesel nur 8,4 Liter.

Zuschaltbarer Allradantrieb
Voll beladen bezwingt der Campagnola Steigungen von 100 Prozent und hat einen vorderen Böschungswinkel von 50 Grad, einen hinteren von 34 Grad und einen Rampenwinkel von 33 Grad. Die Wattiefe bei der Standardausstattung beträgt 50 Zentimeter, der Allradantrieb ist zuschaltbar. Das Verteilergetriebe ermöglicht die Auswahl von 4x2- oder 4x4-Antrieb sowie eine Geländeuntersetzung. Die Kraft wird im Verhältnis 50 zu 50 auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Das Fahrwerk verwendet Blattfedern, wie es für Nutzfahrzeuge typisch ist. Vorne gibt es außerdem hydraulische Stoßdämpfer, hinten Luftdruckstoßdämpfer. Komplettiert wird das System durch Stabilisatoren vorne und hinten. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs liegt bei 2,7 Tonnen.

Zwei Farben
Der Offroader ist in den Farben Salbeigrün und Elfenbein erhältlich. Zur Ausrüstung gehören elektrische Fensterheber vorne, eine Lederausstattung, eine Klimaautomatik, ein CD-Radio und optional ein Navigationssystem. An der Seite trägt die Karosserie ein Schild mit Logo und Seriennummer des Fahrzeugs. Die Felgen sind in Karosseriefarbe gehalten. Der Campagnola hat eine zuschaltbare Differenzialsperre hinten sowie ein ABS, aber kein ESP und keine Airbags. Der Preis wird bei etwa 35.000 bsi 36.000 Euro liegen. Ein entsprechender dreitüriger Massiv ist ab 27.190 Euro zu haben.

Erbe einer Offroad-Tradition
Ein Fiat-Modell mit Namen Campagnola wurde bereits von 1951 bis 1987 in unterschiedlichen Varianten gebaut. Der historische Campagnola entstand wie der baugleiche Alfa Romeo Biscione aufgrund einer Ausschreibung für Militärfahrzeuge, die dem Willys-Jeep ähneln sollten. Primär eingesetzt bei den Carabinieri und beim Zivilschutz, wurde das Fahrzeug auch als Papamobil von Johannes Paul II. bekannt. 1987 wurde die Produktion des Campagnola eingestellt.

Bildergalerie: Nutzfahrzeug-Offroader