Am Lader gedreht: Beim Tuner steht die Zahl 722 für die Leistung in PS

Mattschwarz steht er da, der Mercedes SLR McLaren. Edo Competion hat dem schwäbisch-englischen Supersportler eine komplette Folierung verpasst. Die zusätzlichen roten Akzente wirken wie Kriegsbemalung. Und dann fällt noch die aufgeklebte Zahl auf: In großen Ziffern prangt auf der Motorhaube und den Türen die Zahl 722. Kenner wissen: Dies war einst die Startnummer von Mercedes-Werksfahrer Stirling Moss beim Straßenrennen Mille Miglia, das der Fahrer 1955 im Rekordtempo gewann. Und es gab 2006 noch den an diesen Sieg angelehnten, leistungsgesteigerten SLR 722 Edition. Dessen 650 PS sind aber kalter Kaffee. Denn der Tuner aus Ahlen hat einem Kunden einen deutlich stärkeren, ganz persönlichen 722er geschneidert: den Black Arrow.

Am Kompressor gedreht
Als Basis für den Umbau diente Edo nicht die besagte Spezialversion, sondern der Standard-SLR, der von 2004 bis 2009 gebaut wurde. Unter der endlos langen Haube arbeitet serienmäßig ein 5,4 Liter großer V8-Kompressormotor mit 626 PS. Das Drehmoment beträgt 780 Newtonmeter. Der Tuner tauschte den Serienauspuff gegen eine infernalisch klingende Abgasanlage – inklusive Sportkatalysatoren und neuen Krümmern. Geändert wurden auch die Kompressorübersetzung und die Sauganlage. Darüber hinaus erleichtern Sportluftfilter dem V8 das Einatmen. Schließlich stimmte Edo die Motorelektronik auf die neuen Teile ab.

Fast 100 PS draufgepackt
Der V8 leistet jetzt 722 PS bei 7.100 U/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 890 Newtonmeter. Der Tuner verspricht eine Beschleunigungszeit von 3,4 statt der serienmäßigen 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Auf 300 soll der Black Arrow in 24,5 Sekunden preschen. Die Endgeschwindigkeit gibt das Ahlener Unternehmen mit 345 km/h an – das sind elf km/h mehr als die Werksversion schafft. Der Edo-SLR ist dazu noch elektronisch abgeregelt.

Schwarze Felgen und Karbon fürs Interieur
Neben der Folierung beließ es der Autoveredler außen bei neuen Leichtmetallfelgen. Passend zur Exterieurfarbe sind sie schwarz. Die 21-Zöller wurden mit Hochleistungspneus versehen. Auch innen wurde dem Kundenwunsch entsprochen und die Farbe Schwarz mit Karbon-Elementen kombiniert. Die Sportschalensitze tragen ein Kleid aus Leder und Alcantara. Letzteres hat der Fahrer auch beim Lenkrad in der Hand. Die Karbon-Teile zieren das Armaturenbrett, die Mittelkonsole und die Türverkleidungen. Abgerundet wird die Innenraumveredlung von einem individuell angepassten Sound-System mit Navigation, Telefon, TV und iPod. Über den Monitor wird das Bild einer nachgerüsteten Rückfahrkamera übertragen. Für einen SLR waren neu um 450.000 Euro fällig. Der Wert des Tunings fällt in Relation dazu schmal aus: Rund 50.000 Euro kostete der Umbau.

Gallery: Der schwarze Pfeil