Nachbau ist illegal: Verletzung der Markenrechte

Der legendäre Mercedes 300 SL von 1954 ist einer der Traumwagen schlechthin. Doch die Anschaffung ist für die allermeisten Menschen schlicht unmöglich: Zurzeit werden Preise ab einer halben Million Euro aufwärts verlangt. Das bringt natürlich findige Leute auf die Idee, den Flügeltürer einfach nachzubauen. Doch das gibt nicht nur mächtigen Ärger mit der Daimler AG, sondern führt auch zur Zerstörung des Plagiats. Mercedes Classic, die Oldtimersparte des Unternehmens, hat gerade eben wieder die nachgebaute Karosserie eines 300 SL vernichtet. Sie war vom deutschen Zoll beschlagnahmt worden.

Zweimal 30 Tonnen zerstören 148 Kilogramm
Die Zerstörung des Nachbaus erfolgte höchst amtlich und besiegelt beim Mercedes Gebrauchtteile-Center, das auch die Prototypen aus den Entwicklungsabteilungen verschrottet. Zunächst wurden Chassis und Karosserie voneinander getrennt. Zwei zertifizierte Pressen zerstörten dann mit jeweils 30 Tonnen Druck den Nachbau. Den Pressen dürfte das nicht schwer gefallen sein: Im Falle des Sportwagen-Nachbaus handelte es sich um eine 148 Kilogramm wiegende Fiberglas-Karosserie. Das Ende der unrechtmäßig nachgebauten Karosserie wurde mit ,Verschrottungsbestätigung" sowie Stempel und Unterschrift offiziell festgehalten.

Karosserieform geschützt
Die Karosserieform des legendären Flügeltürers ist zugunsten der Daimler AG geschützt. Wer Nachbauten des Fahrzeugs herstellt, anbietet oder verkauft, verletze die Rechte des Unternehmens. Das gelte auch dann, wenn für die Nachbauten keine Wort- oder Bildmarken des Unternehmens verwendet werden. Die Karosserie des 300 SL genießt als Werk der angewandten Kunst noch mehrere Jahrzehnte Urheberrechtsschutz, so die Daimler AG.

Bildergalerie: Mercedes zerstört 300 SL