Neues BMW-Navi feiert im 7er Premiere

Die Zeiten, als Navigationssysteme nur den Weg von A nach B wiesen, sind schon lange vorbei. In den vergangenen Jahren haben sich Navis immer mehr zu Multimediageräten entwickelt, über die sich Musik abspielen, telefonieren und einige Office-Funktionen benutzen lassen. BMW geht mit der neuesten Generation seines Navigationssystems Professional jetzt noch einige Schtritte weiter. Die Stichworte dazu lauten Eingabe von Schriftzeichen mit dem Finger, Diktierfunktionen für SMS und E-Mails, neuartige 3D-Anzeigen sowie die Nutzung des neuen Highspeed-Internetstandards LTE. All diese Funktionen bündelt BMW unter dem Namen ConnectedDrive und bietet sie erstmals im überarbeiteten 7er an.

Handschrifterkennung à la Audi
Was Audi im A8 mit dem Touchpad und im neuen A3 mit einem berührungsempfindlichen Drehregler begann, kommt jetzt auch bei BMW: die Möglichkeit, Schriftzeichen mit dem Finger aufzumalen. Dazu gibt es im 7er einen iDrive-Controller mit einer mit 45 Millimeter großen Multitouchoberfläche. Auf diese kann der Fahrer mit dem Finger einzelne Buchstaben schreiben. Dadurch soll er weniger abgelenkt werden, als das bei der bisherigen Zieleingabe der Fall war. Besonders für China, wo es mehrere Tausend Schriftzeichengibt, stellt die Handschrifterkennung eine große Erleichterung dar, weshalb der iDrive-Touch-Controller auch zuerst im Reich der Mitte angeboten wird. In Deutschland wird er ab Mitte 2013 erhältlich sein. Neben der Schriftzeichenerkennung ermöglicht der iDrive Touch zudem, in der Kartenansicht zu zoomen. Das Verändern des Maßstabs wird hier über die von Tablet-PCs und Smartphones bekannte, mit zwei Fingern ausgeführte ,Pinch"-Geste bewirkt. In einer späteren Version soll man zudem so den Mauszeiger über das Display bewegen können.

Diktieren von SMS und E-Mails
Weiteres Highlight des überarbeiteten Navigationssystems ist die Möglichkeit der Spracheingabe. Größtes Novum ist die Diktierfunktion, die über eine Freitextspracherkennung gesprochene Diktate mitschreibt und sie anschließend per SMS oder E-Mail versenden kann. Die Diktierfunktion soll derzeit Texte in sechs Sprachen erkennen. Wie bei vergleichbaren Desktopanwendungen können Satzzeichen und Anweisungen wie ,Neue Zeile" beim Diktieren mitgesprochen werden. Eine weitere sprachbasierte Funktion rund um die Office-Funktionalitäten von ConnectedDrive sind die Sprachnotizen. Hier hat der Fahrer die Möglichkeit, bis zu zwei Minuten lange Sprachaufnahmen zu machen und bei Bedarf sofort per E-Mail zu versenden. Auf Wunsch lassen sich die aufgenommenen Notizen per USB-Stick einfach aus dem Fahrzeug mitnehmen.

Sprachsteuerung: Ein Satz soll genügen
Die verbesserte Sprachsteuerung des Navigationssystems Professional soll die Aufforderungen oder Fragen des Fahrers nun auch in ganzen Sätzen verstehen. Wie bereits bei der bekannten Zieleingabe mit nur einer Äußerung genügt demzufolge für das Aufrufen vieler Funktionen ein einziger Satz. So soll beispielsweise bei dem Wunsch zu telefonieren die Aufforderung ,Verbinde mich mit Max Mustermann" reichen. Nach einer Rückversicherung, ob die angezeigte Nummer korrekt ist, wird anschließend die gewünschte Verbindung hergestellt. Bei der Eingabe eines Zielortes genügt laut BMW eine Anweisung wie ,Navigiere nach München, Riesenfeldstraße 7".

Realitätsnahe 3D-Darstellung von Städten
Neu gestaltet präsentieren sich die Menüdarstellung, die Anzeigen der Zielführung und die Kartenansichten. Für ausgewählte Städte steht nun eine 3D-Ansicht zur Verfügung. Eine realitätsgetreue Abbildung von Straßen und Gebäuden im Display hilft hier bei der Orientierung. Neu ist in der Kartenansicht die Möglichkeit, Sonderfunktionen direkt aus der Karte heraus anzuwählen: Wählt der Fahrer einen Punkt in der interaktiven Karte aus, öffnet sich das so genannte PIE-Menü. Je nach hinterlegten Informationen kann der Fahrer sich hier mit einem Klick Sonderziele in der Umgebung anzeigen lassen, Details dazu einsehen, die Zielführung dorthin starten, die Kartenansicht ändern sowie den aktuellen Standort oder den aktuellen Zielort anzeigen lassen. Sind weitere Informationen wie Telefonnummer, Onlinedaten oder E-Mail-Adresse hinterlegt, kann der Fahrer diese direkt mit nur einem Klick aufrufen, die Homepage besuchen oder eine E-Mail verfassen.

Hotspot für Highspeed-Internet LTE
Auch den neuen Standard für mobiles Hochgeschwindigkeits-Internet LTE holt BMW ins Auto. Auf Wunsch kann ab November 2012 ein entsprechender Hotspot nachgerüstet werden. Erforderlich ist dazu eine LTE-fähige SIM-Karte, die in den Hotspot eingelegt wird. Er erlaubt Passagieren mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, Laptops oder Tablet-PCs den Zugang zum Highspeed-Internet. In Gebieten, in denen LTE noch nicht zur Verfügung steht, schaltet der Adapter auf die langsameren Standards UMTS oder GSM um. Platz findet der Hotspot in jeder BMW-Mittelkonsole mit Telefongrundplatte, auch in älteren Modellen. Darüber hinaus kann der Hotspot dank eines eingebauten Akkus und integrierter Antennen bis zu 30 Minuten auch außerhalb des Fahrzeugs ohne Stromversorgung betrieben werden.

Nutzung externer Apps
Mit dem neuen Navigationssystem Professional erweitert BMW zudem das Funktionsportfolio von ConnectedDrive. Künftig ist es möglich, zwei Telefone gleichzeitig mit dem Fahrzeug zu koppeln. Die Kontaktdaten beider Geräte werden in eine gemeinsame Kontaktliste übertragen, die dann für Telefonate und E-Mails zur Verfügung steht. Im Multimediabereich stellt eine 20 Gigabyte große Festplatte viel Speicherplatz für Musikdateien zur Verfügung. Eine überarbeitete Suchfunktion soll ein schnelleres Finden und Abspielen der gewünschten Titel ermöglichen. War bisher schon die Integration des Apple iPhones inklusive ausgewählter Funktionen wie Webradio, lokale Google-Suche oder Facebook möglich, so werden künftig in Fahrzeugen von BMW und Mini weitere ,externe" Apps und somit Dienste Dritter nutzbar sein. Ein Update oder die Installation einer Applikation kann somit über das Smartphone erfolgen, ohne dass dafür Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden müssen. Ab Juli 2013 soll die applikationsbasierte Integration auch für Smartphones mit Android-Betriebssystem möglich sein.

Bildergalerie: Malen, diktieren und surfen