Zwei V12, 700 PS: Riva-Boot Aquarama Lamborghini wird verkauft

Normalerweise werden die legendären italienischen Riva-Boote als ,Rolls-Royce der Meere" bezeichnet. Dieses hier ist jedoch der Lamborghini des Wassers. Und das nicht nur im übertragenen Sinne: 1968 gab Ferruccio Lamborghini jenes Schmuckstück beim Edelschiff-Bauer Carlo Riva in Auftrag. Damit wollte sich der Gründer der gleichnamigen Sportwagenmarke in die illustre Reihe der Riva-Besitzer einreihen, zu denen neben Sean Connery und Gunter Sachs auch Sophia Loren und Brigitte Bardot gehörten. Jedoch hatte Herr Lamborghini noch ein paar Extra-Wünsche und ließ zum Beispiel eine Reling anbringen. Am faszinierendsten waren jedoch die Antriebe, die der Boliden-Hersteller gleich mitbrachte: Zwei Vierliter-V12 aus dem 350 GT, dem allerersten Lamborghini. Zusammen lieferten sie 700 PS und ließen das elegante Mahagoni-Boot mit bis zu 48 Knoten (ca. 89 km/h) übers Wasser zischen. Ein normales Riva-Aquarama-Boot hatte zwar immerhin V8-Antriebe von Chrysler oder Chevrolet, war aber nur 40 Knoten (ca. 74 km/h) schnell.

20 Jahre in Lamborghinis Besitz
Das Wassergefährt wurde am 7. Juni 1968 ausgeliefert und blieb 20 Jahre in Ferruccio Lamborghinis Besitz, bis er es 1988 an seinen Freund Angelo Merli verkaufte. Dann verliert sich die Spur des Bootes, bis es unter einer Plane in der Ecke einer Werft wiederentdeckt wurde. Der neue Besitzer, ein niederländischer Sammler, brachte das Nobelschiff dann zu Riva-World im niederländischen Uithoorn, einem weltweit bekannten Riva-Restaurator.

Drei Jahre Restaurierung
Die Instandsetzung dauerte drei Jahre. Auch deshalb, weil Riva-World-Chef Sandro Zani Wert auf kleinste Details legt. Der Rumpf wurde abgeschliffen und anschließend mit 25 Schichten Lack versehen, das Holz-Interieur restauriert, die Sitze wurden neu bezogen und alle Schalter überarbeitet. Als Ersatz für die Originalmotoren wurden Lamborghini-V12-Aggregate angeschafft und so umgebaut, als wären sie für das Boot gemacht. Zani reiste dafür eigens ins Ferruccio-Lamborghini-Museum, um sich Rat zu holen – dort ist einer der echten Zwölfzylinder aus dem Wasserfahrzeug zu finden.

Drei Millionen Euro?
Das einzigartige Sammlerstück steht nun zum Verkauf, mit dabei sind auch alle Originaldokumente und eine vollständige Dokumentation der Restaurierung. Das Boot kann in der Riva-World in Uithoorn besichtigt werden, wer es will, kann ein Gebot abgeben. Wie viel das Unikat letztendlich erzielen wird, ist nicht absehbar. Für ein normales Riva Aquarama werden Preise um die 400.000 Euro verlangt, für den Motorenspender 350 GT sind etwa 300.000 Euro anzusetzen. Auf Nachfrage teilte uns Restaurator Sandro Zani mit, dass das Boot aufgrund von Gutachten derzeit mit 2,7 Millionen Euro versichert ist. Er rechnet mit einem Verkaufserlös zwischen 2,5 bis drei Millionen Euro.

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