560 PS: Neuer California T debütiert auf dem Genfer Autosalon

Ferrari macht bei seinen kommenden Modellen richtig Druck: Auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014) gleitet der neue California T ins Rampenlicht. Was natürlich als erstes auffällt, ist das neue ,T" im Namen. Es steht für ,Turbo" und erklärt, dass der Achtzylinder im offenen Boliden ab sofort zwangsbeatmet wird.

560 PS, 755 Newtonmeter
Der 3,8-Liter-Direkteinspritzer sitzt als Front-Mittelmotor im Chassis und powert mit 560 PS bei 7.500 Touren. Das ergibt eine Liter-Leistung von beachtlichen 145 PS. Als maximales Drehmoment wummern bei 4.750 Touren brachiale 755 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Derart befeuert, sprintet der neue California in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 316 km/h Spitze.

Verbrauch und Schadstoffe drosseln
Die Twin-Scroll-Turbolösung wie im aktuellen Formel-1-Boliden soll den Durst zügeln und den CO2-Ausstoß reduzieren. Der California T schluckt nun laut Ferrari im Schnitt 10,5 Liter und emittiert 250 Gramm CO2 pro Kilometer – beim Vorgänger waren es noch 13,1 Liter und 270 Gramm. Auf die gebremsten Umwelt-Werte sind die Italiener besonders stolz – immerhin bietet der Neue 70 PS und 250 Newtonmeter mehr Leistung als das scheidende Modell.

Kein Turboloch dank variablem Ladedruck
Die Maschine soll laut Hersteller praktisch kein Turboloch haben, ohne Verzögerung auf Gaspedal-Befehle ansprechen und dank variablem Ladedruck eine konstante Drehmomentkurve wie der Sauger aufweisen. Wir werden beim ersten Test herausfinden, ob das stimmt. Dabei wird sich auch zeigen, ob der eigens optimierte Sound von Turbomotor und Auspuff wirklich so kraftvoll und intensiv nach Ferrari klingt, wie uns die Pressemitteilung verspricht.

34 Meter von 100 auf null
Um das Lenkverhalten zu schärfen, wurden Lenkgetriebe und Fahrwerksaufhängungen neu angeordnet. Ein Update bekamen auch die Federn und die MagnaRide-Stoßdämpfer. Letztere sollen nun um 50 Prozent schneller auf Karosseriebewegungen wie Rollen und Nicken reagieren. Beim Serpentinenjagen kommt auch die jüngste Evolutionsstufe der F1-Trac-Traktionskontrolle zum Zuge, die eine maximale Beschleunigung aus Kurven heraus ermöglicht. Verzögert wird per Karbon/Keramik-Bremsanlage, die innerhalb von nur 34 Meter den Boliden von 100 km/h zum Stillstand abbremst.

14 Sekunden schnelles Hardtop
Der starke Antrieb ist verpackt in ein rassiges Blechkleid, das mit 4,57 Meter Länge, 1,91 Meter Breite und 1,32 Meter Höhe nahezu identische Maße wie der Vorgänger aufweist. Geblieben sind das 2+2-Sitzkonzept und das faltbare Hardtop, das in nur 14 Sekunden öffnet und schließt. Neu ist unter anderem die Flankenform, die an das Styling der Pontonkotflügel des 250 Testa Rossa erinnern soll. Im Innenraum fallen nicht nur feines ,Frau"-Semianilin-Leder auf, sondern auch das Ferrari-Lenkrad mit integrierten Tasten und die so genannte "Turbo Performance Engineer"-Anzeige zwischen den beiden Luftströmern. Dieser Touchscreen zeigt nicht nur den Ladedruck an, sondern auch, wie man das Leistungspotenzial des Motors optimal ausschöpfen kann. Was der California T kostet? Das hat Ferrari noch nicht verraten. Der Vorgänger war ab 180.600 Euro zu haben.

Ferrari: Turbo-Druck