25 Jahre Winterfahrtraining … auf 2.800 Meter Höhe

Am Anfang von langjähriger Zusammenarbeit oder langjähriger Freundschaft steht oft nur ein einziger Handschlag. Eine Geste, die nicht nur Bakterien überträgt, sondern die auch etwas besiegelt und die meist mehr zählt als schriftlich ausgehandelte Verträge. Mehr war auch vor 25 Jahren nicht nötig, um den Startpunkt der BMW Driving Experience in Sölden zu setzen. Die Hauptdarsteller: Josef Bücherl, Polizeibeamter und einer der Entwickler der BMW Fahrertrainings, und Hans Falkner, Chef des Hotels ,Das Central" in Sölden. ,Mehr als einen Handschlag brauchte es damals nicht", so Bücherl. ,Erst danach haben wir alle Eckdaten unserer Vereinbarung schriftlich festgehalten." Aber von vorne ...

1977, 1990, 1991: Wie alles begann …
Schon seit 1977 bietet BMW sogenannte Fahrertrainings an, in denen Hobbyrennfahrer, Privatpersonen oder Berufsfahrer die eigenen Fähigkeiten an Gas, Bremse und Lenkrad verbessern können. Damals nahmen an den Fahrveranstaltungen gerade einmal rund 800 Personen pro Jahr teil. 1991 fiel dann (nach dem Handschlag im Jahr 1990) der Startschuss für das erste Winterfahrtraining in Sölden und aus einer kleinen ,Fahrschule" wurde ein großes Unternehmen. Die Ausgangsfrage damals, wie heute lautet: Was braucht der Autofahrer, um im Winter sicher zum Skifahren zu kommen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, veranstaltete man seinerzeit ein sechstägiges Event, das zur einen Hälfte mit Skiern auf der Piste und zur anderen Hälfte mit vier Reifen auf dem verschneiten Trainingsgelände in bis zu 2.800 Meter Höhe stattfand.

,So etwas kann man sich heute gar nicht mehr erlauben"
Eines der ersten Fahrzeuge, das es 1991 in Gletschernähe schaffte, ist heute ein gefragter Youngtimer – der BMW M3 der E30-Baureihe. Mit dabei war außerdem das erste Allradfahrzeug von BMW, der 325ix, der 37 Prozent seiner Saugmotor-Leistung an die Vorder- und 63 Prozent an die Hinterachse schickte. Und Frontantrieb?! Den gab es damals noch nicht bei BMW. Doch wer per Handschlag große Unternehmungen beschließt, weiß sich zu helfen und so wurden nicht nur Hinterachsen abgehängt, sondern auch wild (und zum Teil ohne Teilnehmerwissen) zwischen Sommer- und Winterreifen sowie Schneeketten hin und her gewechselt. ,So konnte man viele Varianten durchprobieren", meint Bücherl heute. Auch wenn er mit jetzt 83 Jahren grinsend eingesteht: ,So etwas kann man sich heute gar nicht mehr erlauben."

5er, M4 und die X-Baureihe
In diesem ,Heute" sind wir angekommen. Und auch wenn der Gletscher im vergangenen Vierteljahrhundert beträchtlich geschrumpft ist, der Schnee am Rand ist noch genauso weiß und kalt wie vor 25 Jahren. Was sich außerdem verändert hat, sind die Fahrzeuge: Für den hecklastigen Trainingsteil nimmt man in BMW 5ern und wahlweise einem M4 Platz. Um dem BMW-Allradsystem namens xDrive auf den Zahn zu fühlen, hat der bajuwarische Hersteller die gesamte X-Baureihe von X1 bis X6 auf hochalpines Terrain geschafft.

Das Trainigsgelände
Was den Teilnehmern auf 2.800 Meter dann zur Verfügung steht? Wie klingen für den Anfang rund drei Hektar mit Eis und Schnee sowie die ein oder andere extra gesperrte Passstraße? Gut? Finden wir auch. Perfekt für Menschen, die zur Klaustrophobie neigen, denn das Gelände bietet nicht nur einen atemberaubenden Weitblick, sondern auch noch genügend Platz zum ausführlichen Driften und Wedeln. Spaß mit starken Autos und der Physik vor Panorama eben, Sie wissen schon.

Theorie, Sicherheit und eine Menge Spaß als Bonus
Doch es geht nicht nur um Fliehkraft, fliegenden Schnee und einen 1,9 Kilometer langen Verbindungstunnel, in dem Szenen des letzten James-Bond-Streifens ,Spectre" gedreht wurden. Auch in 2.800 Meter Höhe geht es um …gähn ... Theorie. Doch auch die will gelernt sein. Denn man braucht sie für die kontrollierte Fahrt im Grenzbereich der Haftung. Und so erfährt man als Teilnehmer vor allem, wie man kritische Situationen mit den jeweiligen Antriebsarten sicher meistert. Für den Ernstfall und für die sichere Fahrt ins Skigebiet. Ganz wie früher eben. Und ausbrechende M4-Hecks, gewagte Querfahrten und Agentenwenden aus Pilonen-Garagen gibts als Extra obendrauf.

Wachsendes Angebot und wachsende Teilnehmerzahlen
Ein Erfolgsrezept. Und so konnte der Umfang des gesamten Driving-Experience-Angebots stetig wachsen. Mit einem M4 über eine Rennstrecke driften? Ein BMW i8 mit einem BMW M6 vergleichen? Elektromobilität erfahren? Die eigenen Fahrkünste auf zugefrorenen Seen austesten? Mit dem X5 durch die Wildnis Namibias streifen oder doch die Fähigkeiten auf zwei Rädern verbessern? Rund 50 verschiedene Veranstaltungen bietet die Driving Experience mittlerweile auf über 30 Märkten an. Und auch die Teilnehmerzahl ist ,etwas" gewachsen: 26.000 waren es im Jahr 2015.

Preise, Preise, Preise
Ein paar Preise möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten: Los gehts bei 95 Euro für ein kompaktes Basistraining für junge Fahranfänger. Unser zweitägiges Intensiv-Schneetraining in Sölden schlägt mit 1.690 Euro zu Buche und wer schon immer Mal mit einem M4 die Nordschleife unsicher machen wollte, kann dies ab 3.150 Euro tun. Na dann, auf die nächsten 25 Jahre. Und hoffentlich hat jemand den Gletschern Bescheid gegeben, dass sie auch noch ein wenig mitspielen.

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