Die dritte Generation startet im Herbst 2017

Die schönsten Geschenke macht man sich selbst. Zumindest, wenn es nach BMW geht. Anno 1992, also vor 25 Jahren, kündigte der Konzern den Bau eines Werks in den USA an. Heute ist das Werk in Spartanburg mit einer Kapazität von 400.000 Autos pro Jahr die größte Fabrik des Konzerns. Neben dem X3 werden dort auch alle anderen X-Modelle mit Ausnahme des X1 gefertigt. Was liegt da näher, als den Nachfolger des aktuellen X3 erstmals öffentlich in Spartanburg zu zeigen?

Plus bei Länge und Radstand
Zeit wird es, denn der aktuelle BMW X3 ist schon seit Ende 2010 auf dem Markt. Konkurrenten wie der Audi Q5 und der Mercedes GLC sind deutlich jünger, hinzu kommen neue Rivalen wie etwa der Jaguar F-Pace. Sehen wir uns den neuen X3 also einmal genauer an: Optisch mixt er Elemente von X1 und X5, während die Seitenlinie vertraut bleibt. Zusammenfassend kann man sagen, dass der künftig bis zu 55 Kilogramm leichtere X3 seine Kantigkeit verliert, aber keinen wilden Designschwenk zeigt. Interessant sind die Abmessungen: Die Länge wächst um fünf Zentimeter auf 4,71 Meter, im gleichen Maßstab legt der Radstand auf 2,86 Meter zu. Weil das Kofferraumvolumen mit 550 bis 1.600 Liter unverändert bleibt, dürfte das Plus beim Radstand dem Fond zugute kommen. Auf Wunsch lassen sich die Rücklehnen übrigens mehrstufig und einzeln in der Neigung verstellen. Die Umklappaufteilung beträgt stets 40:20:40.

Optionen im Übermaß
Ähnlich wie bei den meisten BMW-Baureihen werden beim X3 zum Marktstart im Herbst 2017 drei Modellvarianten zur Wahl stehen. ,xLine" bietet serienmäßige Stoff-/Ledersitze in Sportausführung und silberne Details an der Karosserie. Die neue ,Luxury Line" hat ab Werk Chrom im Grill und eine Lederausstattung, während beim ,M Sport" diverse Spoiler, eine Sportbremsanlage mit blauen Sätteln und die optionale Lackierung ,Phytonic Blau" für Aufsehen sorgen sollen. Sagten wir gerade optional? Wie gehabt lädt die Preisliste zum Austoben im Konfigurator ein. Mögliche Extras sind unter anderem eine Dreizonen-Klimaautomatik, der vom 5er und 7er bekannte Display-Schlüssel, belüftete Ledersitze und eine Akustikverglasung der Seitenscheiben. Auch eine Vielzahl von Assistenten mit Lenkeingriffen oder die Kontrolle von Fahrzeugfunktionen durch Amazon Echo sind im Angebot. Nicht zu vergessen sind das Sportfahrwerk und die adaptive Dämpferregelung.

18 Zoll ab Werk
Dieser Punkt bringt uns zum Fahrwerk des neuen BMW X3. Serienmäßig sind nun immer 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, bislang startete das SUV bei 17 Zoll. Nach oben markiert 21 Zoll die werksseitige Grenze. Alle für Europa vorgesehenen X3 haben einen Allradantrieb, der laut BMW hecklastiger ausgelegt wurde. Nur für Märkte in Übersee wird es auch X3-Modelle mit Hinterradantrieb geben. Sofern Geländequalitäten gefragt sein sollten: Die Bodenfreiheit beträgt 20,4 Zentimeter, die Wattiefe 50 Zentimeter. Böschungswinkel? Vorne 25,7 Grad, hinten 22,6 Grad. Der Rampenwinkel wird von BMW mit 19,4 Grad angegeben.

Extrastarker Sechszylinder
Werfen wir einen Blick auf die Motoren: Zur Markteinführung stehen drei Aggregate zur Auswahl. Wenig Überraschungen bietet der xDrive 20d, hier bleibt die Leistung unverändert bei 190 PS. Mit sechs Zylindern punktet der xDrive 30d: Statt 258 PS gibt es nun 265 PS, das maximale Drehmoment wächst um 80 auf 620 Newtonmeter. Eine echte Premiere ist der X3 M40i mit dem bekannten Dreiliter-Benziner unter der Haube. Bislang markierte der 35i den Gipfel, ihn übertrumpft der 360 PS starke M40i um 54 PS. Beim Drehmoment lautet die Ansage 500 statt 400 Newtonmeter. Im 4,8 Sekunden soll der M40i Tempo 100 erreichen, bei 250 km/h wird der Super-X3 abgeregelt.

Kleinere Benziner folgen
Wenig später folgen zwei Vierzylinder-Benziner mit zwei Liter Hubraum, mit denen BMW zunächst die Nachfrage in China und den USA im Blick hat. Der X3 xDrive20i leistet wie gehabt 184 PS, nur beim Drehmoment gibt es ein Plus von 20 Newtonmeter auf jetzt 290 Newtonmeter. 8,3 Sekunden beträgt der Sprintwert, die Spitze 215 km/h. Das klingt nach einer interessanten Alternative zum Diesel, sofern sich der Werksverbrauch von 7,2 Liter realisieren lässt. 7,4 Liter schlürft der 252 PS starke X3 xDrive30i, der den 28i mit 245 PS ablöst. Serienmäßig ist bei allen Motorisierungen eine Achtgang-Automatik, Schaltfreunde gehen leer aus.

Teurer, aber mehr Ausstattung
Leer sollte das Konto des X3-Liebhabers allerdings nicht sein. Los geht es zunächst bei 47.000 Euro für den xDrive20d, auf einen 18d müssen wir noch verzichten. Serienmäßig ist nicht nur die erwähnte Automatik, sondern auch eine Einparkhilfe vorne wie hinten. Ausstattungsbereinigt beträgt so die Differenz zum alten Modell 690 Euro. Bis Dezember 2017 müssen X3-Kunden aber die variable Sportlenkung und die bedarfsgerechte Drehmomentverteilung namens ,Performance Control" hinzubestellen, wodurch nochmal 400 Euro extra hinzukommen. Das neue Topmodell, der X3 M40i, kostet 66.300 Euro. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt der X3 xDrive20d ungefähr in der Mitte, die Preise vergleichbarer Fahrzeuge bewegen sich zwischen 46.400 Euro (Audi Q5) und 48.660 Euro (Jaguar F-Pace).

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