Schwäbischer Anti-Kombi

Ich will ehrlich zu Ihnen sein: Die aktuelle Mercedes A-Klasse und ihr Ableger CLA sind nicht mein Fall. Formal grenzwertig mit bescheidenem Platzangebot im Fond. Aber ich bin kein Gradmesser, denn A und Co. haben sich seit 2011 weltweit rund eine Million Mal verkauft. Nun wird die kompakte Mercedes-Familie erweitert und zwar mit dem CLA Shooting Brake. Oder anders formuliert: Ein Kombi, der keiner sein soll. Schafft er es, mich mit der schwäbischen Kompaktklasse zu versöhnen?

Gleich und doch anders
Werfen wir also einen Blick auf den CLA Shooting Brake: Sowohl in der Länge (4,63 Meter) als auch beim Radstand (2,70 Meter) ist er exakt so lang wie der ,normale" CLA. Aber er sieht viel hübscher aus, speziell die Heckpartie wirkt wie aus einem Guss. Trotzdem macht der Shooting Brake dem Betrachter schon von weitem klar: Hier folgt die Funktion der Form. Angesichts der schmalen Fensterflächen und der breiten D-Säule kann niemand eine grandiose Rundumsicht erwarten. Hinzu kommen Sitze mit integrierten Kopfstützen, die optionale Rückfahrkamera ist daher Pflicht. Damit ist der Shooting Brake aber in gewisser Weise ehrlich, denn wer sich für ihn entscheidet, tut das kaum, weil daheim eine Großfamilie auf ihn wartet.

T ist nicht toller
Für solche Zwecke bietet sich das sieben Zentimeter längere T-Modell der C-Klasse an. Doch der Vergleich offenbart eine faustdicke Überraschung: Mit 495 Liter in der Grundstellung bietet der CLA Shooting Brake sogar fünf Liter mehr Kofferraumvolumen. ...