TÜV-Report 2019: Zuverlässige Autos und Mängelriesen
Der Porsche 911 siegt als erstes Auto in allen Altersklassen
Jedes Jahr stehen Millionen Deutsche vor der Entscheidung des Autokaufs. Bei Neuwagen steht im Raum, welche Marke besonders zuverlässig ist. Bei Gebrauchtwagen geht es darum, welche Modelle solide sind und wenig Ärger machen. Um das herauszufinden, hilft der jährliche „TÜV-Report“.
Insgesamt wurden in fast neun Millionen Hauptuntersuchungen 231 Fahrzeugmodelle unter die Lupe genommen, der Zeitraum erstreckte sich vom 2. Halbjahr 2017 bis zum ersten Halbjahr 2018. Neu dabei: Dacia Lodgy, BMW 2er Active Tourer und Porsche Cayenne.
Zum ersten Mal gewinnt ein Fahrzeug über alle Altersklassen hinweg. Der Porsche 911 mit einer durchschnittlichen Mängelquote von 2,5 Prozent bei den 3-Jährigen und lediglich 11,7 Prozent nach elf Jahren. Die durchschnittliche Quote der erheblichen Mängel steigt aktuell leicht um 1,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent; das betrifft 1,8 Millionen Fahrzeuge. Gleichzeitig wächst auch die Zahl der Fahrzeuge ganz ohne Mängel: von 66,2 Prozent auf 66,7 Prozent (5,8 Millionen Fahrzeuge). Die Quote der geringen Mängel sinkt – von 13,9 auf 12 Prozent, das entspricht etwa 1 Million Fahrzeuge. Der Anstieg bei den erheblichen Mängeln ist laut TÜV auch Ergebnis des gestiegenen Durchschnittsalters auf aktuell 9,4 Jahre (2009 waren es noch 8,2 Jahre). Doch dieser Punkt zeigt auch, dass unsere Autos immer langlebiger werden. Licht bleibt Hauptmangel, die Quote der verkehrsunsicheren Fahrzeuge sinkt leicht – um 0,01 auf 0,05 Prozent.
Auch sorgen technologische Neuerungen und eine detailliertere Draufsicht dafür, dass Mängel noch treffsicherer zugeordnet und dokumentiert werden. Seit Ende Mai 2018 gilt beispielsweise auf der Basis der europäischen Richtlinie 2014/45/EG die Mängelkategorie „gefährlicher Mangel“. Mit der Zwischenstufe zwischen „erheblicher Mangel“ und „verkehrsunsicher“ weiß der Halter von der Wichtigkeit, bekommt aber die Möglichkeit, den Mangel in einer Werkstatt beheben zu lassen. Beispiele dafür sind Reifen mit unterschrittener Profiltiefe oder defekte Leuchten. Außerdem wurde die Endrohrmessung wieder eingeführt und es stehen nun auch elektronische Komponenten, Software-Updates und das Rettungssystem eCall im Prüfkatalog.
Welche Fahrzeuge in ihren Klassen vorne liegen und was die Flops beim TÜV sind, zeigen wir in unserer Bildergalerie.
Bildergalerie: TÜV-Report 2019
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