Mercedes-AMG Project One
Unsere Bildergalerie über Autos mit Formel-1-Technik beginnt mit dem aberwitzigen Mercedes-AMG Project One, der auf der IAA 2017 in Frankfurt für Aufsehen sorgte. Das Hypercar gönnt sich AMG zum 50-jährigen Firmenjubiläum. Es wird genau 275 Exemplare zu einem Stückpreis von 2,275 Millionen Euro plus Steuern (also etwa 2,7 Millionen Euro) geben. Angeblich sind alle bereits ausverkauft.
Mercedes-AMG Project One
Die Dinge, die Sie vermutlich am meisten interessieren: 0-200 km/h in unter sechs Sekunden (der Bugatti Chiron ist mit 6,5 Sekunden angegeben), eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h, mehr als 1.000 PS plus 25 Kilometer rein elektrische Reichweite. Den 1,6-Liter-Hybrid-V6 findet man genauso auch in Lewis Hamiltons Dienstwagen, allerdings dreht das Aggregat im Project One aus Gründen der Haltbarkeit ,nur" bis 11.000 Touren.
Mercedes-AMG Project One
Spartanisch und digital: Auch im Cockpit des Project One fühlt man sich fast wie im Formel-1-Rennwagen.
Ferrari F40
Oft wird behauptet, der Ferrari F40 aus dem Jahr 1987 trage Formel-1-Technik in sich. Richtigerweise muss man ,Rallyetechnik" sagen, denn der Ursprung lag in einer Weiterentwicklung des Ferrari 288 GTO, der konzipiert war, um in der Gruppe B gegen den Porsche 959 anzutreten. Nach dem Ende der Gruppe B im Jahr 1986 wurde das Projekt zum spartanischen Supersportwagen umgestrickt, da die Ferrari-Fans bemängelten, dass die normalen Modelle inzwischen zu komfortabel seien.
Ferrari F40
1987 kam der F40 auf den Markt, er war das letzte Modell, welches zu Lebzeiten von Enzo Ferrari vorgestellt wurde. Der Name F40 weist auf das 40-jährige Firmenjubiläum der Marke in jenem Jahr hin. Unter der Haube sitzt ein V8-Aluminiummotor mit Turboaufladung, vier Ventilen pro Zylinder, 2,9 Liter Hubraum und einem maximalen Output von 478 PS und 576 Newtonmeter Drehmoment. Das reichte für eine Spitze von 324 km/h. Aus 450 geplanten Exemplaren wurden schließlich 1.315 Fahrzeuge.
Ferrari F50
Aufgrund des überraschend großen Erfolges des F40 setzte Ferrari die Tradition der Supersportwagen fort. Anders, als es der Name glauben macht, erschien der F50 bereits 1995 und nicht 1997. Sein 4,7 Liter großer V12 stammte von einem Motor ab, den Ferrari 1990 in der Formel 1 eingesetzt hatte.
Ferrari F50
Damit nicht genug Formel-1-Technik: Die Karosserie des Ferrari F50 bestand aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, die Felgen aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung. Die technischen Daten: 520 PS, 3,9 Sekunden auf Tempo 100 und maximal 325 km/h. 349 Fahrzeuge wurden gebaut.
Ferrari Enzo
2002 setzte Ferrari die Reihe der ultimativen Sportwagen mit dem Enzo fort. Wie beim F50 gab es einen Zwölfzylinder, diesmal aber mit sechs Liter Hubraum und 660 PS. Genug für bis zu 355 km/h, die den Enzo zeitweise zum schnellsten straßenzugelassenen Ferrari machten.
Ferrari Enzo
Beim Bau des Ferrari Enzo wurde Formel-1-Technologie verwendet, beispielsweise eine CFK-Karosserie, eine F1-ähnliche sequentielle Gangschaltung und Bremsscheiben aus Carbon-Keramik.
Ferrari Enzo
Des Weiteren wurden im Enzo Technologien verbaut, die in der Formel 1 nicht erlaubt sind. Nachdem bei 295 km/h die größte Abtriebskraft erreicht wird, reduziert ein Computer automatisch den Abtrieb bei zunehmender Geschwindigkeit, indem einige Spoilerelemente elektrisch bewegt werden.
Ferrari LaFerrari
Die moderne Formel 1 nutzt Hybrid-Technik. Dem trägt das bislang letzte ,Hypercar" von Ferrari Rechnung: Das "HY-KERS" genannte Hybridsystem des LaFerrari besteht aus einem 6,3-Liter-V12 mit 800 PS, der bis zu 9.250 Touren dreht, und einem 120 Kilowatt respektive 163 PS starken Elektromotor. Ein zweites Elektroaggregat kümmert sich ausschließlich um die Versorgung der Fahrzeugsysteme wie Lichtmaschine und Klimaanlage. Das am Boden des Chassis platzierte Batteriepack wird unter anderem bei Bremsvorgängen aufgeladen.
Ferrari LaFerrari
Die Fahrleistungen des italienischen Geschosses beeindrucken nicht weniger als die Antriebstechnik: In unter drei Sekunden steht Tempo 100 auf dem Tacho, nach weniger als sieben Sekunden sind es bereits 200 Sachen. Der Spurt auf 300 km/h gelingt in lediglich 15 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Ferrari mit über 350 km/h an. Vom geschlossenen LaFerrari entstanden exakt 500 Exemplare, hinzu kamen 210 Exemplare der Roadster-Version LaFerrari Aperta.
Renault Espace F1
Wahnwitzig: Der Renault Espace F1 mit reinrassiger Formel-1-Technik war nur für die Rennstrecke gedacht. Verständlich, wenn man auf die Umstände blickt: Die Ingenieure von Matra nutzten dazu Technik aus der Formel 1, wie etwa den Renault-V10-Motor aus der Saison 1993 mit 3,5 Liter Hubraum und etwa 810 PS, durch den der Espace in unter drei Sekunden auf 100 km/h und in unter sieben Sekunden auf 200 km/h beschleunigt werden konnte. Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwas über 300 km/h.
Renault Espace F1
Eine Serienfertigung war nicht geplant und wäre auch in dieser Form nicht möglich gewesen, da der Motor nur extern gestartet werden konnte und dieser in der Mitte der Kabine eingebaut wurde. Das hatte im Innenraum Temperaturen von über 60 Grad Celsius sowie eine Lautstärke von deutlich über 100 Dezibel zur Folge.
McLaren F1
Von 1993 bis 2005 stand der McLaren F1 im Guinness-Buch der Rekorde als schnellstes straßenzugelassenes Auto. Der 627 PS starke Renner kostete 1,5 Millionen DM: noch ein Rekord. Für den Antrieb sorgte ein Sechsliter-V12-Saugmotor von BMW, der je nach Version zwischen 627 und 680 PS bereitstellte. Damit beschleunigte der F1 sehr ordentlich, nach 3,4 Sekunden wurde aus dem Stand Tempo 100 erreicht.
McLaren F1
Am 28. Mai 1992 wurde die Straßenversion des F1 in Monaco vorgestellt, allerdings wurde das erste Kundenfahrzeug nicht vor Dezember 1993 ausgeliefert. Ein Grund dafür war die sehr aufwendige Konstruktion des McLaren-Flitzers. Der so genannte Monocoque-Aufbau des F1 besteht komplett aus Kohlefaser und wiegt gerade einmal 100 Kilogramm. Ungewöhnlich auch die Sitzposition des Fahrers: Dieser nimmt mittig Platz, links und rechts von ihm befinden sich nach hinten versetzt Sessel für Mitfahrer.
Mercedes 300 SL Flügeltürer
Längst eine Legende ist der von 1954 bis 1957 gebaute Mercedes 300 SL, landläufig ,Flügeltürer" genannt. Seine Grundlage bildete ein gleichnamiger Rennsportwagen, der unter anderem an der Mille Miglia teilnahm. Von diesem übernahm der zivile 300 SL den nur 82 Kilogramm schweren Gitterrahmen, über den sich die Karosserie spannte. Die später so berühmten Türen dienten deshalb nicht der Show, sondern waren schlicht notwendig, weil normale Portale konstruktiv unmöglich waren. Unter der Haube steckte ein 215 PS starker Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung.
Mercedes 300 SL Flügeltürer
Es gibt aber auch einen 300-SL-Ableger mit reinrassiger Formel-1-Technik: Das 300 SLR Coupé ließ Mercedes-Entwicklungschef Rudolf Uhlenhaut aufbauen. Die beiden entstandenen Fahrzeuge nutzten den 266 PS starken Achtzylinder der Mercedes-Rennwagen. Geschätzter Wert eines 300 SLR Coupé heute: rund 60 Millionen Euro. Beide Fahrzeuge befinden sich aber im Besitz von Mercedes.
Caparo T1
Die Firma Caparo verdient ihr Geld als Zulieferer. Spezialisiert sind die Briten unter anderem auf die Produktion leichter Materialien für die Auto-, Luftfahrt- und Weltraumindustrie. Beim Projekt T1 aus dem Jahr 2006 ging es unter anderem um die Demonstration des Machbaren in Sachen Leichtbau. Eigentlich ist der T1 nur wenig mehr als ein Formel-1-Bolide mit Straßenzulassung.
Caparo T1
Um die Straßenzulassung zu bekommen, musste der Caparo-Racer unter anderem mit Beleuchtung, Rückspiegeln und Schutzblechen ausgestattet werden. Diese wurden sehr geschickt in das Rennwagen-Design integriert. Im Fahrzeugheck befand sich ein V8-Motor mit nur 2,4 Liter Hubraum. Dieses Aggregat sollte über 500 PS leisten und damit einen 100-km/h-Sprint in 2,5 Sekunden ermöglichen.
Aston Martin Valkyrie
Formel-1-Gefühle für zwei normal gewachsene Mitteleuropäer: So könnte man den Reiz des Aston Martin Valkyrie bezeichnen. Inzwischen ist die "Walküre" weiter fortgeschritten und bis auf Details schon fertig. Im Zentrum der Karosserieentwicklung standen die Punkte Aerodynamik und Leichtbau. Dabei federführend: Adrian Newey, Leiter der Designabteilung bei "Red Bull Advanced Technologies" und Schöpfer von zehn Weltmeister-Wagen der Formel 1.
McLaren P1
Für bessere Aerodynamik gibt es im McLaren P1 ein ebenfalls aus dem Rennsport stammendes DRS (Drag Reduction System). Bei Betätigung einer Taste am Lenkrad stellt sich der ausfahrbare Heckspoiler flach und ermöglicht durch um 23 Prozent verringerten Luftwiderstand höhere Geschwindigkeiten auf Kosten eines geringeren Anpressdrucks. Der McLaren P1 sollte in einer streng limitierten Auflage von lediglich 375 Stück gebaut werden. Der Preis lag bei umgerechnet rund 1,16 Millionen Euro.
Ford Supervan
Den irren Supervan auf Transit-Basis baute Ford zwischen 1971 und 1994. Die erste Version nutzte das Chassis und den Antrieb des Le-Mans-Rennwagens GT40. Bei Nummer zwei von 1984 bestand die Transporterhülle aus Fiberglas, darunter steckte die Technik des C100, mit dem Ford in der Gruppe C antrat. Ein Cosworth-Motor sorgte für gut 600 PS, genug um die Fuhre auf 280 km/h zu bringen.
Alfa Romeo 164 Procar
Der irrste Alfa Romeo 164 bleibt ein Einzelstück: Ende der 1980er-Jahre plante Formel-1-Pate Bernie Ecclestone eine Tourenwagen-Serie mit reiner Formel-1-Technik unter einer Hülle, die Serienfahrzeugen ähnelt. Alfa baute als einziger Hersteller ein so genanntes ProCar mit der Silhouette des 164 und dem für die Königsklasse konstruierten 3,5-Liter-V10. Die Karosserie besteht aus einer Monocoque-Struktur aus Aluminium, die Hauben vorne und hinten sind aus Kohlefaser. Das Chassis spendierte Brabham.
Alfa Romeo 164 Procar
Ein richtiger Renneinsatz blieb dem Monster-164 verwehrt, der nur einmal im Vorprogramm des Großen Preises von Italien in Monza sein Potential aufblitzen ließ. Mit 620 PS beschleunigte das Procar von Alfa in nur zwei Sekunden auf Tempo 100. Mit Formel-1-Pilot Riccardo Patrese am Steuer wurden 329 km/h gemessen, mehr als bei Patreses Kollegen, die interessiert zusahen.
Porsche Carrera GT
Im zwischen 2003 und 2007 gebauten Porsche Carrera GT steckt teilweise Formel-1-Technik. Grundlage des Carrera GT ist eine Entwicklung für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans 2000. Diese wurde abgeblasen, als Personal für den Cayenne benötigt wurde. Erst später nahm man die Entwicklung wieder auf, dann aber mit der Zielrichtung eines Supersportwagens. Der 612 PS starke Zehnzylinder basiert auf einem Entwurf, den Porsche schon 1992 für das Footwork-Formel-1-Team anfertigte.
Porsche Carrera GT
Laut Porsche entstanden 1.282 Exemplare des Carrera GT. Dessen Eckdaten: 3,9 Sekunden auf Tempo 100, maximal 339 km/h. Der Neupreis damals: 452.690 Euro. An der Entwicklung beteiligt war übrigens Rallye-Legende Walter Röhrl, der unter anderem das Fahrwerk abstimmte.
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