Hyundai Ioniq 9 im Test: Reicht der Basis-Antrieb?
Großes Elektro-SUV mit 620 Kilometer Reichweite und Platz für sieben Personen: Stärken und Schwächen des Basismodells mit 160 kW
Hyundai bringt mit dem Ioniq 9 ein neues Flaggschiff. Das große Elektro-SUV misst über fünf Meter und ist als Sechs- oder Siebensitzer erhältlich. Im Fokus unseres Tests steht die Basisversion mit 160-kW-Heckantrieb, die für viele Familien und Firmenkunden die interessanteste Option sein dürfte.
Ausgestattet mit einer großen 110-kWh-Batterie, verspricht das Modell eine WLTP-Reichweite von bis zu 620 Kilometern. Doch ist die Leistung für das schwere Fahrzeug ausreichend?
Auf der Straße zeigt der Ioniq 9, dass er komplett auf Komfort ausgerichtet ist. Das konventionelle Stahlfederfahrwerk bügelt Unebenheiten souverän aus, was für ein entspanntes Fahrgefühl sorgt. Adaptive Dämpfer oder eine Luftfederung gibt es nicht. Diese komfortable Auslegung hat jedoch ihre Kehrseite: In zügig gefahrenen Kurven neigt das mit 2,6 Tonnen sehr schwere SUV zu deutlichen Wankbewegungen. Sportliche Ambitionen sind dem Wagen fremd. Die Lenkung arbeitet unauffällig, doch der große Wendekreis von 12,5 Metern macht das Manövrieren ohne Hinterradlenkung zur Herausforderung.
Der 160 kW starke Heckantrieb liefert für den Alltag ausreichenden Vortrieb, wirkt aber nie übermäßig sportlich. Ein Highlight ist die Technik im Unterboden: Alle Varianten nutzen eine große 110-kWh-Batterie, die netto rund 106 kWh speichert. Dank des 800-Volt-Systems sind Ladeleistungen von bis zu 233 kW möglich. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert so nur 24 Minuten, ein Spitzenwert für diese Akkugröße. Der WLTP-Verbrauch des Hecktrieblers liegt bei 19,9 kWh/100 km, ein Wert, der sich bei ersten Testfahrten als realistisch erwies – falls man keine längeren Autobahnetappen fährt.
Im Innenraum überzeugt der Ioniq 9 mit einem üppigen Platzangebot für bis zu sieben Personen und einem flexiblen Kofferraum, der durch einen Frunk ergänzt wird. Die Materialanmutung im Cockpit ist jedoch nicht durchgehend überzeugend und mischt hochwertige Ansätze mit einer silbernen Leiste, die aus Hartplastik besteht.
Im Vergleich zur Konkurrenz punktet der Hyundai vor allem mit seiner Ladegeschwindigkeit. Der technisch verwandte Kia EV9 ist etwas günstiger, lädt aber langsamer und hat weniger Reichweite. Der Peugeot E-5008 ist preislich deutlich attraktiver, und hat mehr Reichweite als beide Korea-Modelle, kann aber beim Schnellladen nicht mithalten.
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