Dacia Sandero Stepway Extreme+ TCe 110 (2024) im Kurztest
Mit neuen Assistenzsystemen und mehr Ausstattung ist Europas beliebtestes Auto fit für die Zukunft
Der Dacia Sandero gehört zu den absoluten Erfolgsmodellen der Renault-Tochter. Für das Modelljahr 2024 wurde der Kleinwagen behutsam modernisiert. Vor allem in Sachen Assistenzsysteme wurde deutlich aufgerüstet. Wir sind den Sandero als Topversion Stepway Extreme+ TCe 110 schon gefahren.
Dacia ist im Aufwind. Die vor allem bei Privatkunden sehr erfolgreiche und beliebte Marke kann auch im Jahr 2024 den deutlichen Aufwärtstrend bestätigen. Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges ist der Sandero, der in Deutschland das meistverkaufte Auto an Privatkunden ist. (In Europa sogar der meistverkaufte Pkw überhaupt.) Besonders beliebt ist die rustikale Variante Stepway, für den sich europaweit zwei Drittel der Sanderokäufer entscheiden.
Bildergalerie: Dacia Sandero Stepway (2024) im Test
Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr gültig gewordenen Sicherheitsrichtlinie GSR II der EU hat Dacia nun jede Menge moderne Assistenzsysteme in das Modelljahr 2024 gepackt. So sind jetzt beispielsweise eine Verkehrszeichenerkennung inklusive des allseits "beliebten" Geschwindigkeitswarners, ein Spurhalteassistent oder auch ein Müdigkeitswarner serienmäßig. Aber auch Licht- und Regenautomatik, Einparkhilfe hinten sowie ein Datenspeicher sind nun stets an Bord. Unser "Extreme+" hat auch die vordere Einparkhilfe dabei.
| Schnelle Daten | Dacia Sandero Stepway TCe 110 Extreme+ |
| Motor | Dreizylinder-Turbobenziner, 999 ccm, 81 kW / 110 PS, 200 Nm Drehmoment |
| Antrieb | Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb |
| 0-100 km/h | 10,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Länge/Breite/Höhe | 4.099 / 1.848 / 1.499 mm |
| Kofferraum |
328 - 1.108 Liter
|
| Preis |
19.900 Euro
|
Sehr angenehm ist die Möglichkeit, sich sein eigenes Setup an Assis zusammenstellen zu können, dass dann mit der Taste "My Safety" am Armaturenbrett mit einem Klick aufgerufen werden kann. Diese erfreuliche Funktion bietet ja heute jedes Fahrzeug der Renault-Nissan-Allianz.
Exterieur | Interieur | Motor | Fahreindruck | Preis | Fazit
Knackig und als Stepway mit einem Hauch Abenteuerlust: Das Sandero-Outfit
Exterieur
Optisch tat sich nicht viel. Neu ist Tatsache, dass die Farbe "Safari Beige" exklusiv für den Stepway angeboten wird. Das soll das Dacia-Motto "Outdoor & Robust" verdeutlichen. Auch ein paar neue Räder sind im Angebot. Mehr war auch nicht nötig, denn der im Jahr 2021 präsentierte Sandero wirkt auch heute noch frisch. Vor allem, nachdem er vor zwei Jahren das neue Dacia-Familiengesicht inklusive Logo spendiert bekam. Hinzugekommen ist für den "normalen" Sandero die Top-Version "Journey" mit einer sehr guten Ausstattung, die das Gegenstück zur "Extreme"-Ausstattung des Stepway darstellt.
Nicht neu, aber sehr interessant ist das Dachreling-Konzept des Stepway. Das modulare System dient zunächst als normale Dachreling, kann aber auch blitzschnell einfach zur Seite geklappt und quer verankert werden. So benötigt man für die Montage von Dachboxen oder Fahrradträgern keine sonst üblichen Querträger mehr.
Genial einfach gelöst! Und das Beste: Sie ist Serie in allen Sandero Stepways. So lassen sich auch die Produkte des "Innature"-Programms von Dacia wie der spezielle Dachträger problemlos montieren.
Geniale Dachreling. Woanders hieße sowas: Simply clever...
Interieur
Im Innenraum dominiert wie bei Dacia gewohnt recht nüchtern angerichtetes Hartplastik, das in unserem Falle von einigen Kupferfarbenen Akzenten etwas aufgefrischt wird. So wirkt das Ganze nicht ganz so trübe. Die Verarbeitung ist recht gut, Klappern oder Knistern ist nicht zu vernehmen.
Die Platzverhältnisse sind angesichts der Fahrzeuggröße absolut in Ordnung, auch hinten. Zwei 1,87 Meter große Personen können gerade noch hintereinander sitzen und auch der Kofferraum ist mit 328 gut nutzbaren Litern ausreichend. Maximal schluckt das Heck bei umgeklappter Rückbank 1.108 Liter. Für einen Kleinwagen ist das Raumangebot also gut.
Farbe hat nur die Version Extreme
Platz hinten geht in Ordnung
Mit kupferfarbenen Akzenten aufgewerteter Plastik-Innenraum
Die Bedienung ist trotz der neuen Funktionsfülle recht einfach. Durch echte physische Tasten und Drehregler für die Klimatisierung (mit Sitzheizung!) kann die Funktionstiefe auf dem acht Zoll großen Touchscreen (Serie ab Extreme) recht geringgehalten werden.
Neu sind USB-C-Anschlüsse vorn und optional auch hinten. Durch die ab "Extreme" serienmäßige Handsfree Keycard kann der sperrige Kartenschlüssel in der Tasche bleiben. Die erhöhte Mittelkonsole inklusive Staufach hat dagegen nur der "Extreme +" an Bord, genau wie die elektrische Parkbremse.
Motor
Unter der Haube unseres Stepway arbeitet die Top-Motorisierung, nämlich der 1,0 Liter große Turbo-Dreizylinder mit 110 PS. Seit diesem Jahr erfüllt das Konzerntriebwerk die aktuelle Abgasnorm Euro 6e, blieb aber ansonsten unverändert. Gekoppelt an ein 6-Gang-Handschaltgetriebe bietet diese Kombi durchaus ansprechende Fahrleistungen. Nach 10 Sekunden ist Tempo 100 Geschichte und erst bei 180 km/h siegen die Fahrwiderstände über die Motorkraft. Damit ist man gut unterwegs und auch auf der Autobahn ist die linke Spur so nicht tabu.
Ehrliche Haut: Keine Abdeckung und viel Technik im Maschinenraum
Durch das recht spät anliegende Drehmoment (200 Nm bei 2.900-3.500/min) ist die Kraftentfaltung recht sportlich geraten, also mit einem deutlichen Kick nach einer kleinen Gedenksekunde. Die Schaltarbeit gestaltet sich etwas knorpelig mit langen Wegen. Durch die recht hohe Leistung, das geringe Gewicht von nur 1.100 Kilogramm und die Turbo-Charakteristik muss man aber eher selten zum Schalthebel greifen.
Fahreindruck
Das geringe Gewicht spürt man auch beim Fahrverhalten. Der Sandero wieselt flink um jede Art von Kurven, wobei auch die leichtgängige, aber eher indirekte Lenkung ihren Anteil hat. Besonders satt liegt der Dacia nicht, aber er bietet einen annehmbaren Komfort.
Der Stepway kann aber dank der erhöhten Bodenfreiheit auch auf Feld- oder Waldwegen sein Ding machen, ohne natürlich ein echter Geländewagen zu sein. Es gibt sogar ein Fahrprogramm "Extended Grip" für rutschigen Untergrund, wodurch der Stepway mehr Gelände kann, als man ihm vielleicht zutraut.
Kein Sportler, aber flott zu fahren
Preis
Das Thema Preis ist traditionell die große Stärke von Dacia. Das hat sich auch in Zeiten galoppierender Inflation nicht geändert. Lustigerweise ist "unser" Testfahrzeug, also der Stepway Extreme+ TCe 110, momentan nicht im Konfigurator zu finden. Hier ist die höchste Ausstattung aktuell zwangsweise an den ECO-G 100 mit dualem Autogasantrieb gekoppelt.
Wer das alles trotzdem mit dem Top-Benziner haben möchte, konfiguriert sich einfach einen "Extreme" für 17.900 Euro und bucht die Optionen Sonderlack, Navi, City-Paket und Sitzheizung dazu. Mit dem Endpreis 19.900 Euro liegt das Ergebnis trotzdem noch haarscharf unter der magischen 20K-Marke.
Los geht der Stepway-Spaß übrigens bereits bei 15.100 Euro für den Essential TCe 90. Da auch die Unterhaltskosten weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau liegen, bekommt man tatsächlich immer noch nirgends mehr Auto fürs Geld.
Fazit
Der Dacia Sandero Stepway bleibt auch in der höchsten Ausstattung Extreme+ und nach der Produktaufwertung den Dacia-Prinzipien treu, nämlich ein essentielles und ehrliches Auto mit einem Top-Preisleistungsverhältnis zu sein, dass vor allem praktikabel ist und in dieser Version durchaus mit ein wenig Luxus überrascht. Ansonsten verspricht der Dacia wie immer nichts, was er nicht halten kann, was sicher einen großen Teil seines Erfolges ausmachen dürfte.
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