Tatsächlicher Verbrauch: Peugeot 3008 Mildhybrid im Test
Wie viel Sprit braucht das neue Coupé-SUV im realen Verkehr?
Die dritte Generation des Peugeot 3008 hat die Form eines Coupé-SUVs. Die traditionellen Dieselmotoren der Löwenmarke gingen mit dem neuen Modell in Rente, neu kamen dafür Hybrid- und Elektroantriebe.
Aus dem Angebot des neuen Peugeot habe ich für diese Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests die 136 PS starke Mildhybrid-Variante mit dem 1,2-Liter-Dreizylinder gewählt, die ich gerne als "Mittelhybrid" bezeichne, weil sie auch mit reinem Elektroantrieb fahren kann.
Mit dem neuen 3008 habe ich auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom nach Forlì einen Durchschnittsverbrauch von 4,65 Liter/100 km erzielt. Mit deutschen Benzinpreisen von derzeit durchschnittlich 1,65 Euro/Liter ergibt das Spritkosten von 7,67 Euro je 100 Kilometer.
Nahezu flotter Verbrauch
Auch wenn es sich nicht um einen absoluten Rekordwert handelt, sind die genannten 4,65 Liter/100 km des neuen Peugeot 3008 ein hervorragendes Ergebnis. Das zeigt unser Ranking der bisherigen Testergebnisse in der Kategorie Benzinfahrzeuge. Der Verbrauch kann sich mit dem von einigen Schrägheckfahrzeugen messen.
Peugeot 3008: Die Front (Bild: Peugeot)
Tatsächlich ist das neue SUV von Peugeot damit sparsamer als benzinbetriebene Kompakt-SUVs und -Crossovern wie der Mazda CX-30 mit 150 PS (4,75 Liter/100 km), der Alfa Romeo Tonale Mildhybrid (5,00 Liter) und der Suzuki S-Cross Hybrid Allgrip (5,05 Liter).
Noch effizienter als der 3008 fuhren der Fiat 500X Hybrid mit 130 PS (4,50 Liter), der Citroen C4 X PureTech 130 (4,10 Liter) und der Hyundai Bayon 1.0 mit 100 PS (3,75 Liter).
Materialqualität und Technik
Bei meinem Testfahrzeug handelte es sich um einen italienischen Peugeot 3008 Hybrid 136 e-DCS6 Allure. Die Einstiegsversion der Baureihe ist bereits recht gut ausgestattet. Serienmäßig verfügt der Allure über 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer mit Lichtsensor, ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, getönte Scheiben, schlüssellosen Zugang, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, das Doppeldisplay aus zwei Monitoren nebeneinander und Peugeot i-Connect.
Peugeot 3008: Das Cockpit (Bild: Peugeot)
Bei uns in Deutschland kostet diese Version 39.250 Euro, in Italien sind es 38.700 Euro. Mit wichtigen Extras wie dem Panoramic-Navigation-Paket und dem "360° Vision Drive Assist"-Paket steigt der italienische Listenpreis auf 40.900 Euro. Dafür erhält man ein modernes und technologisch fortschrittliches SUV, das sich durch eine ausgezeichnete Innenausstattung, ein gutes Raumangebot und Komfort ohne sportliche Ansprüche auszeichnet.
Weniger gut gefallen haben mir die Sicht nach hinten beim Rangieren. Dann ist die Rückfahrkamera teilweise die einzige Rettung. Auch die Ergonomie ist teilweise nicht optimal; zum Beispiel ist der Schalter am Armaturenbrett nicht leicht zu erreichen.
Auf der Autobahn weniger sparsam
Der Peugeot 3008 Mildhybrid erweist sich in den häufigsten Verkehrssituationen als recht sparsam. Der Verbrauch ist allerdings nicht rekordverdächtig und steigt auf der (italienischen) Autobahn etwas an.
Peugeot 3008: Das coupéhafte Heck (Bild: Peugeot)
Der 55 Liter fassende Benzintank verleiht dem Peugeot eine ausgezeichnete Reichweite. Mit einer Tankfüllung kommt man fast immer über 800 km weit. Bei sehr sparsamer Fahrweise auf einer idealen, flachen Strecke konnte ich sogar eine (errechnete) Reichweite von etwa 1.500 km verzeichnen.
Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen
- Stadt-Umland-Mix: 5,9 Liter/100 km, 929 km Reichweite (errechnet)
- Landstraße: 6,6 Liter/100 km, 830 km Reichweite (errechnet)
- Sparsame Fahrt: 3,6 Liter/100 km, 1.523 km Reichweite (errechnet)
Aus dem offiziellen Datenblatt
| Modell | Kraftstoff | Leistung | Abgasnorm | Normverbrauch (WLTP) |
CO2-Emissionen (WLTP) |
| Peugeot 3008 Hybrid 136 e-DCS6 | Benzin | 136 PS | Euro 6E | 5,7 Liter/100 km | 128 g/km |
Daten des Testfahrzeugs
Fahrzeug: Peugeot 3008 Hybrid 136 e-DCS6 Allure
Listenpreis: 39.250 Euro (in Italien 38.700 Euro)
Testdatum: 4. November 2024
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 24 Grad / heiter, 13 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 70 km/h
Reifen: Michelin e-Primacy - 225/55 R19
Verbrauch und Kosten
Bordcomputer-Anzeige: 4,3 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 5,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 4,65 Liter/100 km
Benzinpreis: 1,65 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 7,67 Euro/100 km
Unsere italienischen Kollegen erstellen ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.
Und so ermitteln wir den Verbrauch
Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.
Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).
Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.
Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.
Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).
Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 42 Cent pro kWh (durchschnittlich gezahlter Preis für Haushaltsstrom in Deutschland im 2. Halbjahr 2023 laut Destatis). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.
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