Viel Platz und durch Erdgas sehr günstige Kraftstoffkosten

Erdgasautos sind nicht gerade ein Renner, wie die niedrigen Verkaufszahlen belegen. Dabei ist unbestreitbar, dass CNG-Autos nach wie vor geringe Kraftstoffkosten haben.

Zu den neuesten Erdgas-Fahrzeugen gehört der Skoda Scala 1.0 TGI G-Tec. Der kompakte Fünftürer besitzt einen 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 90 PS. In unserem wöchentlichen Verbrauchstest erzielte der Erdgas-Scala einen Durchschnittsverbrauch von 3,45 kg/100 km. Das entspricht deutschen Kraftstoffkosten von 3,73 Euro pro 100 Kilometer.

Sparsam, auch für ein Erdgasauto

Mit diesem guten Ergebnis übertrifft der Skoda Scala 1.0 TGI im Ranking von Motor1 Italien Erdgas-Mobile wie den Fiat Panda 0.9 TwinAir Turbo 80 PS Natural Power von 2016 und den Seat Arona 1.0 TGI 90 PS, die beide 3,60 kg/100 km brauchten.

Bildergalerie: Skoda Scala 2019

Besser als der Scala schnitten die alten Generationen des Skoda Octavia Combi 1.5 G-TEC (2,90 Kilo) und des Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo 110 PS ecoM (3,20 Kilo) ab.

Ein schickes Auto

Für den Scala übernahm Skoda die Plattform des VW Polo und des Seat Ibiza und streckte sie. Diese Idee hat funktioniert. Der tschechische Fünftürer ist schön kompakt und agil, bietet aber viel Kofferraum und ähnlich viel Platz für die Insassen wie größere Kompakte à la VW Golf.

Bildergalerie: Skoda Scala G-Tec

Die gefahrene Ausstattung Sport wird in Deutschland nicht angeboten. An Bord des Testwagens waren unter anderem Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Parkpiepser hinten, Regensensor und LED-Scheinwerfer. In Deutschland gibt es die Erdgasversion des Scala ab 22.200 Euro (Ambition), alternativ gibt es die Ausstattung Style für 24.350 Euro.

Skoda Scala, gli interni

Der Dreizylinder-Turbo erweist sich schnell als alltagstauglich, auch wenn das nicht gerade üppige Drehmoment manchmal mehr Arbeit mit der Sechsgang-Schaltung erzwingt. Ein Automatikgetriebe hätte dieses interessante Erdgasmodell für uns noch attraktiver gemacht.

300 km Erdgas-Reichweite

Mit seinem 13,8 Kilo fassenden Erdgastank besitzt der Skoda Scala 1.0 TGI G-Tec immer eine gute Reichweite. Oft sind es etwa 300 Kilometer, bei vorsichtiger Fahrweise sogar 400 km. Der Neun-Liter-Benzintank ermöglicht etwa hundert zusätzliche Kilometer, falls mal keine Erdgas-Tankstelle in Reichweite ist.

Skoda Scala G-TEC

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

Der Erdgas-Verbrauch ist ziemlich konstant, mit guten Ergebnissen auch in der Stadt und auf der Autobahn. Der Verbrauch im Stadt-Umland-Mix ist ebenfalls angemessen.

  • Stadtverkehr (Rom): 5,4 kg/100 km, 255 km Reichweite
  • Stadt-Umland-Mix: 4,2 kg/100 km, 328 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 5,0 kg/100 km, 276 km Reichweite
  • Kraftstoff-Spartest: 2,8 kg/100 km, 492 km Reichweite
  • Maximaler Verbrauch: 14,3 kg/100 km, 96 km Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm CO2-Emissionen
(NEFZ)
Verbrauch
(NEFZ)
Skoda Scala 1.0 TGI G-TEC Erdgas 90 PS Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC 92 g/km 3,4 kg/100 km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Skoda Scala 1.0 TGI G-TEC 90 PS Sport (Ausstattung in Deutschland nicht angeboten)
Deutscher Listenpreis: 22. 200 Euro (Ausstattung Ambition)
Testdatum: 5. Februar 2021
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 21 Grad/Regen, veränderlich, 9 Grad
Insgesamt bei den Tests gefahren: 901 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 82 km/h
Reifen: Pirelli Winter Sottozero 3 - 205/50 R17 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 3,4 kg/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 3,5 kg/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,45 kg/100 km
Kraftstoffpreis: 1,08 Euro/kg (Erdgas)
Spritkosten: 3,73 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland laut BDEW, Stand 7/2019). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.