In der Praxis sind die Unterschiede zwischen 180-PS-Diesotto und 122-PS-Benziner gar nicht so groß!

Über die ungewöhnliche Motorentechnik wurde schon viel gesagt. Sie ist faszinierend, doch lohnt sich der Mazda 3 Skyactiv-X mit 180 PS wirklich? Vor allem, wenn man ihn mit dem kleinsten 122-PS-Motor vergleicht! In der Praxis lassen sich weniger Unterschiede "erfahren" als man denkt.

Der Motor arbeitet mit einem extrem mageren homogenen Kraftstoff-Luft-Gemisch. Es ist zwei- bis dreimal magerer als bei konventionellen Motoren und weist einen so geringen Kraftstoffanteil in der Luft auf, dass es mittels konventioneller Fremdzündung per Zündkerze zwar entzündet, aber nicht vollständig verbrennen kann. Durch das sehr magere Gemisch soll der Verbrauch im Teillastbereich deutlich sinken. Tritt man aber richtig auf den Pinsel, wechselt der Motor in das übliche Verhältnis von 14,7:1, das Gemisch wird also fetter. Dann wird auch klassisch verbrannt, aber eben nur bei hoher Motorlast und beim Motorstart bei sehr niedrigen Temperaturen.

Das extrem magere Gemisch wird quasi gedopt: Während des Verdichtungstaktes erfolgt eine separate Kraftstoff-Einspritzung, die in einem kleineren Bereich direkt an der Zündkerze ein fetteres Gemisch erzeugt. Das wird entzündet und hat einen zusätzlichen Druckanstieg im Brennraum zur Folge. Jetzt erst kann sich das extrem magere Gemisch per Kompressionszündung entzünden und verbrennen. Ganz simpel formuliert: Das fettere Gemisch plus die Zündkerze sind die Räuberleiter, um über die Mauer hinweg zum Dieselprinzip zu kommen.