Suzuki SX4: Neuer Mini-SUV mit italienischer Diesel-Power
Klein, offroadtauglich, sparsam: Version 1.9 DDiS i-AWD im Test
Drei Motoren, zwei Antriebe
Die Technik unter den schicken Blechklamotten stammt größtenteils aus dem Suzuki Swift, doch ist der SX4 rund 40 Zentimeter länger. Anders als etwa der VW CrossPolo wird der Suzuki mit Front- und Allradantrieb angeboten. Außerdem kann man zwischen zwei Benzinern und einem Diesel wählen.
Diesel von Fiat
Der Selbstzünder mit 120 PS stammt von Fiat. Hier hat Suzuki den Lieferanten gewechselt, denn der etwa gleich starke Selbstzünder im Grand Vitara stammt von Renault. Der Wechsel war eine gute Idee. Denn der Motor ist nicht so rau und laut wie der im Grand Vitara. Das Drehmoment von maximal 280 Newtonmetern steht ab 2.000 U/min zur Verfügung. Mit der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung und dem Allradantrieb spurtet das kleine Allrad-SUV in recht ordentlichen 11,2 Sekunden auf Tempo 100. Zu den Vorteilen gehört der serienmäßige Partikelfilter. Den Spritverbrauch gibt Suzuki mit 6,6 Litern Diesel auf 100 Kilometer an. Damit braucht der Allradler nur 0,3 Liter mehr als der Fronttriebler.
Zuschaltbarer Allradantrieb
Zum niedrigen Spritverbrauch trägt sicher bei, dass der SX4 nicht permanent mit Vierradantrieb fahren muss. Mit einem Kippschalter wählt man zwischen drei Modi: Neben dem 2WD-Modus ist dies ein Automatikmodus, in dem die Kraft normalerweise ebenfalls ausschließlich auf die Vorderräder geleitet wird. Nur wenn vorne Schlupf auftritt, wird die Hinterachse dazugeschaltet. Die dritte Einstellung ist der Lock-Modus, bei dem sich die Kraft stets im Verhältnis 50 zu 50 auf die Achsen verteilt. Diese Antriebsart empfiehlt sich für den Offroadbetrieb, aber auch für das Anfahren auf glattem oder losem Untergrund.
ESP, aber nicht für alle
Das Fahrwerk des SX4 gibt wenig Anlass zu Kritik. Es wurde vom Swift abgeleitet, aber verstärkt. Es reicht für eine moderate Fahrweise aus, aber sportliche Extratouren sind nicht drin. Wer in Landstraßenkurven gern an die Grenzen geht, sollte auf jeden Fall ein elektronisches Stabilitätssystem (ESP) an Bord haben. Dies gibt es gegen 300 Euro Aufpreis – allerdings nicht für das Basismodell 1.5 Classic.
Innenraum ähnlich wie beim Swift
Beim Cockpit-Design und dem Sitzsystem ähnelt der SX4 seinem Stammvater Swift. Wie dort werden die Fondsitze nicht umgeklappt, sondern gewickelt. Dazu werden die Lehnen auf die Sitzpolster heruntergeklappt, und dann beides zusammen in die Senkrechte gekippt. Dann muss das ganze Paket per Riemen an den vorderen Kopfstützen befestigt werden – Gasdruckfedern wären besser. Der Platz auf den Rücksitzen ist in etwa identisch mit dem im Swift. Nur geringfügig größer ist der Kofferraum: Bei dem Neuling fasst er 270 bis 1.045 Liter.
Ab 13.990 Euro
Der SX4 wird in drei Ausstattungen angeboten. Die Versionen Classic und Club haben Pkw-Optik, während die Comfort-Varianten und die Allradler nach SUV aussehen. Die Preise beginnen bei 13.990 Euro für den 1.5 Classic mit 99 PS.
Unflexible Basisvariante
Seine komfortlastige Basisausstattung umfasst zwar elektrische Fensterheber vorne und elektrisch einstellbare Außenspiegel, jedoch kein ESP und nur zwei Airbags. Die fehlenden Elemente kann man nicht einmal gegen Aufpreis bestellen. Wer auf ESP, Seitenairbags oder Klimaanlage nicht verzichten will, muss eine höhere Ausstattung wählen. Den Diesel gibt es mit Frontantrieb ab 16.990 Euro. Wer den Allradantrieb haben möchte, zahlt mindestens 19.490 Euro. Auch hier muss für ESP Aufpreis gezahlt werden.
Kaum Konkurrenten
Der etwa gleich große VW CrossPolo mit Frontantrieb und 100-PS-Motor kostet rund 3.000 Euro mehr als der Einstiegs-SX4. Als Kandidat für den Preisvergleich mit dem getesteten Diesel-Allradler eignet sich der baugleiche Fiat Sedici 1.9 Multijet. Fiat setzt anders als Suzuki ausschließlich auf Allradantrieb. Den italienischen Diesel-Allradler gibt es ab 20.490 Euro; er ist also 1.000 Euro teurer als der SX4. Andere Konkurrenten sind Mangelware. Den Daihatsu Terios gibt es zwar mit Allradantrieb, aber nicht mit Diesel, und Diesel-Allradler wie Honda CRV oder Toyota RAV4 sind deutlich größer. So hat Suzuki zusammen mit Kooperationspartner Fiat tatsächlich noch eine Lücke im Automarkt gefunden.
(sl)
Preisliste
|
Suzuki SX4 |
|
| Grundpreis: | 13.990 Euro |
| 1.5 Classic | 13.990 |
| 1.6 VVT 2WD Club | 14.990 |
| 1.6 VVT 2WD Comfort | 16.990 |
| 1.6 VVT 2WD Comfort Automatik | 18.010 |
| 1.6 VVT i-AWD Club | 17.490 |
| 1.6 VVT i-AWD Comfort | 18.990 |
| 1.9 DDiS 2WD Club | 16.990 |
| 1.9 DDiS 2WD Comfort | 18.990 |
| 1.9 DDiS i-AWD Club | 19.490 |
| 1.9 DDiS i-AWD Comfort | 20.990 |
| ESP | 300 |
| Metallic-Lackierung | 345 |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Reihen-Dieselmotor, Common-Rail-Einspritzung, OHC |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 2 |
| Hubraum in ccm | 1.910 |
| Leistung in PS | 120 |
| Leistung in kW | 88 |
| bei U/min | 2.000 |
| Drehmoment in Nm | 280 |
| Antrieb | Zuschaltbarer Allradantrieb |
| Gänge | 6 |
| Getriebe | Schaltung |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4.100 bis 4.235 |
| Breite in mm | 1.730 bis 1.755 |
| Höhe in mm | 1.580 bis 1.620 |
| Radstand in mm | 2.500 |
| Leergewicht in kg | 1.400 bis 1.455 |
| Zuladung in kg | 335 bis 390 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 270 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 1.045 |
| Tankinhalt in Liter | 50 |
| Kraftstoffart | Diesel |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 180 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 11,2 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 6,6 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 8,1 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 5,7 |
| Schadstoffklasse | Euro 4 |
| Weitere Informationen | |
| 1/moreName | 190 mm |
| 2/moreName | 18 / 31 Grad |
| 3/moreName | 18 Grad |
Bildergalerie: Neuer Mini-SUV
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