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Toyota iQ: Drei-Meter-Innenraumwunder als Smart-Gegner

Winzling im Test: Basispreis von fast 13.000 Euro – bei sehr guter Ausstattung

Toyota iQ im Test

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

24. Nov. 2008 um 19:04 Uhr

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Das kleinste Auto auf dem Markt wird diesen Titel behalten: Die 2,70 Meter Länge des Smart Fortwo werden auch durch den neuen Toyota iQ nicht unterboten. Doch den zweiten Platz belegt ab dem 24. Januar 2009 der knapp drei Meter lange Stadtflitzer aus Japan. Drei Motoren werden angeboten. Der 1,0-Liter-Benziner mit drei Zylindern und 68 PS ist aus dem Aygo bekannt. Daneben gibt es einen 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS, den man aus dem Yaris kennt. Im Juli 2009 soll noch ein neuer 1,3-Liter-Benziner mit 100 PS und Start-Stopp-Automatik folgen. Wir haben den Dreizylinder-Einstiegsmotor gefahren, der wohl der begehrteste Antrieb sein wird.

Dreizylinder mit 4,3 Liter Verbrauch
Der Ein-Liter-Vierventiler spurtet mit einem leichten ,Rrrrr" los. Das minimal raue Motorgeräusch ist typisch für einen Dreizylinder, und wir geben zu, dass wir dieses Geräusch lieben. Dabei wirkt das Auto durchaus flotter als es die Spurtdaten vermuten lassen. Laut Datenblatt vergehen 14,2 Sekunden für die Beschleunigung auf Tempo 100. Die einlassseitige Nockenwellenverstellung VVT-i sorgt für ein maximales Drehmoment von 91 Newtonmeter bei 4.800 Touren. Laut Toyota verbraucht das für die Euro-5-Schadstoffnorm vorbereitete Aggregat 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Das ist der gleiche Wert, den Smart für den 61 PS starken Einliter-Dreizylinder im Fortwo angibt. Beim Sprit sparen unterstützt den Fahrer eine serienmäßige Schaltpunktanzeige. Wir hielten uns nicht immer dran und standen auch auf unseren Testfahrten zeitweise im Stau. Der Bordcomputer zeigte danach Werte um die 6,9 Liter an.

Serienmäßige Schaltpunktanzeige
Diese Werte gelten sämtlich für die serienmäßige Fünfgang-Schaltung. Alternativ kann man ein stufenloses CVT-Getriebe namens Multidrive bestellen, was allerdings zu erhöhtem Verbrauch führt. Sowohl die Handschaltung wie die CVT-Automatik sind jedenfalls um Längen besser als das leidige automatisierte Schaltgetriebe des Smart.

Fronttriebler – im Gegensatz zum Smart
Anders als beim Smart sitzt der Motor im iQ nicht hinten, sondern vorne. Er wird aus Platzgründen etwas nach vorne gekippt eingebaut. Im Gegensatz zum Fortwo treibt das Aggregat auch nicht die Hinterräder, sondern die Vorderachse an. Das Fahrwerk hat es naturgemäß bei einem so kleinen Auto recht schwer. Der Radstand von genau zwei Meter ist eben doch klein, der Platz für die Radaufhängung sehr begrenzt. Ein Fahrwerk wie bei einem VW Golf darf man bei einem solchen Auto natürlich nicht erwarten. Auf holprigen Strecken fühlt sich der iQ hart an, und wer bei Tempo 100 mit dem Lenkrad schlenkert, der wird ihn zu weich finden. Auch kippelt der Winzling beim Gasgeben leicht nach hinten, um beim Bremsen wieder nach vorne zu nicken. So schlecht wie es klingen mag, fährt sich der iQ aber nicht, im Gegenteil, Smart-Fahrer werden ihn wohl lieben.

Nur mit Tricks passt alles rein
Wie beim Motor mussten die Toyota-Techniker auch beim Fahrwerk tricksen, um alle Komponenten in das kleine Auto hineinzubekommen. So wurde das Vorderachsdifferenzial vor den Motor verlegt, und das Lenkgetriebe befindet sich über dem Aggregat. Das Puzzlespiel setzt sich bei den anderen Komponenten fort. So liegt der Tank unter den Vordersitzen und wird deshalb besonders flach geformt. Auch bei der Klimaanlage wurden noch zwanzig Prozent Volumen eingespart, was Platz im Cockpit schafft. Im Innenraum haben die Ingenieure ihr Meisterstück abgeliefert. Für eine Gesamtlänge von knapp unter drei Meter ist das Platzangebot sehr respektabel.

Nicht viel Kofferraum
Der Kofferraum bietet zwar auf den ersten Blick kaum mehr Platz als für eine Stange Zigaretten. Zwischen den Rücklehnen der Fondsitze und der Heckklappe ist gerade mal eine Handbreit Platz. Exakter ausgedrückt: Man kann 32 Liter Gepäck unterbringen. Legt man die Sitze flach, vergrößert sich das Stauvolumen auf 238 Liter. Nicht schlecht, allerdings müsste man dazu das Auto bis unters Dach beladen. Auch bietet der Smart Fortwo bis zu 380 Liter. Einen Kühlschrank wird man mit iQ wohl kaum transportieren können, aber für den Singleeinkauf reicht es natürlich. Beim Beladen sollte man nur aufpassen, dass man sich nicht den Kopf an der Ladeklappe stößt, die nicht sehr weit nach oben aufgeht.

Ein echter Dreisitzer
Oft wird man den iQ wohl mit umgeklapptem Sitz hinter dem Fahrer sehen, denn dort kann ohnehin kaum jemand sitzen. So ist der Ausdruck Dreisitzer ehrlicher als die Toyota-Benennungen ,3+1-Sitzer" oder gar ,echter Viersitzer". Hinter einem mittelgroßen Fahrer findet auch ein Kind kaum Platz. Das ist allerdings beim viel größeren Mini genauso, und dort hat man auch auf der Beifahrerseite Schwierigkeiten, zwei Erwachsene hintereinander unterzubringen. Beim iQ steht es hier besser. Hier lässt sich der Vordersitz so weit vorschieben, dass auch zwei Große hintereinander Platz haben. Ein Problem ist nur die Kopffreiheit: Bei einem Unfall würden nur kleine Erwachsene mit dem Kopf auf die Kopfstütze aufprallen, die Köpfe von größeren Insassen würden die Decke treffen.

Hervorragende Sicherheitsausstattung
Womit wir beim Thema Sicherheit wären – bei einem Kleinstwagen ein wichtiges Thema. Toyota will mit dem iQ fünf Sterne in der Insassenwertung des EuroNCAP-Crashtests erzielen. Dafür wird das Auto mit sage und schreibe neun Airbags ausgestattet: Neben Front-, Seiten- und Kopfairbags gibt es noch einen Fahrer-Knieairbag, einen Anti-Submarining-Airbag für den Beifahrer und sogar einen Heckairbag. Der Letztgenannte deckt den Bereich um die Kopfstützen ab, sodass der Passagierraum vollständig nach hinten abgeschlossen wird. Auch ein ESP ist Serie – eine seltene Ausnahme bei Kleinstwagen.

Ab 12.700 Euro
Auch sonst verblüfft die Serienausstattung durch ihren Umfang. Alufelgen, ein CD-Radio, eine Klimaanlage und elektrisch einstellbare Außenspiegel sind bei der Basisversion namens IQ bereits eingeschlossen. Dergleichen erwartet man sonst frühestens im Golfklasse-Segment. Dafür muss man allerdings auch einen heftigen Einstiegspreis verdauen: Den iQ gibt es erst ab 12.700 Euro. Da erschrickt wohl so mancher, denn den Smart gibt es schon ab 9.850 Euro, also für fast 3.000 Euro weniger. Doch der Basis-Smart hat weder elektrische Fensterheber noch eine Servolenkung an Bord, ganz zu schweigen von den bereits erwähnten Komfortelementen. Die höherwertige Ausstattung IQ+ setzt noch Nebelscheinwerfer, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Klimaautomatik, Licht- und Scheibenwischerautomatik sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel drauf. Wir würden uns stattdessen von Toyota eine ,IQ-Minus"-Ausstattung wünschen, ohne Alufelgen, Lederlenkrad und ohne viel elektrischen Firlefanz, dafür aber mit einem deutlich günstigeren Preis ...

Wertung

Preisliste

Toyota iQ 1.0 VVT-i

Grundpreis: 12.700 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie, mit elektron. Bremskraftverteilung und Bremsassistent ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie (deaktivierbar) Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie (durchgehend für vorn und hinten) elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (beheizbar) Klimaanlage Serie Klimaautomatik Serie bei IQ+ Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 1.200 Bildschirmnavigation Preis noch nicht bekannt CD-Radio Serie (incl. MP3-Funktion und Aux-Eingang) Metalliclackierung Preis steht noch nicht fest Leichtmetallfelgen Serie (15 Zoll) Lederausstattung Preis steht noch nicht fest Nebelscheinwerfer Serie bei IQ+

Scheibenwischerautomatik Serie bei IQ+ Scheinwerferautomatik Serie bei IQ+ schlüsselloses Zugangs- und Startsystem Serie bei IQ+ Leder-Multifunktionslenkrad Serie Schaltpunktanzeige Serie Heckairbag, Sitzpolsterairbag für Beifahrer, Knieairbag für Fahrer Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Otto-Reihenmotor, DOHC, variable Ventilsteuerung (Einlassseite)  Zylinder 3  Ventile 4  Hubraum in ccm 998  Leistung in PS 68  Leistung in kW 50  bei U/min 4.800  Drehmoment in Nm 91  Antrieb Frontantrieb  Gänge 5  Getriebe Schaltung  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.480  Spurweite hinten in mm 1.460  Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine  Radaufhängung hinten Torsionslenkerachse  Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet, 255 Millimeter  Bremsen hinten Scheiben, 259 Millimeter  Wendekreis in m 7,8  Räder, Reifen vorn 15-Zoll-Räder, 175/65R15  Räder, Reifen hinten 15-Zoll-Räder, 175/65R15  Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung (geschwindigkeitsabhängig)  Maße und Gewichte Länge in mm 2.985  Breite in mm 1.680  Höhe in mm 1.500  Radstand in mm 2.000  Leergewicht in kg 845-885  Zuladung in kg 365-325  Kofferraumvolumen in Liter 32  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 238  Tankinhalt in Liter 32  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 150  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 14,2  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,3  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 4,9  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,9  CO2-Emission in g/km 99  Schadstoffklasse Euro 4 (Euro 5 ready) 

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