Zum Hauptinhalt springen

Für eine persönlichere Erfahrung

Sehen Sie, wie der brachiale Genesis-Offroader ein Bergrennen stürmt

Das schräge Einzelstück wirkt bei seinem ersten Europa-Auftritt wie von einer anderen Welt

Genesis X Skorpio Concept
Bild von: Genesis

Erstmals gesehen haben wir den kompromisslosen Offroader Anfang des Jahres, als Genesis mit einer futuristisch-kompromisslosen Allzweck-Waffe auf 40-Zoll-Geländereifen überraschte. Weiter kann man sich von einem Luxus-SUV kaum entfernen: Der Wagen wirkt fast wie ein Trophy Truck im Genesis-Anzug. Manche behaupten, genau das sei er auch – bestätigt hat Genesis das jedoch nie.

Fakt ist: Den X Skorpio gibt es tatsächlich. Während die Pressebilder ihn noch wie ein fiktives Concept Car wirken ließen, beweist ein neues offizielles Video, dass Genesis ihn wirklich gebaut hat. Sein europäisches Fahrdebüt gab der X Skorpio beim Tutto Bene Hillclimb 2026 in Italien. Hyundais Luxusmarke nahm die 9 Kilometer lange Strada Borromea hinauf zum Mottarone nahe dem Lago Maggiore unter die Räder, am Steuer saß Genesis-Magma-Racing-Pilot André Lotterer.

Obwohl der X Skorpio in erster Linie für Wüstenetappen entwickelt wurde, bot das Bergrennen eine ungewöhnliche Gelegenheit, die schräge Maschine auf völlig anderem Terrain zu erleben. Und ja: Er sieht genauso absurd aus, wie man es von einem über 1.100 PS starken Offroad-Brutalo mit V8-Motor erwarten würde. Unter der aggressiven Karosserie steckt ein Rohrrahmenchassis mit komplettem Überrollkäfig und Komponenten, die direkt von Spezialisten aus dem Offroad-Langstreckensport stammen.

Der untypischste Genesis aller Zeiten

Die Karosserie kombiniert Glasfaser, Carbon und Kevlar zu einem düsteren Gesamtpaket, darunter arbeitet ein Fahrwerk, das auf extreme Belastungen ausgelegt ist. Ja, die Karosserie neigt sich deutlich – aber so ist das nun einmal bei einem Fahrzeug, das offenbar für die Zombie-Apokalypse oder den Aufstand der Roboter entwickelt wurde (was in Zeiten künstlicher Intelligenz zunehmend plausibel erscheint).

Genesis hat dem X Skorpio nicht einfach nur einen übertriebenen Motor und riesige Reifen verpasst und es dabei belassen. Das Konzept wurde darauf ausgelegt, mitten im Nirgendwo schnell repariert werden zu können: austauschbare Außenpaneele und Hardware sollen sich wechseln lassen, ohne das Fahrzeug zu einem langwierigen Werkstattprojekt zu machen. Das ergibt Sinn bei einer Maschine, die tief in die Wüste vordringen soll – dort ist die nächste Teileversorgung vermutlich mehrere Hundert Kilometer entfernt.

Trotz seines martialischen Äußeren hat Genesis den Luxus im Innenraum nicht komplett aufgegeben. Die Kabine bietet ergonomische Sitze, Vierpunktgurte, Klimatisierung und ein verschiebbares Display, das je nach Einsatz zwischen Fahrer und Beifahrer wandern kann – je nachdem, ob solo oder mit Co-Pilot gefahren wird. Die Instrumentenanzeige sitzt direkt am Lenkrad, damit der Fahrer den Blick möglichst auf der Strecke halten kann.

YouTube video player

Eine Kleinserie ist geplant

Auch wenn es sich technisch um eine Studie und ein Einzelstück handelt, plant Genesis, den X Skorpio an wohlhabende Offroad-Enthusiasten zu verkaufen. Die Marke hatte bereits kurz nach der Enthüllung bestätigt, mehrere Bestellungen erhalten zu haben. Die limitierte Produktion ist für zahlungskräftige Kunden im Nahen Osten vorgesehen. Ein Kennzeichen hatten wir ohnehin nicht erwartet, doch die geplanten Serienfahrzeuge werden keine Straßenzulassung erhalten.

Der X Skorpio ist nicht einmal Genesis’ erster Ausflug ins Gelände. Der X Gran Equator überraschte uns im vergangenen Jahr, als er mit Rivian R1S und elektrischer Mercedes G-Klasse im Visier debütierte. In Produktion gehen wird dieses Modell zwar nicht, einige seiner robusten Designelemente könnten jedoch in ein späteres Serienfahrzeug übernommen werden.

Genesis X Skorpio Concept 2026


Motor1 meint:  Man muss Genesis zugutehalten, den X Skorpio tatsächlich gebaut zu haben – und ihn dann auch noch auf eine Bergstraße loszulassen. Viele wilde Studien bleiben auf Automessen stehen und bewegen sich nie aus eigener Kraft. Es wäre schade gewesen, diesen Wagen nicht in Aktion zu sehen.

Das Bergrennen ist zudem ein erfrischender Tapetenwechsel für ein Fahrzeug, das eigentlich für Wüstenfahrten entwickelt wurde. Auf einer schmalen italienischen Bergstraße wirkt er herrlich fehl am Platz – und genau das macht einen Teil seines Reizes aus. Wenn Genesis tatsächlich ernsthaft eine kleine Stückzahl an wohlhabende Kunden im Nahen Osten verkaufen will, können wir nur hoffen, dass die Marke den X Skorpio weiterhin an Orten zeigt, an denen man einen 1.115-PS-Offroader am wenigsten erwarten würde.