"Ergeben finanziell keinen Sinn": Warum Toyota Spaßautos baut
Das V8-Monster GR GT ist auf dem Weg, Celica und MR2 sollen ebenfalls zurückkehren
Volumenmodelle wie der RAV4 und der Corolla werden unseren Puls kaum in die Höhe treiben, doch diese enorm erfolgreichen Baureihen sind für Toyota echte Gelddruckmaschinen. Der japanische Autoriese wird zum Glück aber nicht ausschließlich von Statistikern geführt wie das in anderen Konzernen oft der Fall ist.
Nicht jedes Modell im weit verzweigten Portfolio von Toyota setzt auf Nummer sicher und stellt den Gewinn über alles. Ein Beispiel dafür ist der neue GR GT: Selbst die Japaner räumen ein, dass das Supercar "finanziell keinen Sinn ergibt". Diese überraschende Aussage stammt von Andrew Gilleland, Senior Vice President of Automotive Operations bei Toyota.
In einem Interview mit The Drive erklärte er, der GR GT zeige, wozu das Unternehmen in der Lage sei, wenn weniger finanzielle Zwänge eine Rolle spielen. Das neue Track-Tool mit V8-Motor verkörpert perfekt das "no more boring cars"-Motto von Akio Toyoda, der von 2009 bis 2023 als CEO im Einsatz war, bevor er den Posten des Chairman übernahm.
Der Sportwagen mit Mittelmotor markiert zugleich eine neue Positionierung von Gazoo Racing als eigenständige Performance-Marke. Sowohl das Straßenauto als auch sein reines Rennstrecken-Pendant verzichten auf Toyota-Logos und tragen stattdessen GR-Plaketten. Trotz des fragwürdigen Business Case des GR GT will Toyota die Palette sportlicher Modelle nach unten hin um weitere Fahrzeuge erweitern.
Kehren Celica und MR2 zurück?
Laut Autocar sollen sowohl Celica als auch MR2 zurückkehren. Toyota testet zwar schon seit einiger Zeit einen neuen 2,0-Liter-Turbomotor, eine Bestätigung, in welchen Modellen das Aggregat zum Einsatz kommen wird, fehlt jedoch weiterhin. Berichten des britischen Magazins zufolge soll der neu aufgelegte MR2 von diesem Vierzylinder mit dem Codenamen "G20E" angetrieben werden. Der Motor würde hier direkt hinter den Sitzen arbeiten. Die Ingenieure peilen für Straßenfahrzeuge mehr als 400 PS an, die offenen Rennversionen kommen möglicherweise auf mehr als 600 PS.
Für die Celica liegt es nahe, eine Variante desselben Vierzylinders in einem Frontmotor-Konzept zu nutzen – als erschwinglicheres Performance-Modell. Der GR Yaris M Concept ist der fahrende Beweis, dass Toyota an einem kräftigen 2,0-Liter-Motor arbeitet. Der könnte den 1,5-Liter-Dreizylinder ersetzen, der in den Hot Hatches GR Yaris und GR Corolla aktuell rund 300 PS leistet.
Wenn wir uns die große Zahl an Nischenmodellen aus betriebswirtschaftlicher Sicht ansehen, wirkt das nicht besonders nachhaltig. Erst kürzlich sagte Toyotas neuer CEO Kenta Kon, das Unternehmen habe bereits zu viele Modelle. Spaßprojekte zu finanzieren und gleichzeitig eine Straffung der Modellpalette anzustreben, wirkt extrem widersprüchlich – erst recht in einer Zeit, in der der rasante Aufstieg chinesischer Marken nicht mehr zu ignorieren ist.
GR Celica-Rendering von Motor1
GR MR2-Rendering von Motor1
Allein dafür verdient Toyota Anerkennung. Viele Hersteller sprechen davon, Spaßautos behalten zu wollen, doch nur wenige handeln derart konsequent wie die Japaner. In der Kalkulation mag das nicht perfekt aufgehen, in der Emotionalisierung der Marke, bei der Freiheit in der Entwicklung und der Bindung von Kunden aber vielleicht schon.
Dabei haben wir noch gar nicht erwähnt, dass auch die Supra eher früher als später zurückkehren soll. GR-Versionen der nächsten Generation von Yaris und Corolla scheinen gesetzt. Immerhin lässt sich ihr Business Case auf Basis von Volumenmodellen noch leichter rechtfertigen. Die GR-Palette könnte in den kommenden Jahren also erfreulich vielfältig werden und es macht verdammt viel Spaß, diese Entwicklung zu verfolgen.
Quelle: The Drive, Autocar
Auch interessant
Suzuki Across (2026): Das kostet die Neuauflage (Update)
Porsche 911 Challenge (2027): Rennsport für Einsteiger
Toyota Corolla 60th Anniversary: Sondermodell zum Geburtstag
La Strada zeigt Avanti R mit neuem Lounge-Grundriss
Toyota GR GT (2027): So böse klingt der neue V8
Tatsächlicher Verbrauch: BYD Atto 2 Plug-in-Hybrid (2026) im Test
Tatsächlicher Verbrauch: Toyota RAV4 Hybrid (2026) im Test