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Die italienische Marke OSCA kehrt an einem China-SUV zurück

Innenraum aus Leder und Alcantara, 180 PS, 49.000 Euro, aber nicht für Deutschland

OSCA MT6
Bild von: OSCA

Die traditionsreiche italienische Marke OSCA kehrt mit der neuen MT6 auf die automobile Bühne zurück. Das Modell soll die sportliche DNA des Unternehmens in die Gegenwart übertragen und verbindet historische Bezüge mit moderner Technik. Als kompaktes SUV-Coupé markiert die MT6 den Auftakt für die Wiederbelebung einer Marke, die einst für leichte, leistungsfähige Sportwagen und erfolgreiche Renneinsätze stand.

OSCA – Officine Specializzate Costruzioni Automobili – wurde 1947 von den Maserati-Brüdern Ernesto, Ettore und Bindo gegründet, nachdem sie ihr ursprüngliches Unternehmen verlassen hatten. In den 1950er-Jahren machte sich OSCA insbesondere mit kompakten Rennsportwagen wie dem MT4 einen Namen.

Bildergalerie: OSCA MT6 (2026)

Die Fahrzeuge erzielten zahlreiche Erfolge bei internationalen Wettbewerben, darunter Klassensiege bei der Mille Miglia, den 12 Stunden von Sebring und den 24 Stunden von Le Mans. Charakteristisch waren geringes Gewicht, technische Raffinesse und ein konsequenter Fokus auf Fahrdynamik. 1967 wurde OSCA aufgelöst.

An diese Tradition möchte der neue OSCA MT6 anknüpfen, wenn auch in einem völlig anderen Fahrzeugsegment. Das 4,51 Meter lange SUV-Coupé basiert auf einem Modell der chinesischen Marke Changan. Damit folgt das neue OSCA dem Bespiel von Moskwitsch, Itala oder Borgward. Dort werden (bzw. wurden) China-Modelle fast baugleich mit einem traditionsreichen Namen versehen.

Zurück zum OSCA MT6: Die Karosserie zeichnet sich durch eine flach abfallende Dachlinie, ausgeprägte Radhäuser und eine markante Frontpartie mit großem Kühlergrill in Carbon-Optik aus. Voll-LED-Scheinwerfer, 21-Zoll-Leichtmetallräder mit Pirelli-P-Zero-Bereifung sowie ein Heck mit vier Endrohren und Carbon-Diffusor unterstreichen den sportlichen Anspruch.

OSCA MT6

OSCA MT6

Bild von: OSCA

Im Innenraum setzt die MT6 auf eine fahrerorientierte Gestaltung. Sportsitze, die gemeinsam mit Recaro entwickelt wurden, Leder-Alcantara-Bezüge und ein Dreispeichenlenkrad erinnern an klassische Sportwagen. Die Instrumentierung erfolgt über zwei 10,25-Zoll-Displays für Cockpit und Infotainment. Zur Ausstattung gehören zudem kabelloses Smartphone-Laden, moderne Konnektivitätslösungen, Apple CarPlay Ultra, elektrisch verstellbare, beheizbare und belüftete Vordersitze, ein Panorama-Glasdach sowie Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2.

Die Entwicklung von Elektronik und Infotainment wurde von italienischen Spezialisten begleitet, um der MT6 eine eigenständige Charakteristik zu verleihen. Angetrieben wird der MT6 von einem 1,5-Liter-Turbobenziner, der auf einer technischen Basis von Changan aufbaut. Für den europäischen Markt wurde der Antriebsstrang unter Leitung des italienischen Ingenieurs Roberto Fedeli umfassend angepasst.

Unterstützt wurde die Entwicklung von den Engineering-Unternehmen AVL und RE. Neben einer eigenen Motorabstimmung erhielt die MT6 speziell abgestimmte Fahrwerks- und Bremskomponenten sowie eine von Tubi Style entwickelte Abgasanlage.

Osca MT6

OSCA MT6

Bild von: Motor1 Italy

Der Marktstart in Italien ist für September 2026 vorgesehen. Der Preis beträgt 49.000 Euro, wobei OSCA auf eine weitgehend voll ausgestattete Variante setzt und die Individualisierung hauptsächlich auf Design- und Interieurdetails beschränkt. Zu uns dürfte der Neo-OSCA wohl nicht kommen.

Seine öffentliche Premiere feiert der MT6 bei der Mille Miglia 2026. Dort wird er gemeinsam mit einem historischen OSCA MT4 auftreten und damit die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft der Marke symbolisieren. Zusätzlich begleiten zwei getarnte Prototypen des kommenden Modells MT8 den Tross. Die Fahrzeuge werden mit dem Biokraftstoff BenZero betrieben, dessen erneuerbare Bestandteile die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren sollen.

Begleitend zum Neustart eröffnet OSCA in Milano Marittima einen temporären Showroom. Die Ausstellung präsentiert historische Rennwagen und aktuelle Modelle und soll die traditionsreiche Marke wieder stärker ins Bewusstsein von potenziellen Kunden rücken.