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ADAC: April 2026 war teuerster Tankmonat aller Zeiten

Das sogenannte "Österreich-Modell" hat sich als kompletter Flop erwiesen

Tanken Tankstelle Zapfpistole

Die jüngste Auswertung des ADAC für den April 2026 zeichnet ein düsteres Bild für die Mobilität in Deutschland: Autofahrerinnen und Autofahrer sahen sich im vergangenen Monat mit den höchsten Kraftstoffpreisen konfrontiert, die jemals im Rahmen der statistischen Aufzeichnungen gemessen wurden. Dieser historische Negativrekord macht den April zum offiziell teuersten Tankmonat aller Zeiten.

Wer auf sein Fahrzeug angewiesen ist, musste für einen Liter Super E10 im Monatsdurchschnitt stolze 2,109 Euro bezahlen. Noch drastischer fiel die Bilanz für Besitzer von Diesel-Fahrzeugen aus, bei denen der Preis pro Liter im Mittel auf 2,263 Euro kletterte. Damit wurde der bisherige Höchststand beim Diesel aus dem Vormonat um fast zehn Cent überboten, während Super E10 das bisherige Monatsmaximum aus dem Krisenjahr 2022 endgültig hinter sich ließ.

Zwischen 37 und 57 Cent mehr pro Liter

Um die Geschwindigkeit und Intensität dieses Preisschubs zu verstehen, lohnt ein Blick auf den Jahresbeginn: Im Vergleich zum Januar 2026 zahlten Verbraucher im April rund 37 Cent mehr pro Liter Super E10. Beim Diesel fiel der Preissprung mit einer Differenz von über 57 Cent je Liter sogar noch gewaltiger aus. Diese enorme Steigerung innerhalb weniger Wochen verdeutlicht die massive finanzielle Mehrbelastung der Bevölkerung.

Besonders dramatisch gestaltete sich die Situation in der ersten Aprilwoche. Der 7. April 2026 markiert mit einem Preis von 2,446 Euro je Liter Diesel den teuersten Tanktag seit Beginn der Preisaufzeichnungen. Nur 24 Stunden zuvor, am 6. April, erreichte Super E10 mit einem Tagesschnitt von 2,191 Euro seinen vorläufigen Höhepunkt und verfehlte das absolute Allzeithoch vom März 2022 nur um Haaresbreite.

Geflopptes Österreich-Modell

Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April 2026. Diese gesetzliche Regelung sieht vor, dass Tankstellenbetreiber die Preise für Benzin und Diesel nur noch ein einziges Mal am Tag – exakt um 12 Uhr mittags – erhöhen dürfen. Während die Politik mit dieser Maßnahme mehr Transparenz und Stabilität für die Verbraucher schaffen wollte, zeigt die Realität laut ADAC derzeit keinen entlastenden Effekt. Im Gegenteil: Seit Inkrafttreten der neuen Regelung ist das Preisniveau spürbar und deutlich gestiegen.

Besonders besorgniserregend ist dabei die Entkoppelung von den Rohstoffmärkten. Obwohl der Preis für Rohöl der Sorte Brent im April teilweise deutlich niedriger lag als im März und sich auch der Euro-Dollar-Wechselkurs zugunsten der Importe verbesserte, gaben die Mineralölkonzerne diese Vorteile nicht an die Zapfsäulen weiter. Stattdessen verfestigten sich die Preise auf einem Rekordniveau, das weit über dem liegt, was rein marktwirtschaftliche Faktoren wie der Ölpreis oder Währungsschwankungen rechtfertigen würden.

Die Hoffnung, dass die staatliche Regulierung des Preisrhythmus den Wettbewerb zum Vorteil der Kunden ankurbeln würde, hat sich somit im ersten Monat ihrer Anwendung nicht erfüllt. Vielmehr scheint die strukturelle Umstellung mit einer allgemeinen Verteuerung einherzugehen, die die Mobilitätskosten auf ein bisher unerreichtes Level gehoben hat.